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Die Mordtat von Frasses bleibt ungeklärt

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Im Mordprozess von Frasses erlitt Generalstaatsanwalt Fabien Gasser gestern eine klare Niederlage. Er verlangte für die beiden Angeklagten lebenslange Haft und damit die Bestätigung des Urteils des Bezirksgerichts Glane von 2016 (die FN berichteten). Doch das Kantonsgericht unter der Leitung von Michel Favre sprach gestern mildere Urteile.

Die Richter verurteilten den flüchtigen Kosovaren zu 20  Jahren Haft wegen Mordes und Verstosses gegen das Waffengesetz. Im Laufe des Verfahrens sei nicht bewiesen worden, dass der 36-Jährige einer der Schützen in Frasses war. Jedoch sei er ein Mittäter gewesen und habe keine Skrupel gezeigt. Der Kosovare habe die Tat mitgeplant, die Waffen besorgt, eine Unterkunft für die Schützen organisiert, diese zum Tatort und wieder zurück zu ihrem Unterschlupf gefahren sowie einen der Täter aus der Schweiz gebracht, so die Ausführungen der Richter.

Der zweite Angeklagte, ein 35-jähriger Mazedonier, sei nicht am Tatort gewesen, habe allerdings als Komplize mitgewirkt und auch gegen das Waffengesetz verstossen. Die Richter verurteilten ihn deshalb zu neun Jahren Haft. Der Mann habe an einer Versammlung teilgenommen, an der der Mord vorbereitet wurde, den Kontakt zu einem Waffenhändler hergestellt, einem der Täter einen Unterschlupf geboten und seinem Mitangeklagten ein falsches Alibi gegeben, begründeten die Richter ihr Urteil.

Nach der Urteilsverkündung waren sich die Anwälte der Angeklagten und der Opferfamilie einig: Im Mordfall von Fras­ses liege weiterhin vieles im Dunkeln. Denn noch immer ist nicht klar, wer auf den Familienvater geschossen hat. Der Mazedonier beschuldigte im Prozess einen Mann, der bereits verstorben ist. Seine Anwältin, Yaël Hayat, zeigte sich erleichtert und zufrieden. «Das Kantonsgericht hat einen groben Fehler zurückgewiesen», sagte sie. Das Bezirksgericht hatte ihren Mandaten wegen Mordes verurteilt, nun hat er die Rolle eines Komplizen. Ihre Sorge sei gewesen, dass ihr Mandant, mangels anderer Angeklagter, erneut als Täter verurteilt werde.

André Clerc, Verteidiger des flüchtigen Angeklagten, bezeichnete das Urteil als «Verbesserung». Denn das Gericht habe festgehalten, dass die Beschuldigten nicht geschossen hätten. Vielleicht sei das letzte Kapitel in dieser Sache noch nicht geschrieben, sagte der Anwalt weiter. «Eine Berufung ist sehr wahrscheinlich.»

Für einen Teil der Familie sei das Urteil eine Enttäuschung, sagte Stefan Disch, Anwalt der Lebensgefährtin des Mordopfers. Das Verfahren habe die massgebliche Rolle der beiden Angeklagten beim Mord aufgezeigt. Dafür, dass der Mazedonier in allen Etappen präsent gewesen sei, habe er für seine Komplizenschaft nicht teuer bezahlen müssen.

Abrechnung zwischen Clans

Der Mord in Frasses ereignete sich am 11. Mai 2013 kurz vor Mitternacht. Als ein Familienvater in Begleitung seiner Verlobten und seiner vier Kinder nach Hause zurückkehrte, eröffneten zwei Personen das Feuer. 15 Projektile trafen den Italiener mit kosovarischen Wurzeln. Die Tat soll eine Abrechnung zwischen zwei kosovarischen Familienclans gewesen sein. Diese Fehde soll bereits über 25 Todesopfer gefordert haben.

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