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Die Grünen wollen die Linke stärken

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Bei den letzten eidgenössischen Wahlen hofften die Grünen auf den Fukushima-Effekt: Im März 2011 verwüsteten ein Erdbeben und ein Tsunami weite Küstenstriche Japans. Sie verursachten eine Nuklearkatastrophe, und weltweit wurde der Ausstieg aus der Atomkraft thematisiert–ein Kernthema der Grünen. Doch die Grünen des Kantons Freiburg konnten bei den Wahlen im Herbst 2011 nicht zulegen. Ganz im Gegenteil: Sie verloren im Vergleich zu 2007 sogar 1,3 Prozentpunkte des Wähleranteils und kamen nur noch auf fünf Prozent.

«Auf Gemeindeebene holten wir nach Fukushima mehr Mandate als je zuvor», sagt Luc Bardet, Kantonalpräsident der Grünen. «Das lag aber nicht an Fukushima, sondern daran, dass wir in viel mehr Gemeinden antraten.» Eine ähnliche Strategie fahren die Grünen nun auch für die Nationalratswahlen am 18. Oktober: Sie treten mit Kandidatinnen und Kandidaten aus fünf verschiedenen Bezirken, aus der Stadt, aus der Agglo und vom Land an. «Wir sind sehr breit aufgestellt», sagt Bardet und betont, dass die Liste auch jünger ist als bei den letzten Nationalratswahlen.

Was er nicht anspricht: Auf der Liste fehlt die Spitzenkandidatin von 2011. Die Stadtfreiburgerin Christa Mutter hatte damals 5167 Stimmen geholt–und lag damit fast 1800 Stimmen vor der nächsten grünen Kandidatin. Doch dieses Mal haben sich die anderen Kandidatinnen und Kandidaten gegen Christa Mutter gewehrt. An den Nominationsversammlungen der Grünen ging es entsprechend hoch zu und her. Bardet will aber nicht von einer Spaltung der Freiburger Grünen sprechen: «Die Entscheide fielen immer grossmehrheitlich.»

Die hitzigen Diskussionen an den Versammlungen seien natürlich nicht das gewesen, was er sich in Sachen Kommunikation gewünscht hatte, sagt Bardet. «Aber die Grünen Freiburg debattieren nun einmal gerne, das gehört dazu.» Zudem gehe es bei den Auseinandersetzungen nicht um die Ziele. «Wir haben alle die gleiche Vision, doch sehen wir einen anderen Weg, um sie umzusetzen.»

Dass Christa Mutter nun nicht mehr für den Nationalrat antrete, sei ein Entscheid der Generalversammlung, «das akzeptiere ich». Sie habe immer viele Stimmen gesammelt: «Christa Mutter ist sehr bekannt.» Aber auch ihr «nicht immer einfacher Charakter» sei berühmt. «Und dafür wurde sie nun bestraft.» Die Versammlung habe sich für weniger bekannte, aber teamfähige Kandidatinnen und Kandidaten entschieden. «Ich bin sicher, dass wir mit dieser Liste mehr Stimmen holen als bei den letzten Wahlen.»

Die Grünen sind eine Listenverbindung mit der SP, der CSP, der Evangelischen Volkspartei und ihren Jungparteien eingegangen. «Alleine haben wir nicht genügend Wähler, um einen Sitz im Nationalrat zu holen.» Mit der Listenverbindung sei dies aber möglich. Und wenn die Fre iburger Grünen auch diesmal leer ausgingen, «dann wären unsere Stimmen nicht verloren, sondern würden die Linke stärken».

Viele Parteien haben in den letzten Jahren grüne Themen in ihr Programm aufgenommen. «Die Bürger denken nun, dass diese Parteien etwas für die Umwelt tun», sagt Bardet. «Doch das ist nicht wahr.» So habe sich die CVP 2011 für den Ausstieg aus der Atomenergie ausgesprochen–jetzt aber einen Rückzieher gemacht. «Wir haben noch kein konkretes Datum, wann die Schweizer AKW vom Netz gehen.» Und genau das sei das Problem: «Solange klare Regeln zum Atomausstieg fehlen, investieren die Unternehmen nicht in erneuerbare Energien.»

