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Die Landwirtschaft am Wendepunkt

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«Bei einer Annahme der beiden Pflanzenschutz-Initiativen 2020 müssten wir unsere Produktion um die Hälfte drosseln, entsprechend mehr importieren und die Umweltbelastung der Schweizer Bevölkerung auf diese Weise unkontrolliert exportieren, da die Bedürfnisse der Konsumenten ja gleich bleiben»: Diese Warnung sprach der Präsident des Freiburgischen Bauernverbands, Fritz Glauser, gestern anlässlich der Medienkonferenz zur Verbandsgeneralversammlung in Cottens aus. Durch das Verbot von Pflanzenschutzmitteln, wie es in der Pestizid- und der Trinkwasser-Initiative gefordert werde, könnten die Schweizer Landwirte lediglich noch einige Kulturen für Nischenmärkte anbauen.

«Die Landwirtschaft befindet sich an einem wichtigen Wendepunkt», so Glauser weiter. «Nicht wegen einer technologischen oder technischen Revolution, sondern weil unsere Mitbürger nicht mehr wissen, was Landwirtschaft ist.» Dazu würde auch die negative Berichterstattung namentlich in grossen Deutschschweizer Medien gehören, die Glauser schon in seinem Jahresbericht angeprangert hatte (die FN berichteten).

«Die Gründe für diese negative Haltung liegen vermutlich darin, dass sich schlechte Nachrichten einfach besser verkaufen als gute und dass die Landwirte eine Minderheit in der Bevölkerung darstellen, die man relativ bequem als Sündenbock benutzen kann», sagte Glauser gestern im Gespräch. Letztlich würde dieses Medien-Bashing aber auch dazu beitragen, dass es immer schwieriger werde, Lehrlinge zu finden – obwohl es für einen Bauernbetrieb gegenüber anderen Branchen ein Vielfaches an Mehraufwand bedeute, Lehrlinge zu haben, da diese eigentlich «24 Stunden zusammen mit der Bauernfamilie leben» würden.

Wasserversorgung im Fokus

Eine grosse Herausforderung für die Landwirtschaft stellt in den kommenden Jahren die Wasserversorgung dar, ergänzte Frédéric Ménétrey, Direktor der Freiburgischen Landwirtschaftskammer. «Bei trockenen und sehr heissen Sommern, wie wir sie in den letzten beiden Jahren erlebt haben, steigt der Wasserbedarf für die Bewässerung und die Versorgung des Viehs spürbar an», so Ménétrey. Sowohl zur Sicherung von regelmässigen Ernten im Ackerbau als auch für den Fortbestand gewisser Alpwirtschaftsbetriebe müssten im ganzen Kanton grosse Investitionen getätigt werden.

Mehrere entsprechende Projekte seien zurzeit in der Ausarbeitungs- oder Realisierungsphase. «Aber auch wenn die sommerlichen Niederschläge nicht mehr so regelmässig auftreten wie in der Vergangenheit, verfügt unsere Region weiterhin über sehr grosse Wassermengen, deren Nutzung die Umwelt nicht belastet», betonte der Direktor der Landwirtschaftskammer. «Wir können damit Jahr für Jahr auf stabile Ernten zählen.» Doch die Auswirkungen der Klimaschwankungen der letzten Jahre seien bereits im Alltag vieler Sömmerungsbetriebe spürbar. Auf vielen Alpen sei die Wasserversorgung in den nächsten Jahren nicht mehr gesichert.

Bäuerinnenverband

Wenn Bäuerinnen auf dem Hof des Mannes kein Salär beziehen

Eine ganz andere Problematik sprach anlässlich der gestrigen Medienkonferenz die Präsidentin des Freiburgischen Bäuerinnenverbands, Murielle Chassot, an. «45 000 Bäuerinnen arbeiten zurzeit schweizweit auf den Betrieben ihrer Männer mit», sagte sie. «Und 70 Prozent von ihnen beziehen dafür kein Salär.»

Dies stelle die betroffenen Frauen namentlich sozialversicherungstechnisch vor grosse Probleme, nicht nur, was die AHV oder die dritte, private Säule der Altersvorsorge betreffe, sondern etwa auch in einem Invaliditätsfall. Und eine Patentlösung sei bei dieser Thematik zurzeit nicht in Sicht, so Chassot.

«Es ist klar, dass dahinter in sehr vielen Fällen wirtschaftliche Zwänge stehen und auch der Mann jeweils kein Salär bezieht», bemerkte der Präsident des Freiburgischen Bauernverbands, Fritz Glauser, dazu. «Und auch wir vom Verband können bezüglich dieser Pro­blematik wenig mehr tun als beratend und sensibilisierend tätig zu sein.»

jcg

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