Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Die Interessenvertreter kreuzen die Klingen

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Es besteht dringender Handlungsbedarf im Drei-Seen-Land: Darin waren sich die Vertreter der Landwirtschaft, der Gemeinden und des Natur- und Landschaftsschutzes in zwei Podiumsdiskussionen an der Landsgemeinde einig. Doch welche Schritte zu ergreifen sind, dürfte noch für Spannungen sorgen. Die verschiedenen Interessen seien zu bündeln, sagte Christian Wanner, alt Regierungsrat und Landwirt aus Messen im Kanton Solothurn. «Es wird Auseinandersetzungen geben.»

Für Herbert Känzig vom WWF Freiburg «kann es so nicht weitergehen». Er sei überzeugt, dass die intensive Landwirtschaft keine nachhaltige Lösung ist. «Die Natur leidet darunter.» Futtermais anzubauen, sei nicht effektiv, sagte er und sprach sich für «eine clevere Auswahl der Anbaukulturen» aus. Der Flächenbedarf für ökologische Massnahmen sei nicht enorm, viel Produktionsfläche gehe dadurch nicht verloren.

Auch Christoph Iseli von der Bieler Koordinationsstelle Natur und Landschaft sieht Handlungsbedarf: «Die Kulturlandschaft förderte die Biodiversität. Doch im 20. Jahrhundert passierte das Gegenteil. Der frühere Zustand soll nun wieder möglich sein.» Bei der Gewässerpolitik würden Hochwasserschutzmassnahmen mit Renaturierungen verbunden. Ähnliches solle auch in der Landwirtschaft geschehen.

Als Partner anerkennen

Thomas Wyssa, Gemüse­bauer und Ammann von Galmiz, sagte an der Podiumsdiskussion: «Wir wollen als Partner, die ein Wissen haben, wahrgenommen werden und nicht als solche, die alles kaputtmachen.» Sein Wunsch sei, dass mit diesem Projekt keine Fruchtfolgeflächen zerstört werden. Wyssa sprach sich für den Bau von Gewächshäusern aus. Dort sei die Produktivität fünfmal höher als auf dem freien Feld. Nur so könne die Schweiz ihre wachsende Bevölkerung ernähren. Aus dem Publikum meldeten sich Unterstützer und Kritiker der Landwirte zu Wort. «In den Städten wird alles zubetoniert. Die dort verloren gegangene Natur zwingt man dann den ­Bauern auf», sagte ein Votant. «Wie gehen die Landwirte mit der Problematik des Foodwaste um?», fragte ein anderer. Für Wyssa ist das Gemüse, das nicht in den Handel gelangt, nicht verloren. Es würde als Dünger und Bodenverbesserer auf den Feldern eingesetzt oder in Biogasanlagen zur Strom- und Wärmeproduktion genutzt.

Christelle Luisier, Gemeindepräsidentin von Payerne, sprach sich dafür aus, landwirtschaftliche Flächen zu sichern. Zugleich solle dieser Schutz nicht zu starr sein, appellierte sie als Vertreterin der Zentrumsgemeinden. Denn ansonsten werde jede Weiterentwicklung der Gemeinden verhindert.

Die Vertreterin der ländlichen Gemeinden, Verena Meyer-Burkhard, Gemeindepräsidentin von Mühledorf (SO), stimmte Luisier zu. Dies sei in der Tat ein Problem bei Ortsplanungsrevisionen.

Projekt nicht sofort zerreden

Trotz einiger Differenzen appellierten alle Teilnehmer der Podiumsdiskussionen dafür, die Gestaltung des Drei-Seen-Landes gemeinsam anzupacken. «Für ein erfolgreiches Projekt brauchen wir Geld. Und das gibt es nur, wenn wir zusammen auftreten», sagte Fritz Affolter, Gemeindepräsident von Aarberg (BE). Eine weitere Herausforderung dürfte der Faktor Zeit sein, betonte Luisier. Denn mehrere Kantone mit ihren eigenen Gesetzgebungen und Akteure mit unterschiedlichen Einstellungen träfen aufeinander. Wanner bat deshalb darum, das Projekt «nicht jetzt schon mit Detailfragen zu zerreden». Im Moment gehe es um die gros­sen Linien. «Über das andere reden wir später.»

Mehr zum Thema