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«Die Initiative wäre gescheitert»

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Sie taten es schweren Herzens, das war den Mitgliedern von Pro Piscine Freiburg gestern anzusehen: Der Verein hat seine Initiative für ein kantonales Schwimmzentrum zurückgezogen. Die Initiative forderte, dass der Kanton innert drei Jahren ein gedecktes 50-Meter-Becken baut und dessen Finanzierung sicherstellt. Über 10 000 Freiburgerinnen und Freiburger hatten sie unterschrieben. Dennoch glaubten die Initianten nun nicht mehr an ihren Erfolg: «Die Initiative wäre an der Urne gescheitert», sagte Christian Seydoux, Präsident des Initiativkomitees gestern vor den Medien. Seiner Meinung nach hätte das kantonale Schwimmzentrum in der Agglomeration Freiburg Zuspruch gefunden, in den anderen Regionen jedoch kaum.

Diese Einschätzung rührt von der Debatte im Grossen Rat im Februar her: Insbesondere Parlamentarier aus der Stadt und Umgebung stützten die Initiative, die Mehrheit der Grossräte sprach sich aber klar für den Gegenvorschlag des Staatsrates aus (FN vom 13. Februar). Mit diesem übernimmt der Kanton nicht mehr die Verantwortung für ein kantonales Schwimmzentrum, er unterstützt dieses lediglich.

Gemeinden entlasten

«Wir wollten die Kantonalisierung, damit nicht die Gemeinden bezahlen müssen», sagte Seydoux. Denn es sei klar, dass entfernte Gemeinden nicht für ein Schwimmbad in Freiburg aufkommen möchten. «Das heisst aber nicht, dass wir gegen kleinere Schwimmbäder in den Regionen sind.» Der Verein begrüsse Projekte, wie es sie im Greyerzbezirk oder in Romont gebe. Es sei jedoch unbestritten, dass das Kantonszentrum ein grösseres Schwimmbad brauche.

Bei den Initianten war gestern die Enttäuschung spürbar über die fehlende Unterstützung seitens des Kantons. «Er versteckt sich hinter der Subsidiarität und schiebt die Verantwortung auf die Gemeinden», sagte Seydoux. «Dabei wäre das Geld da; das sieht man etwa beim Projekt für die Kaserne Schwarzsee oder bei der Blue Factory. Der Wille fehlt.» CVP-Grossrat und Pro-Piscine-Mitglied André Schoenenweid kritisierte: «Der Staatsrat hat uns nie in die Diskussionen einbezogen.»

Marc-Antoine Gamba, CVP-Grossrat, Arzt und Vereinsmitglied, hielt fest, dass viele Politiker Versprechen gemacht hätten. Aber: «Keiner hält sie.» Er bedauerte den Vorwurf, der Verein wolle ein Schwimmbad für Spitzensportler. «Dabei brauchen wir ein Schwimmbad für die Frauen, welche die Fussballplätze satthaben.» Leuten mit Rückenproblemen, Älteren, Kranken und Kindern–ihnen würde ein Schwimmbad dienen.

Der Leader fehlt

Trotz des Rückzugs der Initiative: Pro Piscine gibt nicht auf. «Wir werden wieder bei den Behörden anklopfen», sagte Cédric Daucourt, Präsident von Pro Piscine. Bereits bei der Lancierung der Initiative sei der Verein bei den Gemeinden, dem Oberamt und dem Kanton vorstellig geworden, jetzt werde er die Runde wieder machen.

Denn was fehlt, ist jemand, der den Lead übernimmt, wie es gestern mehrmals hiess. «Wenn es sein muss, werde ich das machen, schliesslich werde ich im Juni pensioniert», sagte Seydoux kämpferisch. Er hofft immer noch darauf, dass das Schwimmbad zusammen mit der neuen Eishalle im St. Leonhard gebaut wird. Das Quartier St. Leonhard sei bereits eine Sportstätte, das Schwimmbad würde hinpassen, und es könnten Synergien genutzt werden.

Was neben einem Leader fehlt, ist das Geld. Nach Schätzungen von Pro Piscine würde ein neues Schwimmbad 45 Millionen Franken kosten, der Kanton würde 15 Millionen übernehmen. Der Rest wird für die Gemeinden und Private übrig bleiben–doch die gilt es erst zu überzeugen.

Kommentar

Freiburg braucht das Schwimmbad

 Bis Freiburg ein Hallenbad mit einem 50-Meter-Becken hat, wird es wohl noch lange dauern. Diese Sorge bleibt nach der gestrigen Pressekonferenz zurück. Das ist aber nicht das Verschulden des Vereins Pro Piscine. Die Initiative für ein kantonales Schwimmzentrum zurückzuziehen, war ein realistischer Entscheid. Denn tatsächlich hätte das Projekt in den Regionen wohl kaum Unterstützung gefunden, wohl aber den Bau eines Schwimmbads weiter verzögert. In den vergangenen acht Jahren hat der Verein gekämpft–und auch einiges erreicht. Dass der Kanton 15 Millionen Franken sprechen will, ist schliesslich nicht nichts. Aber es ist zu wenig. Denn das Geld ist im Dossier Schwimmbad zwar ein wesentlicher, aber nicht der einzige Faktor. Was es braucht, ist jemand der das Projekt vorantreibt. Dass die Gemeinden im Kantonszentrum dazu weder willens noch fähig sind, hat sich in den letzten Jahren leider gezeigt. Da Schwimmen Schulsport ist und wahrscheinlich einer der gesündesten Sportarten überhaupt, ist es schade, dass sich Staats- und Grossrat aus der Verantwortung gezogen haben. Bleibt zu hoffen, dass Pro Piscine private Investoren findet, so dass sich die Gemeinden doch noch zu einem Projekt zusammenraufen. Denn es braucht dieses Schwimmbad–unbedingt!

Zahlen und Fakten

Subvention von 15 Millionen Franken

Seit 2007 fordert der Verein Pro Piscine den Bau eines Hallenbades mit einem 50-Meter-Becken. Bisher gab es verschiedenste Projektvorschläge, doch keiner wurde konkretisiert. Mit der Initiative hätte der Kanton innert drei Jahren ein Schwimmzentrum realisieren und finanzieren müssen. Durch den Gegenvorschlag soll nun ein kantonales Schwimmzentrum mit 15 Millionen Franken subventioniert werden, regionale Bäder mit sechs Millionen.mir

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