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Die Migration ist ein zeitloses Thema

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«Freien Personenverkehr gab es schon in der römischen Zeit», sagte Sophie Bärtschi Delbarre, Kuratorin des Römermuseums in Avenches, gestern Vormittag. Die Römermuseen von Avenches und Vallon präsentierten Journalisten die neue Wechselausstellung «Überall zu Hause. Migration und Integration im Römischen Reich», die seit heute in den beiden Museen zu sehen ist. Thematisch befasst sich die Ausstellung mit Migranten zur Zeit der Antike. «Schon immer haben Menschen ihre Heimat verlassen und sich anderswo niedergelassen», sagt Carmen Buchillier, Freiburger Kantonsarchäologin und Direktorin des Römermuseums Vallon. Migration sei damit ein zeitloses Thema, das durch die Flüchtlingskrise der vergangenen Monate sehr aktuell sei. Der Bezug zur Aktualität birgt aber auch Gefahren. «Wir wollten vermeiden, dass das Thema für politische Diskussionen instrumentalisiert wird», sagt Marie-France Meylan Krause, Direktorin des Museums in Avenches. Denn die Situation der Antike helfe zwar, die Gegenwart besser zu verstehen, sie lasse sich aber nicht ohne Weiteres auf die heutige Zeit übertragen. Die Museen hätten die Ausstellung denn auch schon lange vor der aktuellen Flüchtlingskrise geplant. «Die Ausstellung konzentriert sich ausschliesslich auf die Antike. Die heutige Migration kommt dafür in begleitenden Veranstaltungen zum Zug», stellt Meylan Krause klar. So finden im Oktober eine Veranstaltung «Erzählungen der Welt» und im November ein Vortrag, eine Diskussion sowie ein Essen unter dem Motto «Geschmäcker der Welt» statt.

Mit Statuen und Filmen

Sowohl in Avenches als auch in Vallon beginnt die Ausstellung mit einer Einführung in die Epoche der Antike. So ermöglicht eine Karte des Römischen Reiches den Besucherinnen und Besuchern eine erste geografische Orientierung. In Vallon folgen dann die drei Themen «Überall zu Hause», «Multikulturalität» sowie «einheimische und fremde Gottheiten». So zeigen Statuen von römischen, griechischen, keltischen und orientalischen Göttern auf, dass in der Antike die religiöse Offenheit mindestens phasenweise gross war.

Das Museum in Avenches behandelt die Themen «Unterwegs», «In der Fremde» sowie «Heimweh». Die Gefühle von Einsamkeit und Nostalgie vermitteln etwa Inschriften auf Wachstäfelchen, einer Art antiken Briefen. So schrieb etwa ein Soldat auf einem Wachstäfelchen seinem Kameraden zu Hause: «Lebe wohl und ich wünsche, dass es dir gut geht.»

Anhand zweier Filmsequenzen, die eigens für die Ausstellung realisiert wurden, erfährt der Besucher anschaulich, was «unterwegs sein» in der Antike bedeutet. Die erste Sequenz zeigt einen römischen Legionär, der den schneebedeckten grossen St. Bernhard überquert. «Reisen war mit vielen Gefahren verbunden», erklärt Kuratorin Sophie Bärtschi Delbarre. In der zweiten Sequenz ist ein Sturm auf dem Mittelmeer zu sehen. «Zahlreiche Texte und Inschriften erzählen, wie Menschen auf dem Mittelmeer Schiffbruch erlitten haben», erklärt Bärtschi Delbarre.

Eine interessante Quelle sind Münzen, die in Avenches gefunden wurden und nun ausgestellt sind. «Jede Region des Römischen Reiches prägte ihre eigenen Münzen», so Bärtschi Delbarre. Aufgrund der gefundenen Münzen lasse sich deshalb nachvollziehen, aus welchen Teilen des Reiches die Einwanderer im römischen Avenches stammten.

Die Grenze existiert nicht

Die Museen haben zum ersten Mal eine Ausstellung gemeinsam konzipiert. «Künftig wollen wir noch enger zusammenarbeiten», sagt Carmen Buchillier. Sie könnte sich vorstellen, dass die römischen Museen und Stätten der Region sich zu einem Netzwerk zusammenschliessen. «Wir lassen uns nicht von Kantonsgrenzen abhalten.»

Ausstellungen

Das Billett gilt für zwei Museen

Die Ausstellung «Überall zu Hause? Migration und Integration im Römischen Reich» ist vom 4. Juni bis zum 8. Januar 2017 in den Römermuseen in Vallon und Avenches zu sehen. Mit einem Ticket für zehn Franken können Gäste die Ausstellung in beiden Museen besuchen. Vor allem denjenigen Interessierten, die einen umfassenden Einblick ins Thema wollen, empfehlen die Organisatoren den Besuch beider Museen. Die meisten Begleittexte zur Ausstellung sind zweisprachig. Neben einem zweisprachigen Katalog zur Ausstellung haben die Museen eine Smartphone-App entwickelt, die zusätzliche Informationen zum Thema bietet. Ein Büchlein enthält zudem verschiedene Geschichten zum Thema Migration. Im Herbst finden in Avenches und Vallon mehrere Begleitveranstaltungen zum Thema statt.sos

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