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Die Gemeinde soll wieder Geld für die Seilbahnen in Charmey sprechen

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Die Verantwortlichen der Bergbahnen Charmey hangeln sich von einer Gemeindeversammlung zur nächsten: Der Betrieb ist nicht rentabel und ohne öffentliche Gelder hätten ihn die Bahnen schon längst einstellen müssen. Auch am Montagabend soll die Gemeinde finanzielle Unterstützung sprechen: Gleich in drei Traktanden geht es an der Gemeindeversammlung von Val-de-Charmey um die Seilbahnen. Der Gemeinderat beantragt der Versammlung, die 2003 beschlossene jährliche Unterstützung für die Bahnen von 250 000 Franken, aufzuheben. Ein Bürger hatte dies an der Gemeindeversammlung im Juni gefordert und mehr Transparenz verlangt: In den vergangenen Jahren hatten die 250 000 Franken nie gereicht, sodass die Gemeinde immer mit höheren Beträgen aushalf (die FN berichteten, siehe auch Kasten).

Bei der Beratung des Voranschlags 2017 wird es anschlies­send um die Unterstützung für die Bahnen gehen. Wie Etienne Genoud, Gemeinderat und Verwaltungsrat der Bahnen, den FN sagt, sind darin 700 000 Franken für die Bahnen vorgesehen. «Ich bin überzeugt, dass die Bevölkerung das Budget gutheissen wird, da es insgesamt ausgeglichen ist», sagt er. Die 700 000 Franken sind für den Betrieb der Bahnen im kommenden Jahr nötig – ab dem 1. Januar, wie Genoud betont. Was heissen will: Bewilligt die Versammlung den Betrag nicht, können die Bahnen die Wintersaison nicht beenden.

Schliesslich beantragt der Gemeinderat der Versammlung einen Kredit von 260 000 Franken für die Erneuerung der Konzession für die Gondelbahn Rapido Sky. Die Konzession läuft am 31. Juli 2017 aus; bis dann muss die Betreibergesellschaft ein Dossier mit den geplanten Arbeiten für die Erneuerung einreichen.

Die 260 000 Franken genügen jedoch nicht; die Kosten für die Erneuerung werden auf insgesamt 2,1 Millionen Franken geschätzt. Die Seilbahnen hoffen deshalb auf die Unterstützung des Kantons. Anfang Oktober traf der Verwaltungsrat die drei Staatsräte Beat Vonlanthen, Georges Godel und Maurice Ropraz. «Sie sagten uns, dass es für sie ausgeschlossen ist, dass der Betrieb der Bahnen in Charmey eingestellt wird», sagt Genoud. Der Verwaltungsrat habe den Staatsrat um eine konkrete Zusicherung finanzieller Unterstützung über den Tourismusfonds gebeten und gehofft, vor der Gemeindeversammlung eine Antwort zu erhalten. «Bisher haben wir nichts gehört, doch die Zeit drängt», sagt Genoud. Spreche der Kanton eine finanzielle Unterstützung, so werde der Verwaltungsrat auch den Greyerzer Regionalverband um einen Beitrag bitten. Genoud stellt zudem klar: «Die 260 000 Franken der Gemeinde werden nur verwendet, wenn wir auch Unterstützung vom Kanton erhalten.»

Verkauf der Abos läuft gut

Trotz vieler Ungewissheiten und Schwierigkeiten zeigt sich Etienne Genoud optimistisch: Der Verkauf der Skiabos sei besser angelaufen als im vergangenen Jahr. «Das zeigt, dass die Bevölkerung uns unterstützt.» Auch hätten die Bahnen im November bereits einen Tag öffnen können, als es schneite. Für die reguläre Eröffnung der Wintersaison, die heute stattfindet, fehlt der Schnee nun. «Aber wir sind nicht die Einzigen, die auf Schnee hoffen», sagt Genoud dazu.

Chronologie

Strukturelle und finanzielle Probleme

Im Herbst 2012 wurde erstmals publik, dass die Bergbahnen Charmey in finanziellen Schwierigkeiten stecken. Die Verantwortlichen machten damals als Gründe Mehrkosten beim Bau der neuen Sesselbahn geltend. Doch bereits in vorherigen Saisons hatten die Bahnen Verluste verbucht. Die wiederkehrenden Liquiditätsengpässe führten dazu, dass die Gemeinde den Bahnen immer wieder unter die Arme griff. Seit 2012 hat sie die Bahnen im Schnitt mit 770 000 Franken jährlich unterstützt; 2015 belief sich der Beitrag gar auf 950 000 Franken. Aufgrund der Schwierigkeiten trat Anfang 2013 der damalige Verwaltungsrat geschlossen zurück. Ein Experte analysierte die Situation des Tourismus in Charmey gesamthaft und stellte den Bahnen kein gutes Zeugnis aus: Sie hätten die Strukturen nicht an die Anforderungen eines modernen Betriebs angepasst und der Wille zur Zusammenarbeit mit anderen Partnern sei klein. 2013 trat ein neuer Verwaltungsrat an mit dem Auftrag, eine Vision für die Bahnen zu entwickeln. Im April dieses Jahres präsentierte das Gremium eine Strategie auf 25 Jahre hinaus und beantragte, dass die Gemeinde die Bahnen in den kommenden drei Jahren mit jährlich 800 000 Franken unterstütze. Die Gemeindeversammlung lehnte dies im Juni äusserst knapp ab. In der Folge trat der Verwaltungsrat geschlossen zurück; seit Juli ist nun ein neuer Verwaltungsrat im Amt.

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