Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Die Köche motivieren, nicht zwingen

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Ziel der kantonalen Landwirtschaftspolitik soll die Förderung eines gesunden, nachhaltigen und regionalen Nahrungsmittelangebots sein – in den Restaurants, Kantinen und Mensen von Staatsbetrieben, aber auch generell. So will es der aktuelle Entwurf zur Änderung des Landwirtschaftsgesetzes, welchen der Staatsrat dem Grossen Rat vorlegt, wie er diese Woche mitteilte. Hintergrund ist eine Motion von Grossrat Ruedi Schläfli (SVP, Posieux) und Alt-Grossrat Romain Castella (FDP, Albeuve) aus dem Jahr 2014. Die Kantonsregierung will deren Forderungen «mit einer Anreizstrategie» beantworten, die auf neuen Bestimmungen dieses Gesetzes basieren werde – und dies über den von Schläfli und Castella angesprochenen Bereich der staatlichen Mensen und Restaurants hinaus.

Konsumenten sensibilisieren

Als Beispiele für Massnahmen und Projekte erwähnt der Staatsrat in seiner Botschaft unter anderem Informationskampagnen zur Sensibilisierung von Konsumentinnen und Konsumenten, insbesondere an Schulen, aber auch die Ausbildung von Köchen, die Marktforschung, die Förderung von Informationsplattformen über Produkte und deren Verfügbarkeit sowie die Aufwertung kurzer Transportwege für die Beschaffung von Nahrungsmitteln. Auch bei nicht heimischen Produkten wie Kaffee, Tee oder Reis müssen laut dem Staatsrat weiterhin Anstrengungen unternommen werden, um mehr geschützte Ursprungsbezeichnungen und geografische Angaben einzutragen.

Andererseits sei auch vorgesehen, gewisse Anreizmassnahmen wie die Beteiligung des Staates an den Kosten für die Zusammenarbeit mit dem Indikator für eine umweltverträgliche Ernährung «Beelong» über die Budgets für die nachhaltige Entwicklung zu finanzieren. Die Frage einer Abwälzung zusätzlicher Kosten auf die Restaurants, die zu einem regionalen Angebot verpflichtet seien, lasse sich diskutieren, so der Staatsrat. Es sei jedoch nötig, dass die Küchenchefs motiviert und nicht gezwungen seien, solche Schritte zu unternehmen. Daher habe man sich grundsätzlich für eine Anreizstrategie entschieden.

Im Dezember vors Parlament

«Das Wichtigste bleibt aber, das Personal der öffentlichen Gemeinschaftsgastronomie im Kanton entsprechend auszubilden und auf heimische Produkte zu sensibilisieren», sagt Samuel Russier, Generalsekretär der Direktion der Institutionen und der Land- und Forstwirtschaft. Letztlich erhoffe sich der Staatsrat von dieser Gesetzesänderung nicht nur eine Stärkung der einheimischen Produkte, sondern auch eine weitere Verbesserung der Situation der Freiburger Landwirte im Allgemeinen. Die Vorlage soll gemäss Russier noch im Dezember vor den Grossen Rat und im Idealfall spätestens im Juli 2018 in Kraft treten.

Gar nicht zufrieden mit der Botschaft des Staatsrats ist Co-Motionär Ruedi Schläfli, Präsident der kantonalen SVP. «Ich bin etwas enttäuscht von der Kantonsregierung», bemerkte er gestern auf Anfrage. «Denn diese Vorlage geht in ihrer schwammigen Formulierung viel zu wenig weit. Man darf regionale Produkte fördern, muss es aber nicht.» Namentlich vermisse er einen Passus, welcher den Restaurationsanbietern in Staatsbetrieben einen substanziellen Anteil an einheimischen Nahrungsmitteln vorschreibt. Dass es hier ein Problem gebe, beweise die Eröffnung einer Subway-Filiale in einer staatlichen Hochschule (die FN berichteten). «Unsere Produzenten, die jahrelang Steuern zahlen, wurden dort nicht berücksichtigt.»

Auch Grossrat Fritz Glauser (FDP, Châtonnaye), Präsident des Freiburgischen Bauernverbands, spricht von einer «Ultra-Light-Version» des Staatsrats, die dem ursprünglichen Anliegen von Schläfli und Castella in keiner Weise gerecht werde.

«Diese Vorlage geht in ihrer schwammigen Formulierung viel zu wenig weit. Man darf regionale Produkte fördern, muss es aber nicht.»

Ruedi Schläfli

Grossrat, SVP-Kantonalpräsident

Mehr zum Thema