Nicht Umweltschutz lockern

Bardet wehrt sich dagegen, die Umweltschutzgesetzgebung zu lockern, um Anlagen für erneuerbare Energien bauen zu können. «Wir haben noch genügend bereits überbaute Flächen, die wir für erneuerbare Energien nutzen können.» Beispielsweise Hausdächer, auf denen Fotovoltaikanlagen installiert werden könnten.

Ein wichtiges Thema ist auch die Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative der SVP. «Wir wollen die bilateralen Verträge mit der EU erhalten», sagt Bardet. Auch im Kanton Freiburg exportierten zahlreiche Unternehmen in die EU; die Bilateralen brächten ihnen einen grossen wirtschaftlichen Vorteil.

Die FN präsentieren die Ausgangslagen der Listen für dieNationalratswahlen.Bisher erschienen: CSP (9.9.), CVP (12.9.) und FDP (14.9.).

Die Grünen Freiburg debattieren nun einmal gerne, das gehört dazu.

Luc Bardet

Kantonalpräsident Grüne

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Nicole Bardet-Leuenberger

Die 35-jährige Nicole Bardet-Leuenberger ist seit 2011 Generalrätin von Romont und wurde im lokalen Parlament in die Finanzkommission gewählt. Damals kandidierte sie auch für den Grossen Rat und landete auf dem siebten von acht Listenplätzen im Glanebezirk. Die Ökonomin ist Kreditberaterin und Verwaltungsrätin bei der Alternativen Bank Schweiz und hat ein Diplom in Wirtschaftswissenschaften der Universität Lausanne. Ihr sind gesunde Lebensmittel aus einem fairen Handel wichtig. Nach einer Reise nach Kamerun hat sie 2010 zusammen mit Freunden den Verein «Kongui Farm» gegründet, der ein Pilotprojekt für die Entwicklung einer nachhaltigen Landwirtschaft in Nordkamerun unterstützt. Bardet präsidiert den Verein seit dessen Gründung. In ihrer Kindheit und Jugend war sie Pfadfinderin und später in diesem Rahmen Jugend-und-Sport-Leiterin.njb

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Silvia Halbherr-Zehnder

Die 60-jährige Silvia Halbherr-Zehnder ist ein politisch unbeschriebenes Blatt. Die deutschsprachige Seebezirklerin steht für die Politik des Kantonalvorstands, der die Grünen im ganzen Kanton verankern und mit Kandidierenden aus allen Bezirken in den Wahlkampf ziehen will. So hat sie sich an der zweiten Nominationsveranstaltung gegen das langjährige Parteimitglied und Grossrätin Christa Mutter durchgesetzt, die in früheren Jahren die Spitzenkandidatin auf der grünen Nationalratsliste war. Silvia Halbherr aus Muntelier ist Lehrerin. Würde sie in den Nationalrat gewählt, würde sie sich «für den sozialen Ausgleich, aber ebenso für Initiative und Verantwortungsbewusstsein» einsetzen. Zusammen mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen ist sie engagiert im Familien-Start-up, die eine effizientere und verträglichere Chemotherapie entwickeln will.njb

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Laurent Thévoz

Der 67-jährige Laurent Thévoz gehört zu den bekannten Gesichtern auf der Liste: Er war Generalrat in der Stadt Freiburg und sitzt seit 2008 im Grossen Rat. Dort ist er Fraktionspräsident der Gruppe Mitte-links-Bündnis. Der Geograf ist Ko-Präsident des Forums Partnersprache und ist beim Bürgerforum Fridurable engagiert, das die Agenda 21 in der Stadt Freiburg unterstützt. Er hat die Genossenschaft Optima Solar Freiburg mitgegründet und ist Präsident der Wohngenossenschaft Au. Der Saanebezirkler lebt seit jeher im Freiburger Auquartier–abgesehen von jenen Jahren, als er in Bolivien lebte. Der Agnostiker arbeitete dort für die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit und während zehn Jahren für die bolivianische Regierung. Der Grüne mit dem weissen Pferdeschwanz hat drei Kinder: zwei mit seiner Partnerin in Freiburg, und eines, das bei seiner Mutter in Bolivien lebt.njb

