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«Die Mitspieler sollen wissen: Jetzt kommt Diaz, der bringt seine Leistung»

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Mit Raphael Diaz veredelt kein geringerer als der Nati-Captain die Abwehr von Gottéron. Der Freiburger Königstransfer will sich voll in den Dienst der Mannschaft stellen. «Wir wollen als Team erfolgreich sein.»

Alle seine bisherigen 730 National-League Spiele bestritt Raphael Diaz mit seinem Stammclub EV Zug. Im Herbst seiner Karriere trägt der frühere NHL-Spieler (214 Partien für Montréal, Vancouver, New York und Calgary) nochmals ein anderes Trikot. Im Gespräch mit den FN erklärt der 35-jährige Verteidiger und Nationalmannschaftscaptain, warum das «C» auf der Brust für ihn nicht wichtig ist und wie er die Freiburger weiter nach vorne bringen will.

Raphael Diaz, hätten Sie sich vor einem Jahr vorstellen können, dass Sie die Saison 2021/22 mit dem Trikot von Gottéron in Angriff nehmen werden?

Meine Zukunft war sicher offen. Ich ging aber schon davon aus, dass ich in Zug bleiben werde. Doch dann hat sich das mit Freiburg ergeben. Christian Dubé zeigte grosses Interesse. Gottéron war schliesslich das einzige Team, das ich als gute Möglichkeit wahrgenommen habe, zumal einige Jungs hier sind, die ich sehr schätze. Deshalb bin ich nun hier. Und ich freue mich extrem auf diese Herausforderung, auf all das, was auf uns zukommen wird.

Man konnte viel lesen und hören: Scheiterte Ihr Verbleib beim EVZ tatsächlich an der Tatsache, dass Zug Ihnen nicht den gewünschten Vierjahresvertrag angeboten hat – was Gottéron dann tat?

Nein, es war ein langer Prozess. Mein ganzer Fokus lag darauf, eine Lösung zu finden. Das hat sich, weshalb auch immer, nicht ergeben. Für mich ist diese Geschichte vom Tisch und es geht weiter. Wie alle bin ich heiss darauf, das neue Stadion endlich voll zu sehen. Es ist schlicht das Beste der Liga. Vor allem die steilen Tribünen sind toll, das gibt eine unglaubliche Stimmung. Wir Spieler freuen uns extrem darauf.

Es ist nicht das erste Mal, dass Sie für Gottéron und damit einem frankophonen Club spielen. In der NHL trugen Sie das Trikot der Montreal Canadiens. Gibt es zwischen den beiden Vereinen Parallelen?

Es gibt sicher Parallelen. Es fängt mit der Sprache an. Ich verstehe vieles auf Französisch. Meine Frau stammt ja aus Québéc. Wir kommunizieren grundsätzlich in Englisch, aber wenn sie entschieden französisch spricht, begreife ich dann auch, worum es geht (lacht). Vergleichbar sind auch die Stadien. Die Tribünen im Bell Centre von Montreal sind ebenfalls steil gebaut.

Apropos Frau beziehungsweise Familie (Diaz ist Vater einer knapp zweijährigen Tochter): Stimmt es, dass Ihre Familie weiterhin in der Region Zug sesshaft bleibt und Sie mehr oder weniger pendeln werden?

Für mich ist klar, dass mein Fokus dem Eishockey und der Regeneration gilt. Ich will und muss Leistung zeigen. Es hängt immer vom Spielplan ab. Wenn wir drei Spiele in einer Woche haben, ist klar, dass ich hier in meiner Wohnung bleibe. Wenn sich aber die Gelegenheit bietet, dann werde ich bestimmt zu meiner Familie gehen. Unter dem Strich wird sie aber mehr pendeln als ich.

Gottéron-Captain Julien Sprunger sagte im Interview mit den FN, dass Sie sich auffällig behutsam in Ihr neues Team eingeführt haben. Welche Überlegung steckte dahinter?

Keine. Wichtig ist, dass du dir selbst treu bleibst. Man merkt, dass hier ein sehr erfahrenes Team ist mit Spielern, die schon lange in der Liga sind, in der NHL gespielt haben und mit der Nationalmannschaft aufgelaufen sind. Ich bin nicht der Typ, der durch die Tür reinkommt und gleich loslegt. Ich versuche ganz einfach, das Team zu unterstützen und Inputs zu geben. Julien ist seit Jahren Captain hier. Es ist genial, wie er die Rolle ausübt. Führungsspieler gibt es aber viele. Es darf nicht nur einer vorangehen, es muss eine Leadergruppe sein, die vorneweg geht.

Sie sind Captain der Nati und waren es auch in Zug. Für Sie ist es also nicht wichtig, dass Sie das «C» auf der Brust tragen?

Nein. Wir wollen als Team erfolgreich sein. Auch ohne das Captain-Amt versuche ich genau gleich, Anstösse zu geben. Ich trete so auf wie immer, damit wir gemeinsam Erfolg haben. Und klar trifft der Coach Entscheidungen. Julien ist ein Junge aus der Region. Logisch bleibt er Captain.

Was macht für Sie ein Leader aus?

