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Die motorisierte Büffelherde von Cordast

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Ein Feld im Seebezirk, genau zwischen Kleinguschelmuth, Guschelmuth, Cordast und Gurmels gelegen. Es ist heiss an diesem Sonntagnachmittag, die Sonne brennt vom wolkenlosen Himmel. Flirrende Spannung liegt in der Luft: Zwei junge Frauen flankieren den Rennchef und stellen sich in der Startkurve auf. Ihnen gegenüber, im von Barrieren gesäumten Startbereich, drängen sich 44 Motocross-Fahrer auf ihren Maschinen. Eine der Frauen hebt die 15-Sekunden-Tafel. «Ein guter Start kann entscheidend sein», erklärt Beat Bruder.

Der Speaker hat von seinem Turm inmitten der 16 Kurven zählenden Strecke alles im Blick. Gute zehn Meter weiter unten wird die 5-Sekunden- Tafel gen Himmel gestreckt. Dann lassen die Piloten ihre Motorräder aufheulen und stürzen sich wagemutig ins Rennen. Einige von ihnen werden aufs Gras abgedrängt, das die erdige Piste säumt, und müssen ihr Gefährt wieder auf Kurs bringen. Eine Staubwolke liegt über der Startkurve. Die schiere Kraft der Maschinen und die Dynamik, mit der sich die Gruppe in Bewegung setzt, beeindrucken und lassen den Beobachter an eine Büffelherde denken.

22 Starts pro Tag

Entspannt beobachtet Beat Bruder das Geschehen und informiert das Publikum am Streckenrand über Positionswechsel an der Spitze. Gerade wenn die schnellsten Piloten auf der 1450 Meter langen Strecke ihre langsamsten Rivalen zu überrunden beginnen, nehmen die Zaungäste seine Einordnungen dankbar auf. Kettenschäden, Stürze, weite Sprünge, waghalsige Überholmanöver: Bruder, der seinen Sohn während langer Jahre als Mechaniker bei Motocross-Rennen begleitete, hat am Wochenende des Motocross Cordast vieles erlebt.

Sowohl am Samstag als auch am Sonntag standen morgens die freien Trainings der in sieben Kategorien startenden Fahrerinnen und Fahrer an. Darauf folgten jeweils 15 Rennläufe à 10, 15 oder 20 Minuten: Von den kleinsten Teilnehmern mit ihren 65-Kubikzentimeter-Maschinen bis zu den «Grossen» auf 450-ccm-Viertaktmotorrädern bewältigen alle Sportler zwei Läufe. Der dritte Lauf der mit einer nationalen FMS-Lizenz ausgestatteten Cracks, die an der Schweizer Meisterschaft starten werden, bildet am Abend den Höhepunkt des zweitägigen Saisonstarts der jeweils sieben bis neun Rennen umfassenden Freiburger Motocross-Meisterschaft AFM.

Familiensache Motocross

«Bei so vielen Kategorien geht es Schlag auf Schlag», sagt der viel beschäftigte Speaker. Das Publikum weiss es zu schätzen: Am Rand des Rundkurses mischen sich Romands und Deutschschweizer, Szenekenner und Neulinge, welche die Gelegenheit nutzen, in den Motorsport hineinzuschnuppern. Viele Familien wohnen dem erstmals in Cordast stattfindenden Anlass bei. Auch beim Besuch in den zwei Fahrerlagern wird klar, dass Motocross Familiensache ist: Einer der 200 Starter am Sonntag ist der elfjährige Thuner Philippe Messerli. Gerade hat er den ersten Lauf in der Kategorie Mini 85 auf dem vierten Rang beendet. Wie alle Piloten von Kopf bis Fuss in Schutzkleidung gehüllt, zieht er nun den massigen Schutzhelm aus. «Die Piste ist sehr gut, wenn man bedenkt, dass sie extra für die zwei Tage auf diesem Feld gebaut wurde», lobt Messerli die Veranstalter des Töffclubs Seisa-See. Derweil kümmert sich sein Vater ums Gefährt. Dank ihm könne er zu Hause auf einer eigenen Strecke trainieren, erklärt Philippe. Heutzutage ginge es im Motocross ohne Auslandsreisen zu Trainingszwecken aber dennoch nicht.

Dies bestätigt auch Philippe Bongard: «Trainingsmöglichkeiten sind im Kanton Freiburg heute eher rar», sagt er, der selber während 25 Jahren als Motocrossfahrer aktiv war. Der Routinier coacht heute junge Piloten und begleitet sie auf Trainingsreisen ins europäische Umland. Er schwärmt von den perfekten Bedingungen in Cordast: «Die meisten Fahrer bevorzugen eine trockene Piste.» Als Schlammliebhaber gehöre er zu einer Minderheit, meint Bongard mit einem Augenzwinkern.

Ein Sport für alle Sinne

Auch Bruno Regamey, Präsident des organisierenden TC  Seisa-See, schlägt schwelgerische Töne an, wenn man ihn über die Faszination des Motocross-Sports befragt: «Der Geruch nach umgegrabener Erde und Gras, die imposante Geräuschkulisse, die Technik der Maschine, das geforderte Geschick beim Bewältigen der Piste – all das macht den Sport für mich aus.» Motocross sei ein Sport für alle Sinne. Regamey leitet beruflich eine mechanische Werkstätte in Cordast. Diese technische Affinität, die in Beruf und Hobby ausgelebt wird, findet sich bei vielen Teilnehmern. Motocross-Fahren ist eine kostspielige Freizeitaktivität. Wer in der Lage ist, eigenhändig Reparaturen und Modifikationen an der Maschine vorzunehmen, spart Geld.

Beim Nachwuchs fungiert häufig noch der Vater als Mechaniker. «Viele Mütter reisen ebenfalls mit zu den Rennen und sorgen als Köchinnen für das leibliche Wohl», weiss Speaker Bruder zu berichten. Wer jetzt denkt, dass die Frauen nur im Hintergrund wirken und den Männern den Rücken freihalten, hat sich jedoch getäuscht: «Etwa 30 Frauen und Mädchen verfügen über die kantonale AFM-Lizenz, davon sind 15 bis 20 hier am Motocross Cordast präsent», erklärt Bruno Regamey. Für besonderes Aufsehen sorgte die junge Schmittnerin Nina Herren-Stebler: Sie dominierte an beiden Renntagen in der Kategorie Kids 65 und wurde zwei Mal zur souveränen Siegerin gekrönt.

Rubrik

Lokaltermin

Unter der Rubrik «Lokal­termin» besuchen die FN regelmässig einen der vielen Breitensportanlässe in der Region.

fm

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