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Nicolas Pasquier

Der 37-jährige Nicolas Pasquier arbeitet als Lehrer an der gewerblichen und kaufmännischen Berufsfachschule Bulle. Der Greyerzer hat Erfahrung im Ausland gesammelt: Er hat sein Chemiedoktorat in Deutschland abgeschlossen und mehrere Jahre im chinesischen Shanghai gearbeitet. Pasquier engagiert sich in seiner Wohngemeinde Bulle. So ist er Gründer und Ko-Präsident des Vereins «zum Schutz von Grünflächen in Bulle», der zum Ziel hat, die Raumplanung in der Stadt zu verbessern und Grünräume zu erhalten. Er kritisiert auch das unkontrollierte Bevölkerungswachstum im Kanton Freiburg. Ein politisches Anliegen ist ihm ein kontrolliertes und qualitatives Wirtschaftswachstum, dies durch die Förderung von Innovationen im Energiebereich; aber auch die ökologische Produktion von gesunden Lebensmitteln. Pasquier ist verheiratet und Vater zweier Kinder.njb

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Sylvie Bonvin-Sansonnens

Die 43-jährige Bio-Landwirtin Sylvie Bonvin-Sansonnens aus Rueyres-les-Prés sitzt seit Mai im Freiburger Grossen Rat: Sie ist für den im Februar verstorbenen Grossrat Louis Duc (unabhängig, Forel) nachgerutscht. Bei den Grossratswahlen 2011 war sie noch auf der Liste der Unabhängigen. Im Februar dieses Jahres ist sie nun der Grünen Partei beigetreten. Seit Juni ist die Broyebezirklerin auch Ko-Präsidentin von Bio Freiburg. Damit hat die Vereinigung eine zweisprachige Leitung und möchte so im französischsprachigen Kantonsteil präsenter werden. Sylvie Bonvin war die erste Frau, die im Kanton Freiburg den Titel Meisterlandwirtin erworben hat. Sie schreibt eine Kolumne für das Magazin «Terre» und hat 2013 die gesammelten Kolumnen im Buch «Les chroniques d’une paysanne» herausgegeben. Sie ist verheiratet und hat zwei Töchter.njb

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Marc Antoine Messer

Der 32-jährige Marc Antoine Messer war während fünf Jahren, von 2009 bis 2014, Präsident der Grünen des Kantons Freiburg; zuvor war er bereits deren Vizepräsident. Als Kantonalpräsident wollte er die Grünen im ganzen Kanton bekannt machen. Es entstanden in immer mehr Bezirken und Gemeinden Sektionen; diese Politik verfolgt die Partei auch heute noch. Der Raumplaner, der zurzeit an der ETH doktoriert, wollte bereits 2011 für die Jungen Grünen in den Nationalrat. Von 2004 bis 2012 war er Gemeinderat in Avry, heute sitzt er für seine Wohngemeinde im Agglomerationsrat. Er ist Mitbegründer und Präsident der Grünen Saane. «Wir Grünen schlagen ein anderes Gesellschaftsmodell vor. Um es zu realisieren, engagiere ich mich heute und werde es morgen von Bern aus verteidigen», schreibt der Saanebezirkler auf seinem Facebook-Profil.njb

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Gerhard Andrey

Der 39-jährige Gerhard Andrey sitzt im Vorstand der Grünen Schweiz und ist Vizepräsident der Grünen Freiburg, bekleidet aber zurzeit kein politisches Amt. Der geborene Sensler, der heute im Saanebezirk in Granges-Paccot lebt, ist Mitbegründer und Ko-Geschäftsleiter der Liip AG, die Web-Auftritte realisiert. Gerhard Andrey ist zweisprachig. Der Ingenieur will nach eigener Darstellung als «grüner, erfolgreicher Unternehmer» und mit «lupenreinem Seislertütsch» die Wähler überzeugen. Er setzt sich für die Energiewende ein und pocht darauf, dass die Schweizer Atomkraftwerke baldmöglichst vom Netz sollen. «Wären die Beschlüsse und Termine zum Atomausstieg klar, würden Investitionen in erneuerbare Energien getätigt», sagt Andrey. Er nennt die kommende eidgenössische Wahl denn auch eine Richtungswahl. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.njb

 

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