Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

«Die Möbel sind unsere Manifeste»

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Zeitlose Eleganz, wohltuende Unaufgeregtheit, perfekte Harmonie: Was für die Arbeiten von Trix und Robert Haussmann gilt, trifft auch auf das Zürcher Architekten- und Designerpaar zu. Derzeit sind die beiden mit einer Einzelausstellung in der Kunsthalle Fri Art in Freiburg zu Gast. Sie zeigen dort einerseits Möbel- und Designklassiker aus den Sechziger- bis Neunzigerjahren, andererseits eine neue, eigens für das Fri Art geschaffene Spiegelinstallation.

 Die gleiche ruhige Präsenz wie die ausgestellten Objekte strahlen auch deren Erschaffer aus, sobald sie den Raum betreten. Man spürt sofort: Da sind zwei, die schon vor langer Zeit angekommen sind, in ihrer Arbeit und in ihrem Leben. Zwei, die zusammengehören, seit sie 1967 heirateten und im gleichen Jahr in Zürich ihre «Allgemeine Entwurfsanstalt» gründeten. Zwei, die sich ergänzen und gegenseitig inspirieren, auch heute noch, mit über 80 Jahren. «Wir arbeiten immer zusammen und diskutieren viel über unsere Ideen», sagt Trix Haussmann. Aber nicht jeder mache das Gleiche. Sie schaut ihren Mann an, lacht und sagt: «Ich kümmere mich um die Rechnungen, und er ist der Koch.»

Möbel statt Bücher

Der berufliche Gleichklang zwischen den beiden hat seinen Ursprung in ihren Ausbildungsjahren. «Unsere Lehrer waren Bauhäusler, die noch vor dem Krieg gewirkt hatten», sagt Robert Haussmann. Seine Frau ergänzt: «Wir waren die nächste Generation. Was damals im Namen des ‹Bauhaus› gebaut wurde, war bereits sehr degeneriert.» Um neue Wege zu finden, wandten sich Trix und Robert Haussmann der Vergangenheit zu: Sie beschäftigten sich intensiv mit dem italienischen Manierismus des 16. Jahrhunderts, bereisten das Land und zeichneten in Kirchen illusionistische Wandmalereien ab.

Daraus entstand in den Siebziger- und Achtzigerjahren die Serie der «Lehrstücke», von denen einige im Fri Art ausgestellt sind: Möbel, die Architekturzitate sind und bei denen die Funktion die Form stört und verändert. Die Kunsthalle zeigt etwa zwei «Säulenstümpfe», die sich als Möbel mit ausdrehbaren Fächern entpuppen, eine Kommode, deren Schubladenelemente wie die Steine einer Mauer wirken, oder ein Pult, das durch den gleichen Effekt zur Brücke wird.

«Wir haben diese Möbel gemacht, anstatt Bücher zu schreiben», sagt Trix Haussmann. «Sie sind Manifeste über unser Denken.» Die «Lehrstücke» bieten einen Zugang zum gemeinsamen Werk des Ehepaars Haussmann, auch wenn die Möbel anfangs eher ein Hobby waren. «Wir sind Architekten», betont Trix Haussmann. «Die Möbel haben wir in unserer Freizeit gemacht.»

Werke für Generationen

Bis die Möbelentwürfe der Haussmanns in der Schweiz überhaupt wahrgenommen wurden, dauerte es eine Weile. Erst als die Berner Manufaktur Röthlisberger anfing, die Einzelstücke zu produzieren, stiessen sie allmählich auf Anerkennung. Die Ausstellung in Freiburg zeigt, dass die Arbeiten nicht nur durch die Idee, sondern auch durch die Umsetzung bestechen. Die Gestaltungskraft der Designer paart sich mit der Kunstfertigkeit der Handwerker. Dieser Qualitätsanspruch ist für das Ehepaar zentral. Die Möbel sind für Robert Haussmann ein Gegenentwurf zur modernen Wegwerfgesellschaft. Es sei der «Erbstück»-Gedanke, der ihn verfolge, seit er sich einst in Stuttgart an einer Ausstellung zu diesem Thema beteiligt habe. «Ich möchte Objekte schaffen, deren Wert so gross ist, dass man sie von Generation zu Generation weitervererbt.

