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Die gelben Schnürsenkel hängen am Nagel

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«Es kommen so viele Emotionen hoch. So viele Momente. Irgendwie zieht gerade meine Karriere noch einmal an mir vorbei.» Christian Dubé war nach dem Spiel vom Samstag sehr aufgewühlt. Hatte gleichzeitig ein Lächeln auf den Lippen und Tränen in den Augen. Kein Wunder, so kurz nach dem Ende seiner grossen Karriere. 839 Punkte hat Dubé in 816 NLA-Partien gesammelt. Ein Wert, der seinesgleichen sucht. In seinen 16 Saisons für Lugano, Bern und Freiburg hat der Kanadier mit Schweizer Lizenz das Schweizer Eishockey geprägt wie nur wenige. Dabei wollte er sich ursprünglich nur in Lugano die Lust am Eishockey wieder holen. «Es sollte nur ein Jahr werden. Ich wollte bloss neuen Schwung holen.»

 «Keinen Spass» in NHL

Denn eigentlich schien Dubé zu Höherem berufen als die NLA. Mit Kanada wurde er zweimal U20-Junioren-Weltmeister, galt als einer der Besten seiner Generation. 1995 wurde er als 18-Jähriger von den New York Rangers an 39. Position gedraftet. Doch Dubé und die NHL war keine Liebesgeschichte. Für die Rangers brachte er es bloss auf 36 Spiele (1 Tor). «Ich habe nie richtig eine Chance erhalten.» Zuerst wurde er für zu leicht befunden. Als er deshalb zehn Kilogramm zunahm, sagten ihm die Trainer, er sei zu langsam. «Ich bereue nicht, dass ich keine NHL-Karriere gemacht habe. Ich hatte schlicht keinen Spass mehr am Eishockey.»

 Weil er diesen in Lugano sofort wiederentdeckte, wurden es statt ein Jahr in der Schweiz 16 Jahre. Zupass kam ihm, dass er als Junior in der Schweiz spielte, weil sein Vater Normand für Sierre und Martigny auflief und Christian Dubé deshalb im Alter von 3 bis 15 Jahren in der Schweiz wohnte. So hatte der Center eine Schweizer Lizenz und galt nicht als Ausländer. Deshalb gehörte er während vielen Jahren zu den begehrtesten Spielern der Liga. Während seiner Zeit in Bern, in der er zweimal Meister wurde, war er lange Zeit der bestverdienende Spieler der NLA.

2011 aber war Bern nicht mehr bereit, sein hohes Gehalt zu bezahlen. Letztlich überzeugte ihn Gottérons damaliger Trainer Serge Pelletier von einem Wechsel nach Freiburg. «Auch mit Gottéron hatte ich tolle Jahre. Speziell war natürlich vor allem der Final gegen mein Ex-Team Bern.»

 Wohl weiterhin bei Gottéron

 In dieser Saison gab es für Dubé aber nicht mehr viel zu lachen. «Es war die schlimmste Saison meiner Karriere.» Dem Team lief es nicht, Dubé schaffte es als einer der Leader nicht, das Ruder herumzureissen. Der Kanadier litt unter der schlechten Atmosphäre, wurde den eigenen Ansprüchen nicht mehr gerecht, spielte meist nur noch in der dritten Linie und wurde vor allem mit Defensivaufgaben betraut. «Zum ersten Mal in meiner Karriere hatte ich nicht immer Lust, ans Training zu gehen. Die schlechten Resultate der Mannschaft haben mich mental ermüdet. Zudem merkte ich, dass es körperlich mit den Jahren nicht einfacher wird», so der bald 38-Jährige. Seit Weihnachten liebäugelte er deshalb damit, Ende Saison zurückzutreten, obwohl er für nächste Saison eigentlich noch einen Vertrag gehabt hätte. «Nach dem Spiel in Rapperswil letzten Dienstag habe ich meinen Teamkollegen dann mitgeteilt, dass ich definitiv zurücktrete.»

Als Hommage an Dubé spielten diese Teamkollegen am Samstag gegen Kloten allesamt mit gelben Schnürsenkeln–seit Jahren das Markenzeichen Dubés.

Die Freiburger Spieler werden aber wohl auch in Zukunft oft mit dem Kanadier zu tun haben. Alles spricht dafür, dass Gottéron Dubé am Donnerstag als Sportchef präsentiert. «Ich habe mich noch nicht entschieden», sagt Dubé. «Ich habe mir einige Tage Bedenkzeit eingeräumt.» Er habe auch noch andere Optionen. So kann er sich beispielsweise immer noch vorstellen, Spieleragent zu werden, was eigentlich sein ursprünglicher Berufswunsch für das Leben nach der Karriere war.

Auch Jeannin verabschiedet

 Von so vielen Möglichkeiten kann Sandy Jeannin nur träumen. Der Center, der seit 2008 für Gottéron spielte und den Klub entscheidend mitgeprägt hat, beendete am Samstag seine Karriere ebenfalls offiziell. Gespielt hat er wegen seinen chronischen Kopf- und Nackenproblemen aber bereits seit über einem Jahr nicht mehr. «Natürlich habe ich mir mein Karriere-Ende anders vorgestellt. Aber ich versuche, nach vorne und nicht nach hinten zu schauen», so der 39-Jährige. Auch Jeannin, der 898 NLA-Spiele (632 Punkte) absolviert hat, würde gerne im Eishockey-Bereich weiterarbeiten. «Momentan habe ich aber kein konkretes Angebot. Es ist keine leichte Situation für mich und meine Familie.» Für Jeannin wird es keine Zukunft bei Gottéron geben. «Es hat nie konkrete Gespräche über einen möglichen Posten gegeben», so Jeannin.

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