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Die Geschichte eines Sommers in schwarz-weissen Polaroidbildern

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Die Arbeit als Pressefotograf sei interessant und vielseitig, oft aber auch frustrierend: Das sagt der Freiburger Fotograf Pierre-Yves Massot, der unter anderem für die Liberté und die FN gearbeitet hat. Vor einigen Jahren habe er angefangen, sich von der narrativen Bildsprache zu lösen, wie sie bei der Zeitungsarbeit gefragt sei. Parallel dazu begann Massot 2007 ein Studium der Soziologie und der Kunstgeschichte, das er 2013 abschloss. Derzeit lebt und arbeitet er im Künstleratelier «im Wedding» in Berlin, das ihm der Kanton Freiburg für sechs Monate zur Verfügung gestellt hat.

Wie aus einer anderen Welt

Wie seine neue Bildsprache aussieht, zeigt der 36-Jährige jetzt in einer Ausstellung im Fri Art in Freiburg. Direktor Balthazar Lovay hat ihm dazu den ganzen ersten Stock der Kunsthalle zur Verfügung gestellt. Im Hauptsaal präsentiert Massot Bilder aus seiner Serie «Where My Mind Is». Es handelt sich um bisher unveröffentlichte schwarz-weisse Polaroidfotos, gescannt und auf Ink-Jet-Papier im Format 60 x 60 Zentimeter aufgezogen. Der Tenor ist melancholisch und düster, gleichzeitig wirken die Bilder poetisch, magisch–ein bisschen wie aus einer anderen Welt.

Eingefangen ohne Plan

«Die Fotografien sollen die Fantasie der Betrachter anregen», so Pierre-Yves Massot. «Jeder kann darin seine eigene Interpretation, seine eigene Geschichte finden.» Alle Bilder der Serie hat Massot im Sommer 2010 aufgenommen, die meisten auf einer Ferienreise in der Slowakei, einige auch in der Schweiz. «Sie sind wie von selbst entstanden», sagt der Fotograf im Rückblick. «Es ist eine Sammlung von Augenblicken, eingefangen ohne konkreten Plan.»

Erst als er die Fotos später gesichtet und sortiert habe, habe er festgestellt, dass sie eine Geschichte erzählten: «keine autobiografische, aber eine autofiktionale», wie er es formuliert. Es ist nicht nur die persönliche Geschichte eines Sommers, sondern auch eine Sammlung von Motiven, die eine kollektive Bedeu- tung haben: Symbole wie der Apfel, das Feuer oder das weisse Pferd.

Mit der Digitalkamera

Im gleichen Zeitraum entstand die Serie «Entre parenthèses»; Auszüge daraus stellt Massot in einem zweiten Raum aus. Diese Fotos hat er mit einer kleinen Digitalkamera aufgenommen, die er immer bei sich hat. Die Serie ist 2013 in Buchform erschienen; der Band ist während der Ausstellung in der Kunsthalle erhältlich.

Menschen in Berlin

Seine Suche nach neuen fotografischen Wegen setzt Pierre-Yves Massot nun bis Ende Juni im Berliner Atelier fort. Dort arbeitet er an einer Reportage über die Anziehungskraft der Stadt Berlin und über die Mobilität des modernen Menschen. Dazu beobachtet er sich selbst, interviewt aber auch andere Menschen, die aus verschiedenen Städten und Ländern nach Berlin gezogen sind. Das Projekt sei künstlerisch und soziologisch, so Massot. «Es zeigt aber auch, dass ich immer noch an die dokumentarische Kraft der Fotografie glaube.»

Kunsthalle Fri Art, Kleinrahmengasse 22, Freiburg. Bis zum 6. April. Mi. und Fr. 12 bis 18 Uhr, Do. 12 bis 22 Uhr, Sa. und So. 13 bis 18 Uhr. Am Mi., 19. März, findet ein Abend mit Videoprojektionen und Musik statt, an dem unter anderem Pierre-Yves Massot und die Freiburger Musikerin Kassette teilnehmen (Beginn 20 Uhr).

«Die Fotografien sollen die Fantasie der Betrachter anregen.»

Pierre-Yves Massot

Fotograf

Loebs/Beloufa: Installationen und Videokunst

P arallel zu den Fotografien von Pierre-Yves Massot zeigt das Fri Art neue Arbeiten von zwei weiteren Künstlern: Der Amerikaner Jason Loebs (Jahrgang 1981) nähert sich auf vielfältige Art dem Thema Wärme, und der franko-algerische Künstler Neïl Beloufa (1985) stellt vier Videoarbeiten vor.

Jason Loebs bespielt mit seinen Installationen das Erdgeschoss der Kunsthalle. Er beschäftigt sich mit der Thermodynamik als Mittel der Kunst aber auch der gesellschaftlichen Kontrolle. So zeigt er etwa Fotos, die er in seinem Atelier mit einer Wärmebildkamera aufgenommen hat, wie sie sonst zur militärischen Überwachung gebraucht wird. In Vitrinen sind gewöhnliche Kassenzettel zu sehen, die heute meist auf Thermopapier gedruckt sind. Loebs hat sie mit einem Bügeleisen geschwärzt, um die Hinweise auf das, was er eingekauft hat, zum Verschwinden zu bringen.

Neïl Beloufa eröffnet mit seinen Videos den neuen Projektionsraum im Untergeschoss des Fri Art. Er befasst sich mit filmischen und dokumentarischen Codes, indem er seine Filme ungeahnte Wendungen nehmen lässt und systematisch Zweifel provoziert. cs

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