Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Die Naturschützer machen nicht mit

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Das Drei-Seen-Land ist die Gemüsekammer der Schweiz. Rund ein Viertel des inländischen Gemüses wächst in der Region zwischen Neuenburger-, Bieler- und Murtensee. Doch die Felder senken sich ab. Die Moorböden enthalten viel Torf. Sobald Torf nicht mehr wassergesättigt ist, zersetzt er sich. Da Torfböden viel Kohlenstoff speichern, gelangen so erhebliche Mengen des klimaschädlichen CO2 in die Atmosphäre. Doch der Bodenschwund ist nicht nur ein Problem für das Klima. Er bereitet auch den Landwirten Sorgen: Ist der nährstoffreiche Torfboden einmal verschwunden, kommen darunter Bodenschichten zum Vorschein, die weniger fruchtbar sind.

Unterschiedliche Interessen

Aus Kreisen der Landwirtschaft wurde deshalb der Ruf nach einer dritten Juragewässerkorrektion laut. Die Interessengemeinschaft Pro Agricultura Seeland (PAC) kämpft an vorderster Front und initiierte dazu eine «Landsgemeinde Drei-Seen-Land». Über 360 Vertreter aus Landwirtschaft, Natur- und Landschaftschutz, von 230 Gemeinden und fünf Kantonen sowie Grundeigentümer fanden sich dazu in Murten ein. Die Landwirte forderten besseren Zugang zu Wasser für ihre Felder und eine Bodenverbesserung, die Naturschützer mehr Biodiversität und Lebensraum für Tiere und die Gemeinden Wachstum. Per Akklamation gaben sie die Gründung des Vereins Zukunft Drei-See-Land in Auftrag. Damals waren sich alle einig, dass für eine ganzheitliche Lösung in naher Zukunft alle ins Boot müssten.

Doch nun kommt es anders: Pro Natura, Birdlife, WWF und Landschaftschutz Schweiz werden nicht Mitglieder des Vereins sein: «Die Initianten verfolgen den Weg, einen Verein unter Beteiligung und Mitsprache der Gemeinden aufzugleisen. Ein Stimmrecht für die Schutzorganisationen ist nicht vorgesehen», sagt Marcel Liner von Pro Natura auf Anfrage. «Und falls es uns trotzdem gewährt wird, wären wir immer in der Minderheit.» Ein kon­struktives, partizipatives Mitarbeiten sei so nicht möglich.

Eine eigene Vision

Pro Natura werde nun gemeinsam mit den Naturschutzorganisationen Birdlife, WWF und Landschaftsschutz eine eigene Vision für die Re­gion und insbesondere für den Umgang mit der Biodiversität und mit den organischen Böden entwerfen. «Diese Vision werden wir selbstverständlich dem neuen Verein vorstellen.» Die Produktion von Reis gilt als eine Möglichkeit, Anbau und Biodiversität zu vereinen (siehe Kasten).

Die grossen Schweizer Umweltschutzorganisationen haben sich in ihrem Entscheid, nicht beim Verein mitzumachen, abgesprochen: «Wir werden beim neuen Verein, der primär der Finanzbeschaffung für das Projekt dient, nicht dabei sein. Wir erachten dies auch nicht als nötig», sagt Raimund Rodewald, Geschäftsleiter der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz. Herbert Känzig, Präsident WWF Freiburg, sagt: «Da im neu zu gründenden Verein nur öffentliche Trägerschaften, in erster Linie Gemeinden und Kantone sowie Flurgenossenschaften, Mitglieder mit Stimmrecht sein werden, haben sich die Umweltorganisationen Birdlife Schweiz, Pro Natura und WWF entschlossen, vorerst nicht Mitglieder des neuen Vereins zu werden.» Eine spätere Zusammenarbeit sei damit aber nicht ausgeschlossen: «Die Aspekte des Umweltschutzes müssen unbedingt berücksichtigt werden.» Exakt dasselbe sagt auch Christa Glauser von Birdlife Schweiz.

Markus Ith als Geschäftsführer

«Nur Gemeinden, Burgergemeinden und Flurgenossenschaften werden ein Stimmrecht erhalten», bestätigt PAC-Präsident Peter Thomet auf Anfrage. Private Land­eigentümer müssten sich als juristische Person zusammenschliessen.

Das Ziel des Vereins sei, sich für Fruchtfolgeflächen einzusetzen, Gelder für die Ernährungssicherheit abzuholen sowie einen Ausgleich zu den Zentren zu schaffen, insbesondere in Bezug auf die Raumplanung. Der FDP-Grossrat Markus Ith aus Murten werde an der Gründungsversammlung am 5. April als Geschäftsführer vorgeschlagen. Dies bestätigt Ith auf Anfrage und sagt: «Der Verein wird sich analog der Haustadtregion Schweiz staatspolitisch organisieren.» Die Statuten und der Wortlaut des Zweckartikels würden nächste Woche bekannt gegeben. Die Grundausrichtung sei, Landwirtschaftsland zu erhalten. «Aber auf gesamtheitlicher Ebene, so dass sich alle einbringen können.»

Pilotversuche

Nassanbau von Reis in Mont-Vully

Landwirte führen gemeinsam mit Agroscope, der Schweizer Forschungsstelle für Landwirtschaft, Ernährung und Umwelt, und der Berner Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften Pilotversuche zum Nassanbau von Reis im Mittelland durch. Erste Versuche in der Grenchner Witi und in Schwandernau waren erfolgreich, nun folgen weitere Tests auf grösseren Flächen. Unter anderem auch im Kanton Freiburg, wie Thomas Walter von Agroscope den FN erklärt: Auf einer Fläche von rund 30 Aren soll entlang des Broye-Kanals auf Gemeindegebiet von Mont-Vully Nassreis wachsen. Für Thomas Walter ist klar: «Die Flächen und die Nachfrage sind da.» Das Produkt Nassreis sei bewusst gewählt: «Er entwickelt sich einen Monat schneller als Trockenreis.» Das Projekt befinde sich noch in der Pilotphase und diene dazu, die wirtschaftliche Situation der Bauern und gleichzeitig die Auswirkungen der Nahrungsmittelproduktion auf die Umwelt zu verbessern. Mit dem Klimawandel seien Landwirte mit erschwerten Produktionsbedingungen konfrontiert. «Geht es mit dem Klima so weiter wie bisher, ist der Nassanbau von Reis auch im Seeland möglich.» Gleichzeitig könnten seltene Tier- und Pflanzenarten gefördert werden. «Auch der ökologische Fussabdruck der Nassreis-Produktion könnte besser ausfallen als die klassische Landwirtschaft mit Mais, Zuckerrüben oder Weizen. Dies ist jedoch noch weiter zu erforschen», sagt Walter. Die temporäre Flutung könne zu einer Verbesserung der Treibhausgasbilanz von Böden führen.

Vier bis sieben Tonnen

Es habe sich beim Versuch in Grenchen zudem gezeigt, dass auch nährstoffreiches Wasser aus einer Drainage verwendet werden kann. Gedüngt hätten sie bei den Projekten im vergangenen Jahr nicht. «Das Ertragspotenzial liegt bei vier bis sieben Tonnen und mehr Roh­reis pro Hektare.»

emu

 

Weitere Infos: www.nassreis.ch und www.feuchtacker.ch

 

Kommentar (0)

Schreiben Sie einen Kommentar. Stornieren.

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die Pflichtfelder sind mit * markiert.

Mehr zum Thema