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Die Lage wird immer ungemütlicher

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Nach der Entlassung von Mark French hatte Gottéron mit Christian Dubé an der Bande den Fehlstart zwischenzeitlich korrigieren können und war nach einem starken November in die Playoff-Ränge zurückgekehrt. Der Freiburger Sportchef schien alles richtig gemacht zu haben. Ein paar Wochen später sieht es nun allerdings ganz danach aus, als sei die Luft bereits wieder draussen. Fünf Punkte hat Gottéron in den letzten sieben Spielen nur gerade geholt. Auch bei der gestrigen 2:4-Niederlage in Lugano war im Spiel der Freiburger wieder zu vieles Mittelmass.

«Kann keine Tore kacken»

Hinten war die Fehlerquote lange zu hoch, vorne die Durchschlagskraft und Präzision über weite Strecken zu klein. So reichte es nicht einmal gegen ein keineswegs überragendes und ebenfalls verunsichertes Lugano zu Punkten. «Natürlich wäre dieser Gegner zu packen gewesen. Aber ich kann für meine Jungs keine Tore kacken», sprach ein sichtlich verärgerter Dubé nach dem Spiel nicht ganz jugendfrei Klartext. «Wenn Zach Boychuk fast ein Jahr lang nicht spielt und dann in seinen ersten zwei Spielen der produktivste Spieler ist, dann hast du ein Problem.»

Tatsächlich blieben auf Freiburger Seite viele Stürmer, die im Team als Skorer eingeplant sind, gestern vieles schuldig, von Chancentod Lukas Lhotak über Julien Sprunger bis hin zum formschwachen Andrei Bykow. «Die Spieler, die für das Skoren verantwortlich sind, müssen nun endlich ihre Verantwortung übernehmen. Du kannst den Trainer wechseln, herumschreien oder was auch immer, wenn diese Spieler ihre Verantwortung nicht übernehmen, nützt das alles nichts», so Dubé.

Auch Verteidiger Jérémie Kamerzin sah den Grund für die Niederlage vor allem in der mangelnden Effizienz. «Es war ein korrekter Match von uns, die Energie war da, es hätte auf beide Seiten kippen können – aber wir haben unsere Chancen nicht genutzt.»

Frustfoul und Slapstick

Das alles ist aber nur die halbe Wahrheit. Der Sieg der Tessiner war über das gesamte Spiel gesehen nämlich verdient. Vor allem weil sie deutlich wacher ins Spiel starteten. Die rund 60 mitgereisten Got­téron-Fans konnten froh sein, lag ihre Mannschaft nach dem Startdrittel nur 0:1 hinten. Lugano hatte klar mehr vom Spiel als die bei Spielaufbau und Passspiel sehr unsicheren und unpräzisen Gäste. Weil es immer wieder mal auch an der Zuordnung fehlte, wurde es wiederholt heiss vor Reto Berra. Einen der 14 Lugano-Schüsse im Startdrittel musste schliesslich auch der bedauernswerte Torhüter passieren lassen, in der zehnten Minute, als Lugano-Verteidiger Paul Postma vor dem Tor vergessen ging.

Das Spiel der Freiburger wurde im zweiten Drittel zunächst nicht besser – im Gegenteil. Als Daniel Brodin nach einem Frustfoul auf der Strafbank sass, erzielte Topskorer Linus Klasen in der 25. Minute in Überzahl das 2:0. Bestens symbolisiert wurde Gottérons bis zu diesem Zeitpunkt inferiorer Auftritt kurz vor Spielmitte, als die Gäste erstmals in Überzahl spielen konnten. Kaum hatte die Strafe begonnen, rutschte Ryan Gunderson hinter dem eigenen Tor aus, und Alessio Ber­taggia konnte ihm den Puck abluchsen. Zwar schoss der Stürmer im ersten Versuch noch daneben, doch es passte eben auch zum Spiel der Freiburger, dass ihm alle nur dabei zuschauten, wie er hinter das Tor zurückkehrte, sich den Puck erneut schnappte und ihn irgendwie zum 3:0 hinter die Linie bugsierte.

