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Die lautlose Jägerin der Nacht

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Ihre Augen sind gross und rund, die Körperhaltung ist aufrecht. Ihre kräftigen Zehen sind mit scharfen Krallen ausgestattet. Lautlos schwingt sie sich auf ihren grossen Flügeln durch die Nacht. Die nächtliche Lebensweise der Eule und ihre unheimlichen Rufe in der Dunkelheit lassen wohl kaum jemanden unbeeindruckt. Die Jägerin kann ihre Beute auch im Dunkeln sehen und deren Geschwindigkeit abschätzen. Ihr Gehör ist ausgezeichnet; auch leises Rascheln entgeht ihr nicht. Der Mensch verehrt und verfolgt die Eule schon lange: Je nach Kulturkreis gelten sie als geheimnisvolle Glücksbringer oder als Vorboten des Unheils.

Im Seebezirk brüten vier Eulenarten: die Schleiereule, die Waldohreule, der Waldkauz und der Steinkauz. Meist hört der Mensch Eulen und Käuze, bevor er sie sieht. Wer zwischen Mitte Februar und Mitte April in der Abenddämmerung an einem Waldrand abwartet und horcht, hat gute Chancen, einen Waldkauz oder eine Waldohreule zu hören. Der Freiburger Biologe Adrian Aebi­scher gilt als ausgezeichneter Eulenkenner und hat den FN Fragen zur nächtlichen Jägerin beantwortet.

 

Was macht für Sie die Faszination der Eulen aus?

Die Faszination, die von diesen Tieren ausgeht, hängt einerseits mit ihrer heimlichen nächtlichen Aktivität zusammen, andererseits mit einigen Fähigkeiten, die über die unsrigen hinausgehen. Sie sehen in der Nacht besser als wir und haben ein sehr empfindliches Gehör. Man weiss: Sie sind da, aber man sieht sie nur selten. Oft hört man aber ihren Ruf, wobei solche nächtlichen Rufe natürlich geheimnisvoll klingen. Die meisten Menschen finden Eulen sympathisch, was mit ihrem Aussehen zusammenhängt.

Jagen die meisten Eulen ab der Dämmerung und orten sie ihre Beute hauptsächlich mit dem Gehör oder auch mit den Augen?

Die meisten Eulen sind dämmerungs- und nachtaktiv. Steinkauz und Sperlingskauz sind manchmal auch tagaktiv, insbesondere wenn sie Junge zu füttern haben. Eulen sehen zwar weniger verschiedene Farben als der Mensch; in der Dämmerung und in der Nacht, wenn sowieso keine Farben zu erkennen sind, sehen ihre Augen aber noch Details, die für uns nicht mehr erkennbar sind. Das Gehör der Eulen ist insbesondere beim Orten von Geräuschen, also beim Auffinden von Beutetieren, die rufen oder rascheln, sehr effizient.

Wo fühlen sich Eulen besonders wohl?

Die verschiedenen Arten haben unterschiedliche Ansprüche. Der Waldkauz fühlt sich in allen Wäldern wohl, sofern die Waldfläche nicht zu klein ist. Er jagt vorwiegend in Wäldern. Die Waldohreule brütet auf Bäumen am Waldrand oder in Baumhecken, jagt aber im Kulturland. Die Schleiereule brütet fast ausschliesslich in gros­sen Gebäuden, zum Beispiel in Hangars oder anderen landwirtschaftliche Gebäuden. Sie jagt ebenfalls im Kulturland. Waldohreulen und Schleiereulen ernähren sich hauptsächlich von Kleinsäugern, vor allem von Wühlmäusen. Der sehr seltene Steinkauz brütet im Offenland, sofern das Landwirtschaftsgebiet nur extensiv genutzt wird und er geeignete Höhlen für seine Brut findet.

Was kann der Besitzer eines alten Hauses mit ungenütztem Dachraum tun, damit sich eine Eule bei ihm einnistet?

Die meisten Eulen meiden die Nähe zu Menschen. Die Schleiereule brütet aber vielerorts an Bauernhöfen, sofern sie dort eine geeignete Höhle oder Nische für ihre Brut findet. Schleiereulen nehmen auch gerne Nistkästen an, die man ihnen zur Verfügung stellt. Sie nutzen auch Heubühnen, Tenne und andere ungestörte Dachräume, sofern man ihnen eine Eingangsöffnung lässt. Sie verbringen dort den Tag und jagen manchmal auch Mäuse. Auch Steinkäuze brüten gerne in Nistkästen. Neben geeigneten Brutplätzen ist für alle Eulenarten das Futterangebot wichtig. Eulen ernähren sich dabei nicht in kleinen Gärten von Villen, wo ein naturnaher Gartenbau vielen anderen Tieren zugute kommt, sondern sie jagen im Landwirtschaftsgebiet. Je extensiver die Nutzung des Bodens ist, desto profitabler ist es für Eulen. Brachflächen, Weiden und extensiv genutzte Wiesen sind dabei für die Beutetiere geeigneter als Intensivkulturen, wo sich kaum Kleinsäuger finden lassen. Hecken, Kopfweiden und alte Bäume sind ebenfalls wichtig.

