Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Die Gemeinde Marly schreibt ein Defizit von 1,9 Millionen Franken

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Die Rechnung 2013 der Gemeinde Marly schliesst hochrot: Das Defizit beträgt gut 1,9 Millionen Franken bei Einnahmen von 31,3 Millionen und Ausgaben von 33,2 Millionen Franken. Der Voranschlag hatte ein deutlich tieferes Defizit von 166 500 Franken vorgesehen. Das Minus fällt höher aus, obwohl die Gemeinde knapp 750 000 Franken weniger ausgegeben hat als budgetiert. Der Hauptgrund für das schlechte Resultat sind denn auch Mindereinnahmen bei den Steuern.

Viel weniger Steuern

Die Rechnung 2012 von Marly schloss mit einem Überschuss von knapp 108 000 Franken zwar noch leicht positiv, doch schon damals hatte die Gemeinde weniger Steuern eingenommen als budgetiert–und auch in den zwei Jahren zuvor waren die Steuereinnahmen zu optimistisch veranschlagt worden. 2013 hat sich dies nun erstmals deutlich ausgewirkt: Die Einnahmen bei Gewinn- und Kapitalsteuern der juristischen Personen fielen insgesamt um 1,3 Millionen Franken tiefer aus als budgetiert. Und auch die natürlichen Personen bezahlten weniger als budgetiert; hier betragen die Mindereinnahmen bei der Einkommenssteuer 1,9 Millionen Franken. «Das ist katastrophal», sagt Gemeinderat Jean-Pierre Oertig den FN. «Wir haben uns auf die Berechnungen der Kantonsverwaltung verlassen, so wie wir das immer tun», sagt Syndic Jean-Pierre Helbling. Helbling und Oertig halten fest, dass die Gemeinde gut gearbeitet habe. «Bei den Ausgaben haben wir uns ans Budget gehalten, wir waren bei den meisten Posten sogar darunter.»

Ilford hatte keinen Einfluss

 Gemäss Syndic haben die Steuerausfälle nichts mit dem Konkurs der Firma Ilford Imaging Switzerland AG im Dezember zu tun. «Ilford war vor allem in der Forschung tätig und hat nie viele Steuern bezahlt», so Helbling. Jedoch habe der Fotopapierherstellen in verschiedenen Bereichen Gebühren bezahlt, und die Gemeinde verhandle jetzt, damit zumindest ein Teil dieser Gebühren für 2013 noch bezahlt würden.

 Kurzfristig ergeben sich gemäss Helbling für die Gemeinde keine Konsequenzen aus dem schlechten Resultat. Marly müsse vorerst keine Projekte zurückstellen. Doch auch das Budget 2014 sieht ein Defizit von 1,6 Millionen Franken vor. «Wir wissen schon lange, dass die Zukunft finanziell nicht rosig wird», sagt Helbling. Der Gemeinderat analysiere die Finanzen deshalb seit Anfang Jahr. Dabei teile er die Ausgaben in drei Kategorien ein: die gebundenen, die teilgebundenen und jene, die in der Kontrolle der Gemeinde liegen. «Wir werden schauen müssen, bei welchen Posten wir noch sparen können.» Jean-Pierre Oertig hält fest, dass die Analyse sehr aufwendig sei. «Wir untersuchen die verschiedenen Punkte grundlegend.» Und für ihn ist klar: «Wir werden den Gürtel in Zukunft enger schnallen müssen.»

Steuererhöhung in der Luft

Und auch eine Steuererhöhung liegt in der Luft. «Natürlich müssen wir auch das diskutieren», sagt Helbling. Der Gemeinderat wolle die Finanzanalyse bis Ende Sommer abschliessen und an der Generalratssitzung im Oktober präsentieren. «Bevor wir eine Steuererhöhung vor den Generalrat bringen, müssen wir aufzeigen, dass wir alle anderen Möglichkeiten überprüft haben», sagt Helbling. Und fügt an: «Wir wollen aber auch gewährleisten, dass die Dienstleistungen der Gemeinde erhalten bleiben.» Gemäss Oertig liegt der Schwerpunkt bei den Schulen, denn dort stehen etliche Investitionen an (die FN berichteten).

Am Mittwochabend in einer Woche werden die Generalräte von Marly über die Jahresrechnung 2013 befinden.

Zahlen und Fakten

Die Schuld der Gemeinde steigt

Die Gemeinde Marly hat 2013 ein Defizit von1,9 Millionen Frankengeschrieben. Sie hat Nettoinvestitionen in der Höhe von knapp3,7 Millionen Frankengetätigt, budgetiert waren Investitionen für knapp 8 Millionen Franken. 2012 investierte Marly netto 1,4 Millionen Franken. Die Gemeinde hat im vergangenen Jahr ordentliche Abschreibungen von knapp 1,3 Millionen Franken und freie Abschreibungen von 5000 Franken getätigt. Die Nettoschuld der Gemeinde ist 2013 von 18,7 Millionen auf22,1 Millionen Frankenangestiegen, pro Kopf von 2416 auf2793 Franken. Die Steuereinnahmen fielen 2013 deutlich tiefer aus als budgetiert (siehe Haupttext), und auch für die kommenden Jahre rechnet die Gemeinde mit einem Rückgang bei den Steuern. Die Gemeinde Marly hat momentan knapp8000 Einwohner, der Steuerfuss liegt bei80 Rappen pro Franken Kantonssteuer.mir

Mehr zum Thema