Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Die Küken – Lieblinge des Publikums

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Wenn zur Osterzeit die Küken ins Naturhistorische Museum Freiburg kommen, dann ist der Publikumsaufmarsch garantiert: 2014 etwa kamen 26 000 Besucherinnen und Besucher, um den Küken beim Schlüpfen zuzusehen und ihre ersten wackeligen Schritte zu beobachten. In nur fünf Wochen zählte das Museum damit 40 Prozent der Eintritte des gesamten Jahres. Noch extremer präsentierte sich die Situation im Rekordjahr 1996: Über 76 000 Besucher kamen damals ins Museum; davon gingen 45 000 auf das Konto des Federviehs.

Attraktion Schaubrutkasten

 Dieses Jahr findet die Kükenausstellung zum dreissigsten Mal statt (siehe auch FN vom 14. März). Die Anfänge liegen allerdings bereits im Jahr 1982 und gehen auf eine spontane Idee des damaligen Direktors André Fasel zurück: Von einem befreundeten Legehennenzüchter beschaffte er sich fünfzig männliche Küken, für die der Züchter keine Verwendung hatte. Die Museumsbesucher konnten die Küken nicht nur beobachten, sondern durften sie auch in den Händen halten und streicheln.

Dieses Angebot stiess auf ein so grosses Echo, dass die Ausstellung ab 1983 jedes Jahr stattfand. Im Mittelpunkt stand der Schaubrutkasten–damals etwas völlig Neues–, der es ermöglichte, den Küken beim Schlüpfen zuzuschauen.

Kantonstierarzt griff ein

In den folgenden Jahren entwickelte sich die Ausstellung stetig weiter, und das Publikumsinteresse erreichte Ende der Neunzigerjahre seinen Höhepunkt. Doch gleichzeitig meldeten sich auch immer mehr kritische Stimmen, die mit Verweis auf das Tierwohl die Praxis infrage stellten, dass die Besucher die Küken anfassen durften. Im Jahr 2000 reagierte der Kantonstierarzt und verbot das Berühren der Tiere. Das Museum beschloss in der Folge, ganz auf die Kükenausstellung zu verzichten. Von 2001 bis 2008 fanden Osterausstellungen zu anderen Themen statt. Erst 2009 kehrten die Küken ins Museum zurück, jetzt aber ohne Berühren.

 «Die Sensibilität hat sich in den letzten zwanzig Jahren geändert», sagt Emanuel Gerber, Vizedirektor des Museums. Vor fünfzehn Jahren verteidigte das Museum seine Praxis mit dem Hinweis, dass die erst wenige Tage alten Küken noch keinen Fluchtreflex und darum auch kein Stressempfinden hätten und dass die Natur mit den Tieren viel weniger zimperlich umgehe. Die Küken hätten das Anfassen und Streicheln gut vertragen, sagt Emanuel Gerber auch heute noch. «Trotzdem bin ich froh, dass wir das jetzt nicht mehr machen.»

«Es geht auch anders»

Es sei auch gut gewesen, die Kükenausstellung nach dem Verbot einige Jahre ausfallen zu lassen, so Gerber weiter. «So konnten wir das Publikum ‹entwöhnen› und uns selber darauf einstellen, dass es auch anders geht.» Nach Ausstellungen zur Schokolade, zum Zucker, zum Hasen und zum Ei seien die österlichen Themen irgendwann erschöpft gewesen. Darum kehrte das Museum 2009 zu den Küken zurück–und knüpfte sofort an die früheren Erfolge an.

Naturhistorisches Museum, Museumsweg 6, Freiburg. Bis zum 19. April. Täglich 14 bis 18 Uhr. www.nhmf.ch.

Das Schlüpfen der Küken im Brutkasten fasziniert Jahr für Jahr kleine und grosse Besucher.Die frisch geschlüpften Küken bleiben einen Tag im Brutkasten …… und kommen anschliessend für etwa zehn Tage ins Gehege.

Hinter den Kulissen: Klarer Ablauf vom Kühlschrank bis zum Brutkasten

W ährend der Ausstellung schlüpfen im Museum jeden Tag zwanzig Hühner- und fünf Wachtelküken. Nach einem Tag im Brutkasten ziehen sie ins Gehege um, wo sie etwa zehn Tage bleiben. Danach werden sie an Züchter abgegeben.

Damit alles reibungslos funktioniert, braucht es hinter den Kulissen klar geregelte Abläufe. Die von einer Hühnerfarm gelieferten Eier werden einzeln mit einem Datum beschriftet und in einem Kühlschrank aufbewahrt. Jeden Tag kommen die jeweiligen Eier in einen abgeschlossenen Brutschrank, in dem sich die Küken entwickeln können. Die Brutzeit beträgt für Hühnerküken 21 und für Wachtelküken 17 Tage. Regelmässig werden die Eier von Museumsmitarbeitern kontrolliert und gewendet.

Sobald die Tiere anfangen, die Eierschale zu durchbrechen, kommen sie in den Brutkasten im Ausstellungsraum, wo die Besucherinnen und Besucher ihnen beim Schlüpfen zusehen können. Dabei vollbringen die Küken, die gerade mal rund 40 Gramm wiegen, Schwerstarbeit: Mehrere Stunden müssen sie gegen die Schale picken, bis ein Loch entsteht; danach dauert es noch einmal rund vier Stunden, bis sie sich aus dem Ei gekämpft haben. Die Kükenausstellung bedeute für das Museumspersonal einen zusätzlichen Aufwand, sagt Vizedirektor Emanuel Gerber, doch es sei auch eine befriedigende Arbeit. Die Mitarbeiter des Museums erhalten dabei für die Dauer der Ausstellung Unterstützung von einem Zivildienstleistenden. cs

 

Mehr zum Thema