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Die Gratwanderung zum Risiko

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Die Gratwanderung zum Risiko

Motocross-SM – Der Alterswiler Roger Chatton ist 14.

Mit zwei siebten Rängen an den letzten Rennen in Genf schloss der 22-jährige Alterswiler Roger Chatton die Schweizer Motocross-Meisterschaften ab. Im Schlussklassement der Kategorie «Swiss Masters Open» belegt er den 14. Rang.

Mit ROGER CHATTON
sprach GUIDO BIELMANN

Ein Leistungssportler wie Sie will gewinnen. Der 14. Schlussrang dürfte nicht ganz das sein, was Sie sich zum Ziel gesetzt hatten?

Nein, sicher nicht. Aber ich hatte anfangs Saison im ersten Rennen in Frauenfeld einen Unfall. Bei einem Absprung versetzte es das Hinterrad. Ich stürzte. Nach mehreren Saltos flog ich noch durch die Abgrenzung. Dabei erlitt ich in der Schulter
Bänderanrisse und eine Verletzung der Gelenkkapsel. Deswegen konnte ich in sechs Schweizer Meisterschaftsrennen nicht starten. Das bedeutete eine grosse Einbusse von Punkten.

Was wäre also sonst Ihr Ziel gewesen?

Wenn ich alle Rennen hätte fahren können, wäre ein Rang unter den ersten Zehn realistisch gewesen.

Von aussen betrachtet ist Motocross ein gefährlicher Sport. Wie sehen Sie das?

Vieles ist gefährlich. Es kommt nur drauf an, wie man es macht. Im Motocross wird man nur besser, wenn man schneller fährt und an die Grenzen geht. Man befindet sich immer auf der Gratwanderung zwischen seinen eigenen Limiten und dem Risiko. Wenn man seine Limiten überschreitet, wird es gefährlich. Ein Sturz bei hohem Tempo im Motocross hat eben weit grössere Auswirkungen, als wenn man zu Fuss stürzt.

Wo sehen Sie Steigerungsmöglichkeiten für die nächste Saison?

Ich fahre in der schnellsten Kategorie, die es in der Schweiz gibt, die Swiss Masters Open. Mein Ziel nächstes Jahr ist ein Rang unter den Topten. Aber man muss wissen, dass sieben Piloten Profis sind. Die Konkurrenz ist enorm gross. Ich habe noch Steigerungsmöglichkeiten im Mentalen, aber auch in der Kondition. Obwohl dies viele von aussen nicht sehen, ist das Physische bei uns im Motocross ein grosses Thema. Dazu müsste ich einfach mehr Stunden auf dem Töff verbringen. Zurzeit fahre ich jeden Mittwochnachmittag im Training. Dazu schaue ich, dass ich jedes Wochenende von Januar bis November irgendwo fahre.

Sie selber arbeiten als Schreiner in Schwarzenburg. Haben Sie ein Vollpensum?

Vergangenen Sommer habe ich erstmals auf 90 Prozent reduziert. Am Mittwochnachmittag gehen wir immer nach Niederbipp. Da nehme ich auch ein paar Kinder mit, die ich trainiere. Und so komme ich selber auch noch zum Fahren.

Motorsport ist bekanntlich nicht eine billige Angelegenheit. Welches Budget haben Sie pro Jahr?

Es ist schwierig zu beziffern. Zunächst habe ich zwei Töffs, die je 12 000 Franken kosten. Dazu kommt eine Ausrüstung von 6000 Franken. Ich brauche dreissig Pneus pro Saison. Das macht 3000 Franken. Dazu kommt das ganze Verschleissmaterial. Ich brauche einen Kleinbus. Kosten habe ich auch im Winter, weil wir immer nach Italien zum Training fahren müssen. Die Gesamtrechnung habe ich noch nie gemacht. Aber materialmässig werde ich etwa zu 80 Prozent vom Sponsor, Yamaha Schweiz, unterstützt. Aber ebenso wichtig ist die ganze Unterstützung durch meine Eltern, Verwandten und Bekannten. Denen sage ich allen vielmals danke.

Welche längerfristigen Ziele haben Sie?

Ich möchte in der Schweizer Meis-
terschaft unter die ersten fünf gelangen.

Die WM ist kein Thema?

Nein, dafür reicht schon das Budget nicht. Die WM ist eine andere
Welt. Obwohl: Die besten nationalen Fahrer der Schweiz können an der WM unter die ersten fünf fahren. Also ist das Schweizer Niveau hoch, und man hat gewisse Chancen. Aber ich müsste jetzt vollprofessionell trainieren, um in drei Jahren dahin zu gelangen. Aber vielleicht fahre ich mal an EM-Läufen. Ich bin bisher einmal gefahren und Neunter geworden.

Roger Chatton: 22-jährig. Wohnort Alterswil. – Beruf Schreiner. – Frühere Erfolge: Schweizer Meister sowie Schweizer Vize-Meister der Kat. National 125 ccm; Schweizer Vize-Meister Junioren 125.

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