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Die Miterfinder des viereckigen Schmelzkäses

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Alles begann mit einem Stollen in einem Berg in Ursy. Dieser wurde in der Zeit des Ersten Weltkrieges von Mineuren in den Felsen getrieben. Irgendwann ging das Bergwerkunternehmen Konkurs, und zu Beginn der 1960er-Jahre stiessen die Migros-Bosse Pierre Arnold und Jean Pasquier auf die verlassene Anlage. Bald war ihnen klar: Der Standort war perfekt für das Käselager, das sie einrichten wollten, namentlich für den Gruyère-Käse. Aus dieser Idee entstand im Jahr 1964 das Unternehmen Mifroma, welches dieses Jahr 50 Jahre alt wird. Zurzeit verarbeitet das Unternehmen 100 Tonnen Käse und weist ein Sortiment von gegen 600 Sorten auf. Der Käse wird an den Detailhandel, Restaurants, Spitäler und Hotels geliefert.

Laut dem heutigen Direktor und Konzernchef der Mifroma, Gilles Oberson, ist der Molasse-Sandstein, aus welchem die Felsen bestehen, hervorragend geeignet. «Sandstein ist perfekt für die Lagerung von Käse. Es ist zum Beispiel keine Klimatisierung nötig.» Schon von Beginn an war der Ausbau der Anlage vorgesehen, so Oberson weiter, Platz im Berg und davor war zur Genüge vorhanden. So wurde 1969 schon der erste Ausbauschritt vollzogen. Mit der Zunahme der Aufgaben, welche die Mifroma übernahm, wuchsen das Unternehmen und seine Infrastruktur.

Raclette und Fondue

Schon zu Beginn der 1970er-Jahre brachten die Migros und ihre Käse-Tochter bedeutende Neuerungen auf den Markt, die man heute kaum noch vom Tisch von Herrn und Frau Schweizer wegdenken kann. «Wir haben ihnen das Raclette auf den Tisch gebracht», sagt Oberson nicht ohne Stolz. Früher wurde der Käse in halben Laiben auf aufwendigen Anlagen erhitzt und konnte nicht für den Genuss zu Hause eingesetzt werden.

Oberson erinnert sich schmunzelnd an die ersten Racletteöfen, welche auf den Schweizer Endverbrauchermarkt kamen. «Zuerst waren sie eine Art Toaster, dann kamen die Pfännchen. Und der viereckige Käse, der hineinpasst.» Dieser Raccard-Käse gehört zu den grossen Rennern im Migros-Käsegestell, so Oberson: «Den Raccard kennt man heute überall in der Schweiz.»

Ein weiteres Beispiel für die kulinarischen Errungenschaften aus Ursy: Zusammen mit der Mutter Migros brachte Mifroma als erstes Unternehmen eine Fonduemischung mit geriebenem frischem Käse auf den Markt. Auch auf diese Form des Käsegenusses mögen viele Konsumenten heute nicht verzichten.

Käse-Kompetenzzentrum

Mittlerweile ist die Mifroma einer der bedeutendsten Käseveredler der Schweiz und das Kompetenzzentrum der Migros für Käse. Die Firma arbeitet auch für die Migros-Tochter Denner und bearbeitet Märkte für Schweizer Käse in Frankreich, USA und Deutschland. «Wir sehen ein gesundes Wachstum vor, vor allem im Ausland», führte Oberson aus, der Markt in der Schweiz sei gut versorgt.

Die Mifroma sei ein reiner Affineur, betont Direktor Oberson. Sie produziert also keinen eigenen Käse, sondern kauft ihn zu, lagert ihn, packt ihn ab und vertreibt ihn. Das Unternehmen hat Abnahmeverträge für Gruyère AOP mit 30 Dorfkäsereien im ganzen Produktionsgebiet des Käses. «Deshalb bot sich Ursy auch als Standort an. Es liegt genau in der Mitte, im Herz des Gruyère-AOP-Gebietes.»

Weiterer Ausbau möglich

Die Folge: Die Logistik nahm in den letzten 50 Jahren des Bestehens der Firma an Bedeutung zu. Die Zeiten, da der Käse von Hand gedreht und gepflegt wurde, seien schon 1979 vorbei gewesen, so Oberson. «Es wurde immer schwieriger, Leute zu finden.» Heute wird das Lager deshalb vollautomatisch bewirtschaftet. Der dritte und vorerst letzte grosse Ausbauschritt war 2011. Konkrete weitere Expansionsschritte habe man noch nicht in der Schublade, so Oberson. Er räumt aber ein: «Wir haben noch immer genug Potenzial. Wir müssen hier in Ursy weiterplanen, für den Fall, dass wir unsere Kapazitäten wieder ausbauen müssen.»

Er selbst, von Haus aus Käser und Sohn aus einer Käserfamilie, esse am liebsten den Gruyère AOP, sagt Oberson, auf seine Favoriten angesprochen. «Der Gruyère AOP ist in meinem Erbgut. Ich geniesse viele Käse, aber den Gruyère AOP, den liebe ich.»

Der Eingang des Bergwerks in den Anfängen der Mifroma. Bild zvg

Zahlen und Fakten

Ständiges Wachstum von Umsatz und Menge

Die Migros-Tochter Mifroma verzeichnete laut ihrer Homepage im vergangenen Jahr einen Nettoumsatz von 328 Millionen Franken. Umsatz und Absatz steigen ständig. Während die Firma im Jahr 1990 noch 12000 Tonnen verarbeitet hat, gehen heute pro Jahr 28000 Tonnen Käse durch die Lager und Abpackanlagen des Betriebs in Ursy. Heute arbeiten gegen 260 Angestellte für das Unternehmen, das zusammen mit der Molkerei-Tochter der Migros, der Elsa in Estavayer-le-Lac, zum Netz der Migros-eigenen Industriebetriebe gehört. Die M-Industrie vereinigt 17 Unternehmen mit 11400 Mitarbeitenden und einem Gesamt-Nettoumsatz von gegen sechs Milliarden Franken unter ihrem Dach. Mifroma ist zurzeit die grösste Arbeitgeberin im Glanebezirk, jedenfalls, solange die Nespresso-Fabrik in Romont noch nicht operativ ist, so Direktor Gilles Oberson. Seine Firma war als Arbeitgeberin zuvor lange die Nummer zwei im Glanebezirk nach dem Unternehmen Tetrapak.fca

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