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Die Kunst lässt sie nicht los

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Kunstwerke von Jean Tinguely, Ivo Vonlanthen, Bruno Baeriswyl oder Françoise Emmenegger sind geschmackvoll im Haus verteilt, im Wohnzimmer stehen CDs mit klassischer Musik und Jazz, daneben liegen Kunstbücher und die Programme des Equilibre und der International Piano Series: Wer Yvonne Lehnherr in ihrem Haus an der Moléson-Allee in Freiburg besucht, der stellt sofort fest: Hier lebt jemand, der Kunst und Kultur braucht wie die Luft zum Atmen.

Die 76-jährige Kunsthistorikerin war von 1981 bis 2009 Direktorin des Museums für Kunst und Geschichte Freiburg – als dritte Frau in einem solchen Amt in der Schweiz. Zuvor war sie bereits zehn Jahre am Museum tätig gewesen, zuerst, frisch von der Uni, als wissenschaftliche Mitarbeiterin und dann als stellvertretende Direktorin. 38 Jahre lang hat sie insgesamt für das Museum gearbeitet. «Da sagt man nicht einfach, jetzt ist Schluss», sagt sie im Gespräch mit den FN. «Mein Interesse für die Kunst ist geblieben, das ist fürs Leben. Ich verfolge immer noch gern, was passiert, besonders in Freiburg – auch wenn ich von den heutigen Künstlern nicht mehr viele kenne.»

Erinnerungen an Tinguely

Als sie noch am Museum arbeitete, war das anders: «Um meine Arbeit machen zu können, musste ich viele Kontakte pflegen: zu Künstlerinnen und Künstlern, Galeristen, Sammlern und anderen Museen.» Die vielen Begegnungen seien etwas gewesen, was ihr an ihrer Arbeit immer sehr gut gefallen habe. Besonders schätzte sie die Kontakte mit Künstlerinnen und Künstlern, auch wenn diese nicht immer einfach gewesen seien. «Künstler können schwierig sein, aber es war immer bereichernd.»

Einer, mit dem Yvonne Lehnherr immer wieder zu tun hatte, war Jean Tinguely. Sie schätzte ihn für seine offene Art, seine Grosszügigkeit und seine Begeisterungsfähigkeit. Für die Freiburger Kultur sei er enorm wichtig gewesen, sagt sie: «Er brachte eine Erweiterung des Horizonts, schaffte es, auch junge Leute anzusprechen, und trug viel dazu bei, dass die Kunst den Ruf des Elitären verlor.» Die Wertschätzung beruhte im Übrigen auf Gegenseitigkeit: Davon zeugt eine Zeichnung Tinguelys im Eingangsbereich von Yvonne Lehnherrs Haus, die sich bei genauem Hinsehen als persönlicher Geburtstagsglückwunsch entpuppt.

Zweisprachig aufgewachsen

Auch heute noch, elf Jahre nach ihrer Pensionierung, spielt die Kultur in Yvonne Lehnherrs Leben eine grosse Rolle: Sie besucht Ausstellungen in der ganzen Schweiz und im nahen Ausland, liest Bücher, hört Musik und engagiert sich in gemeinnützigen Stiftungen. In ihrem Wohnzimmer steht gar ein Steinway-Flügel. «Ein Erbstück meines Vaters», sagt sie und lacht. In jungen Jahren habe sie auch gespielt, doch schon während ihrer Studienzeit hätten sich ihre Inte­ressen verändert.

Yvonne Lehnherr wurde in Freiburg geboren und hat, mit Ausnahme eines Jahres, das sie an der Universität Zürich verbrachte, immer hier gelebt. Ihr Vater war ursprünglich Berner, ihre Mutter stammte aus Montreux und hatte deutsche Wurzeln. Sie wuchs zweisprachig auf und besuchte in Freiburg die deutschen Schulen; später studierte sie an der Universität Freiburg Kunstgeschichte und Geschichte. Sie lebt in ihrem Elternhaus, einem gepflegten Chalet aus dem Jahr 1916, das sie nach ihrer Pensionierung restaurieren liess. «Ich fühle mich hier sehr wohl, und ich liebe die Stadt Freiburg – auch wenn ich Bürgerin von Spiez bin», sagt sie.

Gerade jetzt, in der Zeit der Corona-Pandemie, schätze sie das Haus und den Garten besonders. «Ich gehöre ja zur Risikogruppe und halte mich an die Regeln.» Während des Lockdowns sei sie meist zu Hause geblieben. «Doch manchmal zog es mich für einen Spaziergang in den Wald. Ich fühlte mich schon eingeengt und bin froh, dass die harten Einschränkungen jetzt vorbei sind.» Von den Lockerungen hat Yvonne Lehnherr bereits profitiert: Gerade ist sie von einem zweiwöchigen Aufenthalt im Tessin zurück, wo ihr Lebenspartner ein Haus besitzt. «Das hat gut getan, im Tessin entdecke ich immer wieder Neues.»

Spass an der Technik

Was ihr während des Lockdowns auch geholfen habe, sei die Technik: Sie habe online virtuelle Museumsbesuche gemacht und viel über Whatsapp kommuniziert, vor allem mit den Enkeln ihres Lebenspartners. Eigene Kinder hat Yvonne Lehnherr nicht, doch sie geniesse es, über ihren Lebenspartner junge Leute in der Familie zu haben, sagt sie. Wenn es darum gehe, technische Errungenschaften auszuprobieren, helfe sie sich notgedrungen selbst. «Das macht mir Spass.»

Das Thema lässt sie noch einmal an ihre Zeit im Museum zurückdenken – und an den Tag, an dem sie zum ersten Mal mit einem Computer in Berührung kam. Irgendwann in den Neunzigerjahren sei es gewesen, erzählt sie. «Ich kam aus den Ferien zurück, und da stand auf meinem Pult anstelle der Schreibmaschine ein Computer.» Sie habe sich schnell an die Vorteile gewöhnt und sich an die gleiche Devise gehalten wie stets auf ihrem Weg von der jungen Uni-Absolventin zur Museumsdirektorin: «Learning by doing.»

FN-Serie

Eine Stafette mit Porträts

In einer losen Serie stellen die FN verschiedenste Menschen aus ihrem Einzugsgebiet vor. Die Serie funktioniert wie eine Stafette: Es ist der Porträtierte, der das nachfolgende Porträt bestimmt.

jmw

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