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Die Grabplatte bleibt in der Liebfrauenkirche

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Autor: Nicole JEgerlehner

Freiburg Eines der ältesten Beispiele einer Liegefigur in der Westschweiz: das hat der Archäologische Dienst des Kantons Freiburg im Mai in der Stadtfreiburger Liebfrauenkirche gefunden (die FN berichteten). Auf einer erstaunlich gut erhaltenen Grabplatte ist der liegende Ritter Peter Rych zu erkennen.

Fund wegen Renovation

Auf den ausserordentlichen Fund sind die Archäologen gestossen, da die Liebfrauenkirche renoviert wird. Weil dabei für die neuen Heizungskanäle einiges zerstört werden muss, nimmt der Archäologische Dienst Ausgrabungen vor.

Nun steht fest, was mit der Platte passiert: «Wir werden sie rausnehmen», sagt Archäologe Gilles Bourgarel. Denn eine der Möglichkeiten – die billigste – wäre gewesen, die Grabplatte im Boden zu belassen. Die Archäologen hätten zwar mehrere Abgüsse gemacht, doch dann wäre der Boden wieder zugeschüttet worden.

13 000 Franken Mehrkosten

Dank der finanziellen Unterstützung des Vereins «Freunde der Archäologie» kann die Grabplatte aber nun für alle sichtbar gemacht werden: Der Verein kommt für die Zusatzkosten von 13 000 Franken auf, wie Gilles Bourgarel bestätigt. Ein Spezialist entfernt die Platte aus dem Boden, was einiges Geschick verlangt, da die Grabplatte doch einige Risse aufweist. Einmal draussen, wird die Platte restauriert. Danach erhält sie ihren neuen Platz im Boden bei der Rosenkranz-Kapelle – wo die Besucherinnen und Besucher sie sehen.

Auch das Freiburgische Museum für Kunst und Geschichte hatte Interesse an der Grabplatte gezeigt. Doch die Archäologen freuen sich über die jetzt gefundene Lösung: «Wir lassen die Dinge in dem Gebäude, in denen wir sie finden», sagt Bourgarel. «Das ist unser Prinzip.» Darüber freue sich auch die Vereinigung «Freunde der Liebfrauenkirche», fügt Bourgarel an.

Dass Peter Rych ausgerechnet bei der Rosenkranz-Kapelle zu liegen kommt, ist kein Zufall: «Hier steht die mittelalterliche Architektur im Zentrum», sagt Bourgarel. «Ins Kirchenschiff hätte die Platte nicht gepasst, dort hat es zu viele Stilelemente aus dem 18. Jahrhundert.»

Ist die Grabplatte entfernt, gräbt der Archäologische Dienst weiter. Das Grab von Peter Rych werden sie nicht finden, «das liegt anderswo», sagt Bourgarel. «Wir erwarten aber doch noch interessante Funde.»

Mitglied des Kleinen Rates

Auf der Grabplatte ist Peter Rych deutlich zu erkennen, obwohl die Platte im 13. Jahrhundert angefertigt worden ist. Er liegt da, mit Helm, Kettenhemd und Sporen gekleidet; unter dem Kettenhemd trägt er eine Tunika mit plissierten Ärmeln und darüber ein ärmelloses Überkleid.

Peter Rych war 1264 Mitglied des Kleinen Rates der Stadt Freiburg und in den Jahren 1283 und 1285 Leiter des Bürgerspitals. Das Schild mit den drei goldenen Hähnen auf blauem Grund entspricht dem Wappenbild der Familie Rych.

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