Die Dinge, die du während deiner Laufbahn gelernt hast, Tag für Tag immer wieder abrufen zu können. Manchmal glaubst du, dass du auf einem Level bist, das du einfach konservieren kannst. Aber man kann immer dazulernen. Das ist eine Kopfsache. Als Leader versuchst du, ein Vorbild zu sein. Ich trainiere meine Abläufe, so oft ich kann, damit ich sie im Schlaf beherrsche. Man muss immer dranbleiben und schon im Training probieren, seine Leistung zu verbessern.

Welche spielerischen Qualitäten wollen Sie auf dem Eis in Ihre neue Mannschaft einbringen?

Mein Spiel, wie ich es in den letzten Jahren gezeigt habe. Auf diesem Level will ich spielen. Das heisst, defensiv solid zu sein, aggressiv in der eigenen Zone, damit wir in der Verteidigung gut positioniert sind. Ich will einen guten ersten Pass spielen, damit ich mit in den Angriff gehen kann. Wenn wir gut aus der eigenen Zone kommen, dann haben wir mehr Ruhe in der neutralen Zone und können in die Offensive gehen. Ich will nahe am Spiel sein. Das heisst, dass ich dem Gegner möglichst wenig Zeit gebe und als Verteidiger frech spiele. Klar, ich will möglichst viele Scheiben aufs Tor bringen. Aber der Defensivgedanke steht bei mir Vordergrund. Für mich entscheidend ist überdies, dass ich mein Niveau über die ganze Saison hinweg halten kann. Die Mitspieler sollen wissen: Jetzt kommt der Diaz, der bringt seine Leistung.

Sie haben die Erfahrung im Team bereits angesprochen. Wo sehen Sie andere Stärken?

In der Offensive haben wir sehr clevere und gute Läufer. Wenn ich einem Andrei Bykow im Training zusehe, dann sieht es so aus, als ob er am Hinterkopf auch noch zwei Augen hätte. Auch ein Yannick Herren ist begabt und sehr schnell. Killian Mottet, die Ausländer – das sind alles sehr schnelle Spieler. Eine Stärke ist auch das Powerplay. Als Verteidiger sage ich aber, dass du hinten zumachen musst. Die Chancen und die Tore kommen schon, das ist in jedem Spiel der Fall. Aber hinten – das beginnt bereits in der neutralen Zone – musst du zumachen und aufräumen und den Goalie unterstützen, damit er einen «einfachen» Abend hat.

Erfahrung bringt ein gewisses Alter mit sich. Gottéron stellt das älteste Team der Liga. Birgt das Gefahren?

Wichtig ist ein guter Mix. Du kannst nicht nur junge oder nur alte Spieler haben. Die Frage ist immer, was alt ist und auf welcher Position gespielt wird. Aber klar, hier ist viel Routine vorhanden. Jeder weiss, was er machen muss. Jeder kann die Vorgaben schnell umsetzen. Das ist doch positiv.

Noch über wenig Erfahrung als Coach verfügt Christian Dubé, gegen den Sie noch gespielt haben. Welchen Eindruck konnten Sie von ihm bisher gewinnen?

Er ist ein unglaublicher Pusher. Er will jeden Tag, sei es im Training oder im Spiel, das Beste von jedem sehen. Dubé ist sehr emotional und bringt viel Energie ins Team. Er will um jeden Preis gewinnen.

Der Club hat für die Regular Season einen Platz in den Top 6 als Ziel ausgegeben. Wie sieht es innerhalb der Mannschaft aus?

Die Liga wird immer besser und hat immer stärkere Spieler. Die Ausgeglichenheit nimmt stetig zu und damit wird es von Jahr zu Jahr schwieriger, sich für die Playoffs zu qualifizieren. Ziel Nummer 1 ist deshalb, die Playoffs zu erreichen und sich während der Qualifikation darauf vorzubereiten, um am Tag x bereit zu sein. Dann spielt es auch keine Rolle, ob du Erster oder Dritter bist, oder als Achter noch reingerutscht bist. Bist du mal in den Playoffs und machst die kleinen Details richtig, dann hast du eine gute Chance, um zu gewinnen.

Gottéron hat den Titel noch nie geholt, Sie zuletzt im Frühling mit dem EVZ. Sie wissen, was dafür nötig ist. Was ist das gewisse Etwas, dass den Freiburgern, die schon nahe dran waren, bisher gefehlt hat?

Am Ende entscheiden die besagten Details. Wenn ich mich an die letzte Finalserie gegen Genf erinnere, dann waren die Special Teams ein grosses Thema – und letztlich unser Plus. Wir konnten im Powerplay wichtige Tore erzielen. Wenn du clever bist und so agierst, dass du möglichst wenig Strafen nehmen musst, dann hast du eine gute Chance. Die Differenzen sind so klein, dass Details darüber entscheiden, ob du den Kübel holst oder eben nicht.

Gottéron startet am Dienstag wieder vor vollen Zuschauerrängen beim SCB in die Meisterschaft. Wird das nach all den Geisterspielen – gerade was die Kommunikation unter den Spielern betrifft  – eine Umstellung?

Absolut, es braucht von allen, seien es Spieler oder Schiedsrichter, Anpassungen. Dass die Stadien jetzt wieder voll sind, daran muss man sich erst wieder gewöhnen. Während der letzten Saison mussten wir als Team viel mehr Stimmung machen und Energie ins Spiel reinbringen. Das wird jetzt wieder anders sein. Die Emotionen und die Energie der Fans sind zurück. Darauf freuen wir uns alle.

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