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Die Geschichte der Freiburger Berufsbildung ist neu erforscht

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Es bedurfte keines Jubiläums und auch sonst keines speziellen Anlasses, um die Geschichte der Freiburger Berufsbildung in einem Buch festzuhalten. Fest steht, dass die Berufsbildung in der Schweiz und auch im Kanton Freiburg ein Erfolgsmodell ist, und dass es dazu eines jahrzehntelangen Aufbaus bedurfte. Dies sagte Christophe Nydegger, Dienstchef des Amts für Berufsbildung, gestern an der Vorstellung des Buchs «Die Ausbildung der Lehrlinge». Das Werk war druckfrisch: Um 9 Uhr sei es angeliefert worden, um 10 Uhr wurde es den Medien präsentiert.

Zumindest die Idee zum Buch ist 2011 im Rahmen eines festlichen Anlasses entstanden: dem 50-Jahr-Jubiläum der Vereinigung des Kantonalen Berufsbildungszentrums. Damals entstand eine Festschrift, welche insbesondere die Kunstwerke, die in und um die Berufsbildungszentren ausgestellt sind, thematisierte. Mehrere Teilnehmer waren sich einig, dass die grosse Entwicklung der Berufsbildung im Kanton eine historische Forschung verdiene.

Vier Historiker am Werk

Das Forschungsmandat sowie das Verfassen der Texte wurde vier Historikerinnen und Historikern übertragen: Florence Bays, Anne Philipona und Christophe Cottet – alles Lehrpersonen in den Berufsbildungszentren – sowie Jean Steinauer von der Société d’histoire du canton de Fribourg. Für die Grafik und das Layout zeichnete die Berufsfachschule für Gestaltung Freiburg, Eikon, verantwortlich. Der Arbeitgeberverband und die Handels- und Industriekammer unterstützten das Werk finanziell.

An der Geschichte der Berufsbildung lässt sich im Wesentlichen auch die Entwicklung der Freiburger Gesellschaft ablesen. So sagte die Autorin Anne Philipona, dass die Lehrlingsausbildung häufig privat oder auch in den «abbayes», den Freiburger Zünften, organisiert war. Handwerk wurde bei den Meistern nach den Regeln der Zünfte gelernt.

Erst als die erste Welle der Industrialisierung und auch die Eisenbahn Freiburg erreichten, entwickelte sich parallel zur Wirtschaft auch die Berufsbildung. Die ersten Berufsschulen entstanden um 1890, etwa die neue Berufsschule «Ecole des métiers». Im kaufmännischen Bereich kümmerte sich die Gesellschaft der Handelstreibenden gemeinsam um die Ausbildung des Nachwuchses. 1895 entstand das Gesetz zum Schutz der Lehrlinge und der Arbeiter. In jener Zeit fanden auch erste Lehrabschlussprüfungen statt, zuerst nur mündlich, später auch praktisch. Philipona stellte fest, dass zu jener Frühzeit die Frauen bereits 40 Prozent der Lehrlinge ausmachten.

Co-Autorin Florence Bays erkannte, dass insbesondere in den 30 Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg die Lehre ein wichtiges Elemente der Freiburger Industrialisierung wurde. Viele Auszubildende wurden von ausserhalb des Kantons angezogen. Allerdings lockten damals noch kaum finanzielle Anreize: Hatte ganz früher die Lehre den Auszubildenden, respektive dessen Eltern, etwas gekostet, so war es noch lange so, dass ausgebildete Berufsleute kaum mehr verdienten als nicht-ausgebildete. 1969 belegte Freiburg mit seiner Anzahl Lehrlinge im Verhältnis zur Bevölkerung den 21. Platz aller Schweizer Kantone. Heute ist Freiburg ungefähr im Mittelfeld.

Einen entscheidenden Schritt bildete das Berufsbildungs­gesetz von 1963. 1973 wurde die Sekundarschule obligatorischer Teil des Freiburger Schulsystems, und fortan wurde die Berufslehre zu einem Mittel der sozialen Integration, so Anne Philipona. Nicht zuletzt dank der Berufslehre wurden Gräben zwischen Stadt und Land sowie zwischen den sozialen Schichten überbrückt.

Zur Publikation

Auf Französisch und Deutsch

Das Buch «Die Ausbildung der Lehrlinge» durch das Amt für Berufsbildung ist in einer Auflage von 1500 Exemplaren erschienen: 1000 auf Französisch und 500 auf Deutsch. Die Publikation ist auf Französisch 152 und auf Deutsch 148 Seiten dick. Es umfasst zwölf Kapitel, welche drei Zeitspannen umfassen: die Umsetzung des Dispositivs (1880–1940), die dreissig goldenen Jahre (1940–1970) und die Phase bis heute. Das Buch steht dem Amt für Berufsbildung sowie den Berufsbildungszentren zur Verfügung. Es wird zu kaufen und in allen Bibliotheken erhältlich sein. Das grafische Konzept und das Layout wurden von der Berufsfachschule für Gestaltung, Eikon, umgesetzt. Der Umschlag orientiert sich an der Fassade des Berufsschulgebäudes «Boucle». Der Schrifttyp soll Legasthenikern das Lesen erleichtern.

uh

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