Wie gross ist das Beutespektrum der Eulen und wie wählerisch sind sie? Jagen sie alles von Mäusen bis zu Hasen?

Eulen sind Fleischfresser. Für die meisten Arten sind Kleinsäuger, also verschiedene Mäuse, die Hauptnahrung. Manchmal fressen sie auch Kleinvögel. Der Steinkauz frisst oft auch Regenwürmer und grosse Insekten. Während die Waldohreule und die Schleiereule sehr spezialisiert sind und vor allem Wühlmäuse fressen, ist zum Beispiel der Uhu wenig wählerisch. Er kann von Insekten über Mäuse, Jungfüchse und Krähen bis zu Aas alles Mögliche fressen. Ausgewachsene Hasen können höchstens ausnahmsweise vom seltenen Uhu gejagt werden.

 

Weshalb sind Eulen nachtaktiv? Kämen sie tagsüber mit anderen Raubvögeln in Konflikt?

Die Dämmerungs- und Nachtaktivität hat sich wohl ausgebildet, weil die Eulen einerseits zu diesen Stunden weniger Konkurrenz durch Greifvögel haben und andererseits viele Kleinsäuger nachtaktiv sind.

 

Wer ist der grösste Feind der Eulen?

Die meisten Verluste bei Eulen werden durch menschliche Bauten oder menschliche Aktivitäten verursacht. Dazu gehören Strassenverkehr, Strommasten, Gifte oder Nahrungsmangel. Zu den natürlichen Feinden von Eulen gehören andere Eulen. In der Tat ist es so, dass die grösseren Arten die mittleren Arten fressen können, und die mittelgrossen Arten können die kleinen Eulenarten fressen. Ansonsten gehören auch Marder und Habicht zu den Feinden der Eulen.

 

Die Rollenverteilung: Wer brütet die Eier aus, Weibchen oder Männchen?

Bei allen Eulen und Käuzen brüten nur die Weibchen. Sie werden während dieser Zeit durch die Männchen mit Nahrung versorgt. Selbst nach dem Schlüpfen der Jungen bleiben die Weibchen noch etwa zehn Tage auf den Jungen, um sie zu wärmen. Die Männchen jagen in dieser Zeit für die ganze Familie. Erst dann begibt sich auch das Weibchen auf die Jagd. Die Jungen werden je nach Art im Alter von fünf bis sechs Wochen flügge, bei der Schleiereule erst nach etwa 75  Tagen. Oft verlassen die Jungen aber ihr Nest, bevor sie fliegen können.

Zahlen und Fakten

Auch Uhus brüten wieder im Kanton

Im Seebezirk brüten die vier Eulenarten Schleiereule, Waldohreule, Waldkauz und Steinkauz, im gesamten Kanton Freiburg kommen drei hinzu: der Sperlingskauz und der Raufusskauz, welche beide ausschliesslich in Bergwäldern brüten, und der Uhu. Der Waldkauz kommt laut dem Freiburger Biologen Adrian Aebischer mit einigen Hundert Paaren am häufigsten vor im Kanton, die Waldohreule am zweithäufigsten. Sehr selten ist der Steinkauz: Nur noch zwei bis fünf Paare können verzeichnet werden. Die Sumpfohr­eule brütet zwar in der Schweiz nicht mehr, wird jedoch alljährlich als Durchzügler beobachtet. Der Uhu war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in der Schweiz fast ausgestorben. Auch nach der Unterschutzstellung 1925 erholte sich die Art nur langsam, wie die Artenförderung Vögel Schweiz auf ihrer Website schreibt. Zurzeit liege der Bestand bei etwa 200 Paaren. Im Kanton Freiburg sind es laut Adrian Aebischer zwei bis vier Paare. Uhus benötigen Felsen oder Steinbrüche für ihren Nistplatz, Bäume als Tageseinstand und Versteck sowie offene oder halb offene, beutereiche Landschaften als Jagdgebiet. Die meisten Uhus nisten entlang der grösseren Alpentäler, viele auch im Jura und einzelne im Mittelland. Die wichtigsten Todes- und Verletzungsursachen sind Stromschlag, Kollisionen mit dem Strassen- und Bahnverkehr sowie mit Drähten und Kabeln. Auch kann es an Brutplätzen zu Störungen durch Kletterer kommen. Wenn Jungvögel unabhängig werden und umherstreifen, kommt es immer wieder vor, dass sie in Gegenden mit ungenügendem Beuteangebot verhungern. Die Publikation «Eulen und Käuze» von Adrian Aebischer stammt von 2008 und ist auch heute noch lesenswert.

emu

 

Adrian Aebischer: Eulen und Käuze. Auf der Spur der nächtlichen Jäger. Bern, Stuttgart, Wien: Haupt-Verlag 2008, 250 Seiten, 42 Franken (inkl. CD mit Balzgesängen und Rufen).

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