Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Die Legende von Wilhelm Tell neu erzählt

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Wilhelm Tell trifft den Apfel auf dem Kopf seines Sohnes Walter, tötet wenig später den habsburgischen Vogt Gessler, und die Eidgenossen können sich deshalb von ihren tyrannischen Herrschern befreien und unabhängig werden. So lautet verkürzt der Schweizer Gründungsmythos um den Freiheitskämpfer Wilhelm Tell. Doch gab es den Mann überhaupt? Historisch überliefert sind lediglich Sagen, die erst 200 Jahre nach der Gründung der Eidgenossenschaft aufgezeichnet wurden.

Der 36-jährige Sensler Autor Thomas Vaucher nimmt den Tell-Mythos in seinem neuesten historischen Roman «Tell: Mann. Held. Legende.» auf – und beginnt gleich mit dem Thema der wahrheitsgetreuen Überlieferung: «Ich habe gelogen über Tell und Gessler. So wie ich es den Menschen stets erzählt habe, so war es nicht», gesteht der sterbende Dichter Johannes einem Pater im Prolog.

Eine neue Geschichte

«Ich wollte die Geschichte von Tell nicht einfach nacherzählen», sagt Thomas Vaucher den FN. So beginnt er sein Buch mit der Kindheit Wilhelm Tells, der seine Eltern früh verliert und deshalb bei seinem ungerechten und gewalttätigen Onkel aufwächst. Für diesen ersten Teil orientiert sich Vaucher lediglich an einzelnen historischen Ereignissen, der Rest ist fiktiv; keine Sage hat bisher von der Jugend Tells erzählt.

Vauchers Tell, der sich «Helm» nennt, schliesst sich als junger Mann einer Söldnerschar an, genannt die Schattenläufer. Dort kommt er in Kontakt mit bekannten Figuren wie dem Werner Stauffacher, einem der Eidgenossen, der auf dem Rütli geschworen hat. Und die Geschichte nimmt ihren Lauf …

Für diesen zweiten Teil des Buches hat sich Vaucher an den überlieferten Sagen orientiert, insbesondere an jener von Aegidius Tschudi, die auch Grundlage für das Tell-Drama von Friedrich Schiller war. Vaucher recherchierte zudem in Büchern zum damaligen Alltag und reiste auch nach Spiringen, dem Hauptschauplatz seiner Geschichte. «Ich habe dort in einem Hotel gewohnt und ein gutes Gefühl für die Gegend bekommen. Das Dorf ist auch heute noch extrem abgelegen, und durch die Berge herrscht eine eigentümliche Enge», sagt er.

Lesen empfohlen

Wie es nun wirklich war mit Tells Apfelschuss und ob dieser überhaupt stattgefunden hat, das kann natürlich auch Thomas Vaucher nicht rekonstruieren. Es lohnt sich jedoch, die von ihm ersonnene Variante zu lesen. Denn Vaucher ist mit seinem dritten historischen Roman erneut ein spannendes Werk gelungen, das sprachlich überzeugt und mehrere Überraschungen bereit hält. Die Charakterzeichnungen sind glaubhaft und lebensnah und trotz vieler blutiger Kampfszenen kommen auch Humor und Romantik nicht zu kurz. Ein ideales Weihnachtsgeschenk also.

Thomas Vaucher: «Tell: Mann. Held. Legende.», Stämpfli Verlag 2016, 324 Seiten.

Mehr zum Thema