Kapitales Spiel am Sonntag

Erst jetzt erwachte Gottéron aus seiner Lethargie. Nur 18 Sekunden nach dem 3:0 erzielte Zach Boychuk nach schöner Vorarbeit von Viktor Stalberg das erste Tor für die Freiburger. Überhaupt war der Kanadier, der nach zwei Einsätzen beim bemerkenswerten Wert von einem Tor und zwei Assists steht, trotz unglücklich zustande gekommener Minus-2-Bilanz erneut die positive Überraschung. Er war schnell, bissig, suchte immer wieder den Abschluss. Vor allem dank Boychuk und dem grantigen Vorzeigekämpfer Brodin schaffte es Freiburg, plötzlich Emotionen in sein Spiel zu bringen – was den Gästen sichtlich guttat. Spätestens als Killian Mottet in der 45. Minute mit dem zweiten Freiburger Powerplay-Treffer das Anschlusstor erzielte, lag wieder alles drin, zumal Lugano allmählich zu wackeln begann. Zum Ausgleich reichte es trotz vereinzelter Möglichkeiten aber nicht mehr. Stattdessen sorgte Bertaggia fünf Minuten vor Schluss nach einer schönen Einzelleistung mit dem 4:2 für die Entscheidung.

Die Lage wird für Gottéron damit immer ungemütlicher. Auch wenn mit Bern und Langnau gestern zwei direkte Konkurrenten ebenfalls Punkte haben liegen lassen, beträgt der Rückstand auf den Strich bereits fünf Punkte.

Im Duell gegen die Tigers ist morgen Nachmittag ein Sieg für die Freiburger deshalb schon fast Pflicht. Ansonsten droht sich der erneute Gang in die ungeliebte Platzierungsrunde von Spieltag zu Spieltag mehr zu konkretisieren.

Telegramm

Lugano – Gottéron 4:2 (1:0, 2:1, 1:1)

5879 Zuschauer. – SR Wiegand/Urban, Altmann/Bürgi. Tore: 10. Postma (McIntyre, Wellinger) 1:0. 25. Klasen (McIntyre/Ausschluss Brodin) 2:0. 29. (28:00) Bertaggia (Ausschluss Postma!) 3:0. 29. (28:18) Boychuk (Stalberg, Gunderson/Ausschluss Postma) 3:1. 45. Mottet (Furrer/Ausschluss Ronchetti) 3:2. 55. Bertaggia (McIntyre, Wellinger) 4:2. Strafen: 5-mal 2 Minuten gegen Lugano, 4-mal 2 plus 10 Minuten (Brodin) gegen Gottéron.

Lugano: Zurkirchen; Postma, Wellinger; Chorney, Loeffel; Chiesa, Riva; Ronchetti, Jecker; Klasen, McIntyre, Bertaggia; Bürgler, Sannitz, Suri; Fazzini, Romanenghi, Lammer; Zangger, Walker, Haussener.

Gottéron: Berra; Abplanalp, Chavaillaz; Gunderson, Stalder; Kamerzin, Furrer; Marti; Marchon, Walser, Lhotak; Mottet, Boychuk, Brodin; Sprunger, Bykow, Stalberg; Tristan Vauclair, Mojonnier, Lauper.

Bemerkungen: Lugano ohne Jörg, Morini und Julien Vauclair (alle verletzt) sowie Lajunen (wurde Vater), Gottéron ohne Schmutz, Forrer, Rossi, Desharnais (alle verletzt) und Schmid (nach U20-WM noch geschont). – 58. Timeout Fribourg-Got­téron, ab 57:08 ohne Torhüter. Freiburg-Schussstatistik: 36:26.

Die FN-Besten: Bertaggia, Boychuk.

Der morgige Gegner

Die Fakten zu den SCL Tigers

• Der Kanadier Ben Maxwell steht im Schnitt 23:16 Minuten pro Partie auf dem Eis und damit so lange wie kein anderer Stürmer in der National League.

• Goalie Ivars Punnenovs kassierte vor der gestrigen Runde durchschnittlich nur gerade 2,19 Tore pro Match. Besser in dieser Statistik war einzig Lausannes Tobias Stephan.

• Topskorer der Tigers ist der Finne Harri Pesonen (11 Tore und 20 Assists).

• Die Emmentaler reisen morgen ohne den Freiburger Verteidiger Andrea Glauser an, der mit einer Schullterverletzung pausieren muss.

fs

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