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«Die Kilbi soll keine Massenparty sein»

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«Die Kilbi soll keine Massenparty sein»

Autor: Pascal Jäggi

Es ist so eine Sache mit der schönen neuen Downloadwelt im Musikbusiness. Die CD-Verkäufe brechen ein, die Plattenfirmen und Musiker verdienen weniger, also müssen die Konzertveranstalter höhere Gagen bezahlen. Das letzte Glied in der Kette ist der Konsument, und der zahlt drauf, um seine Lieblingsbands zu sehen. Auch das Bad Bonn bittet die Fans an der Kilbi zur Kasse. Statt 38 Franken wie im Jahr 2005 kostet der Tageseintritt nun 59 beziehungsweise 79 Franken (am Sonntag). Warum es sich dennoch lohnt, auch in diesem Jahr vorbeizuschauen, erklären Daniel Fontana, Georges Gobet und Patrick Boschung vom Bad Bonn.

Der Besucher der Kilbi muss tief in die Tasche greifen. Weshalb?

Boschung: Wir haben schliesslich auch unser Budget verdoppelt.

Fontana: Einige Bands kommen exklusiv nach Europa, die sind nun mal nicht gratis. Die Kilbi hat sich in diese Richtung entwickelt, und das kostet halt was.

Ihr macht also nicht mehr Profit als früher?

Fontana: Nein, im Gegenteil. Wenn das Festival ausverkauft ist, schreiben wir knapp positive Zahlen.

Gobet: Und auch das nur, wenn der Blitz nicht einschlägt.

Boschung: Immerhin sieht es nicht schlecht aus, der Vorverkauf läuft sehr gut.

Goutieren die Fans die drastische Erhöhung, oder gab es auch negative Reaktionen?

Fontana: Eigentlich nicht. Sogar Stammgäste, die eher wegen dem Fest kommen, haben kaum gemurrt. Es tut uns gut, dieses Vertrauen zu spüren.

Boschung: Dass gerade die Dreitagespässe, die rund einen Drittel der Billette ausmachen, als erstes ausverkauft waren, zeigt doch, dass die Fans unser Programm schätzen und auch bereit sind, mehr zu bezahlen.

Insgesamt werden höchstens 4200 Personen ans Festival kommen. (Zum Vergleich: Das Gurtenfestival 2008 zog in vier Tagen 56 000 Leute an.) Mehr Leute könnten aber die Entrittspreise drücken. Was spricht dagegen?

Fontana: Wir mögen es lieber übersichtlich. Die Kilbi soll keine Massenparty sein, wie die grossen Festivals, sondern ein Ort, wo man hingeht um Musik zu geniessen.

Woran liegt es, dass der Sonntag nochmal 20 Franken teurer ist als die anderen Tage?

Fontana: Es ist klar: Eine Band wie Sonic Youth zu verpflichten, ist für uns nicht nur ein Traum, sondern auch nicht ganz billig. Da mussten wir schon etwas höher gehen mit den Preisen.

Besteht denn nicht die Gefahr, dass viele Leute nur wegen Sonic Youth kommen und den Rest ignorieren?

Fontana: Naja, wer eine solche Band mag, wird sicher auch das eine oder andere aus unserem Programm schätzen. Schliesslich sind ja auch Sonic Youth nur Insidern bekannt.

Zu einem anderen Thema: Die Bad-Bonn-Kilbi präsentiert in diesem Jahr ein Abfallkonzept. Was genau steckt dahinter?

Gobet: Es hat uns einfach genervt, wenn die ankommenden Bands am Morgen als erstes den mit Bechern übersäten Platz gesehen haben. Neu wird es ein Pfand von zwei Franken auf die wiederverwertbaren Becher geben, um die Leute anzuregen, ihr Leergut zurückzubringen.

Boschung: Es ist auch ein ökologisches Zeichen, denn finanziell gesehen zahlen wir drauf. Ob wir das Konzept weiterführen, wird sich nach der Bilanz zeigen.

Zum Schluss: Gibt es, ausser den «Grossen», ein oder zwei Bands, auf die Ihr euch besonders freut?

Gobet: Ich sage nur: Lightning Bolt. Da rauscht es aber anders!

Fontana: Auch Monotonix muss man mal live gesehen haben. Allerdings spielen die schon ziemlich früh. Das ist ein bisschen riskant, denn sie sind für ihre halsbrecherische Show auf das Publikum angewiesen.

Boschung: Natürlich können wir auch alle anderen Acts empfehlen, immerhin haben wir die ausgesucht!

Fontana: Agent Orange, die als erste spielen, sollte man nicht verpassen. Bei einem Film muss man den Anfang schliesslich auch gesehen haben, um den Schluss zu verstehen.

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