Als Beispiele dafür zeigt das Fri Art einen aufwendig gearbeiteten Intarsienschrank mit Spiegelelementen, die den Eindruck erwecken, als könne man durch ihn hindurchsehen, und ein scheinbar schwebendes Regal, das Robert Haussmann als eines seiner Lieblingsstücke bezeichnet.

Für ein breites Publikum

Dass Trix und Robert Haussmann kreativ sind wie eh und je, beweisen sie im oberen Stock der Kunsthalle. Balthazar Lovay, Direktor des Fri Art, hat ihnen dort freie Hand für eine neue Rauminstallation gelassen. «Anfangs haben sie sich schwergetan und gesagt, sie seien doch keine Künstler», erinnert sich Lovay. «Also erteilte ich ihnen eine Art fiktiven Auftrag, die Räume neu zu gestalten.» So könnten sie arbeiten, fanden die Architekten, und entwarfen innerhalb eines halben Jahres eine raffinierte, präzise und zugleich verspielte Installation aus lauter Spiegeln.

Sie hätten Respekt gehabt vor der Aufgabe, gesteht Trix Haussmann, seien jetzt aber zufrieden mit dem Ergebnis. Und auch Lovay freut sich: Die Ausstellung sei sehr zugänglich und spreche ein breites Publikum an. Das sei ihm auch um der Haussmanns willen wichtig: «Gerade in der Westschweiz sind die beiden viel zu wenig bekannt; dabei verdienen sie die Aufmerksamkeit.»

Kunsthalle Fri Art,Freiburg. Bis zum 15. Juni. Mi. und Fr. 12 bis 18 Uhr, Do. 12 bis 22 Uhr, Sa. und So. 13 bis 18 Uhr. Öffentliche Führungen: Sa., 17. Mai, 14.30 Uhr (in Anwesenheit von Trix und Robert Haussmann) und Fr., 6. Juni, 17 Uhr.

Möbelstücke zwischen Form und Funktion: Die Kunsthalle Fri Art vereint in ihrer Ausstellung eine Auswahl der schönsten Objekte aus den Sechziger- bis Neunzigerjahren.

 

Weitere Bilder

 

Zu den Personen

Architekten, Designer und Dozenten

Auch wer sich nicht für Möbeldesign interessiert, ist vielleicht bereits mit Entwürfen von Trix und Robert Haussmann in Berührung gekommen: Die beiden haben etwa das«Shop- Ville»im Hauptbahnhof Zürich entworfen, das Hotel Plaza in Basel oder die Erweiterung des Museums Allerheiligen in Schaffhausen. Ihr gemeinsames Wirken begann im Jahr 1967, als sie in Zürich die«Allgemeine Entwurfsanstalt»gründeten, ein Büro für Stadtplanung, Innenarchitektur und Design. Beide brachten ein solidesWissen über Architektur und Designmit: Robert Haussmann, geboren 1931, hatte an der Kunstgewerbeschule Zürich und bei Gerrit Rietveld in Amsterdam (an der heutigen Gerrit Rietveld Academie) studiert. Er war Assistent am Kunstgewerbemuseum in Zürich und leitete ab 1953 mit seinem Bruder das Einrichtungsgeschäft des Vaters. Trix Haussmann-Högl, Jahrgang 1933, erlangte an der ETH Zürich ein Diplom als Architektin und ein Nachdiplom in Orts- und Regionalplanung. Beide waren auch alsDozententätig: Robert Haussmann unterrichtete von 1972 bis 1978 an der Zürcher Kunstgewerbeschule für Innenarchitektur und Produktgestaltung, von 1978 bis 1980 an der ETH Zürich und von 1986 bis 1998 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Trix Haussmann war von 1997 bis 2002 Dozentin an der ETH Zürich. 2013 hat das Bundesamt für Kultur Trix und Robert Haussmann mit dem«Grand Prix Design»ausgezeichnet. Dies sei eine Würdigung «ihres beachtlichen Beitrags zur Schweizer Design- und Architekturgeschichte», hiess es in der Begründung. «Ihr engagiertes Hinterfragen ästhetischer Konventionen war ihrer Zeit voraus und gilt es heute wiederzuentdecken.»cs

 

Mehr zum Thema