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Die Landwehr kommt ins Kino

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Beim Blick auf das Dach von Medion Grifols Diagnostics ist am Samstagnachmittag manch ein Passant an der Bonnstrasse in Düdingen verwundert stehen geblieben: Zahlreiche Menschen und technisches Gerät waren da zu sehen, und immer wieder erklang Musik. Die Erklärung für das aussergewöhnliche Geschehen: Die Landwehr, das offizielle Blasorchester von Kanton und Stadt Freiburg, war dabei, Szenen für einen Film zu drehen.

Distanz überwinden

«Espace recomposé» ist der Titel des Projekts, das aus der Corona-Krise entstanden ist. Der Film handle von der Suche nach neuen Räumen für die Musik in einer Zeit der sozialen Distanz, erklärte Dirigent Benedikt Hayoz den FN am Samstag kurz vor Drehbeginn. Wie alle Orchester leidet die Landwehr unter den Corona-bedingten Einschränkungen: «Seit dem 16. März können wir nicht mehr wie gewohnt proben», so Hayoz. Zuerst war der Probenbetrieb ganz eingestellt, seit dem Ende des Lockdown übt die Landwehr gruppenweise und mit Distanz. «Das ist schwierig», so Hayoz. «Musik braucht Nähe, damit man sich beim Spielen gegenseitig spüren kann.»

Die Idee für den Film entwickelte sich aus dem Kontakt mit Thierry Jobin, dem künstlerischen Leiter des Internationalen Filmfestivals Freiburg. Jobin hatte für die 35. Ausgabe des Festivals im kommenden Jahr die Musik als Schwerpunktthema gewählt und die Landwehr für eine Zusammenarbeit am Eröffnungsabend angefragt. Das sei noch vor Corona gewesen, und anfangs sei es bloss um einen Live-Auftritt des Orchesters gegangen, so Hayoz. Als das Virus dann aber sämtliche Aktivitäten der Landwehr stoppte, entwickelte der Dirigent die Idee weiter. «Anstatt zu klagen, wollte ich etwas tun – für unsere Musikerinnen und Musiker, aber auch für die ganze Kulturbranche.»

Benedikt Hayoz kontaktierte den Freiburger Regisseur Mark Olexa und entwickelte mit ihm das Filmprojekt. «Damit schaffen wir zum einen eine Auftrittsmöglichkeit für die Musikerinnen und Musiker, zum andern geben wir Filmemachern und Technikern Arbeit, die von der Krise stark betroffen sind», so Hayoz. Der etwa 20-minütige Film wird im kommenden März anlässlich der Eröffnung des Filmfestivals uraufgeführt. Darauf freut sich der Dirigent besonders: «Es wird für uns eine ganz neue Erfahrung sein, gemütlich im Publikum zu sitzen und uns selbst beim Spielen zuzusehen.»

Überhaupt sei für das Orchester und für ihn selbst alles neu: Die Filmarbeit sei völlig unbekanntes Terrain, und es sei schwer, sich während des Drehens das Endergebnis vorzustellen. Das gelte besonders für die Musikerinnen und Musiker. «Sie kennen den Ablauf nur in groben Zügen und müssen einfach mitmachen und uns blind vertrauen.» Dass das klappt, zeigte sich am Samstag in Düdingen: Rund vierzig Musiker, etwa die Hälfte des Orchesters, verteilten sich auf zwei Ebenen des Dachs, warteten geduldig auf Regieanweisungen, spielten immer wieder die gleichen Szenen und trotzten in den Pausen mit heissem Tee und warmen Jacken den tiefen Temperaturen.

Drei Drehorte

Düdingen ist einer von drei Standorten, an denen die Landwehr in den vergangenen Tagen Aufnahmen machte. Weitere Drehs fanden in der Kiesgrube Grands-Champs in Farvagny und im Kraftwerk Ölberg in Freiburg statt. Für jeden der drei Orte hat Benedikt Hayoz ein anderes Musikstück ausgewählt: «Short Ride in a Fast Machine» von John Adams für Düdingen, «Spiel» von Ernst Toch für Farvagny und «This Cruel Moon» von John Mackey für Freiburg. Die kontrastreiche Musik passt zu den unterschiedlichen Stimmungen der drei Szenen. Dazwischen werden im fertigen Film Landschaftsaufnahmen von Mark Olexa zu sehen sein, untermalt von Promenadenmusik. Sämtliche Musik wird separat und in Gruppen aufgenommen.

Das Drehbuch für den Film hat Regisseur Mark Olexa in Zusammenarbeit mit Benedikt Hayoz geschrieben. Auch für Olexa ist die Arbeit mit der Landwehr eine neue Erfahrung: «Ich habe noch nie mit so vielen Leuten auf einmal gearbeitet», sagte er. Doch er geniesse es sehr, umso mehr, als er schon immer mal einen Musikfilm habe drehen wollen.

Im Film erzählt Olexa von den Auswirkungen der Corona-Krise auf das künstlerische Schaffen, von der Suche nach einem Ausweg und vom Erschaffen eines neuen Raums für die Musik. Die Szene in Düdingen sei der krönende Abschluss, verriet er. «Hier erhebt sich die Kunst über alles andere, und es zeigt sich, dass Kreation überall möglich ist.»

Programm

Filmfestival undJahreskonzerte

Der Film wird erstmals anlässlich des 35. Internationalen Filmfestivals Freiburg vom 19. bis zum 28. März 2021 zu sehen sein. Er wird am Eröffnungsabend uraufgeführt und während des Festivals mehrmals gezeigt. Danach will die Landwehr, die alle Rechte an dem Film hat, diesen nach Möglichkeit auch bei anderen Gelegenheiten zeigen. Eine erste Kostprobe der Musik gibt es bereits bei den Jahreskonzerten vom 11., 12. und 13. Dezember im Equilibre in Freiburg.

cs

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