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Die Knacknüsse des Armeechefs

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Wenn der Grossratspräsident an eine Versammlung eingeladen ist, muss er in der Regel erst etwas recherchieren, um mit seiner Ansprache Interesse bei den Anwesenden zu wecken. Bei der Generalversammlung der Freiburgischen Offiziersgesellschaft mit anschliessendem Vortrag von Armeechef Philippe Rebord war dies nicht nötig. Der Sensler Bruno Boschung (CVP) kann nämlich selber auf eine Offizierskarriere zurückblicken, und den heutigen Chef der Armee hatte der damalige Kompaniekommandant Boschung während einer Rekrutenschule als Schulinstruktor.

Boschung erzählte, dass Rebord am Donnerstag vor dem Ende der Rekrutenschule noch eine Nachtübung ansetzte, weil er mit der Disziplin der Rekruten nicht zufrieden war. Er, Boschung, habe zwar eingewendet, dass ein grosser Teil des Korpsmaterials bereits im Zeughaus abgegeben war, doch Rebord sei nicht weichzukriegen gewesen. Die Rekruten mussten zur Nachtübung antreten.

Voneinander gelernt

«Es war 1992 – es ist, als ob es gestern gewesen sei», eröffnete Rebord danach sein Referat. Er habe eine ausgezeichnete Kompanie und einen ausgezeichneten Kompaniekommandanten gehabt, doch in der letzten Woche hätten die Rekruten im ersten Stock der Kaserne jene aus dem zweiten Stock angegriffen, und daraus habe sich eine veritable Wasserschlacht entwickelt. Rebord liess die Rekruten ihren Kampfanzug wieder fassen und sie vier Kilometer in einem Flussbett laufen. «Danach herrschte absolute Ruhe», so Rebord.

25 Jahre später überreichte Rebord Boschung ein Sackmesser des Chefs der Armee und sagte, er sei stolz auf den höchsten Freiburger. «Wir haben viel voneinander gelernt.»

Zivildienst nach der RS

Rebord, der Anfang Jahr das Amt des Armeechefs von André Blattmann übernommen hat, präsentierte den Offizieren anschliessend die Herausforderungen, welche auf die heutige Armee warten.

Der Walliser ging auf die Dienstpflicht ein. Der Prozentsatz an Untauglichen sei stabil geblieben, dafür aber nehme die Zahl der Zivildienstleistenden zu: «2017 registrieren wir eine Erhöhung um 10 Prozent, und sogar um 20 Prozent nach Abschluss der RS.» Dass immer mehr Schweizer nach Beginn der Rekrutenschule zum Zivildienst wechselten, sei auf beruflichen Opportunismus zurückzuführen. Rebord hofft auf eine Änderung des Zivildienstgesetzes, damit der Trend nach 2020 stoppt.

Sorgen bereitet Rebord die Luftwaffe. Im Sommer entscheidet das Parlament über die Verlängerung der Lebensdauer der F/A-18. «Wenn das nicht genehmigt wird, haben wir 2025 kein Kampfflugzeug mehr», so Rebord. Weiter brauche es ein Boden-Luft-Abwehrsystem: «Es geht um das Überleben der Luftwaffe.» Schliesslich zeigte sich der Chef der Armee besorgt über den Stand der Cyber-Abwehr: «Wir haben 20 Jahre Rückstand.» Nun sei zwar eine Entflechtung des Cyber-­Bereichs von der Swisscom eingeläutet. Für Rebord ist aber unsicher, wie die Armee genug Cyber-Soldaten findet, denn die Konkurrenz durch die Privatwirtschaft sei gross.

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