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Die neue Bescheidenheit der einstigen Tennismacht

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Autor: Matthias Fasel

TennisDas Australian Open im Januar war ein weiterer Beweis dafür, dass US-Amerikanern bei den wichtigsten Tennisveranstaltungen keine Hauptrollen mehr zukommen. Erstmals seit fast 40 Jahren qualifizierte sich beim Grand-Slam-Turnier in Melbourne kein einziger Amerikaner für den Achtelfinal. John Isner (ATP 17) scheiterte in der dritten Runde in fünf Sätzen am Spanier Feliciano Lopez, Mardy Fish (ATP 8) flog in Runde zwei sang- und klanglos in drei Sätzen gegen den Kolumbianer Alejandro Falla raus. Dies auf Hartplatz – der traditionell besten Unterlage für amerikanische Tennisspieler.

Ausgerechnet dieses Duo soll nach der verletzungsbedingten Absage des langjährigen Teamleaders Andy Roddick (ATP 19) am Wochenende in Freiburg für die USA in den Einzeln den Grundstein für die Überraschung legen. Und dies auch noch auf dem ungeliebten Sandbelag.

Getrenntes Traum-Doppel

Die Amerikaner machten an der gestrigen Pressekonferenz keinen Hehl daraus, dass sie sich selbst ebenfalls in der Aussenseiterrolle sehen. «Jedes Team, das gegen eine Mannschaft mit Roger Federer spielt, hat es schwer», sagte beispielsweise Isner. Doch in der Rolle des Aussenseiters scheinen sich die Spieler nicht unwohl zu fühlen. Der lockere und humorvolle Auftritt an der Pressekonferenz unterstrich, dass die USA in Freiburg ohne Druck aufspielen können. So brachte Mardy Fish die Journalisten beispielsweise zum Schmunzeln, als er sagte, er betrachte den Davis-Cup-Match auf Sand nicht als Unterbruch der Hartplatz-Saison. Vielmehr seien die Australian Open ein Unterbruch in der Vorbereitung auf die Partie in Freiburg gewesen.

Nebst Roddick fehlt den USA mit Bob Bryan noch ein zweiter wichtiger Spieler. Mit seinem Bruder Mike Bryan bildet er das wohl beste Doppel der Welt. 18:2 beträgt die Doppel-Bilanz der Zwillinge im Davis Cup. Weil Bob kürzlich Vater geworden ist und auf die Partie verzichtet, wird Mike Bryan deshalb ausnahmsweise mit Mardy Fish spielen müssen. «Er ist zwar kein Linkshänder wie mein Bruder, aber sonst ein hervorragender Doppelspieler. Wir haben bereits einmal zusammen gespielt und in Spanien gewonnen. Ich bin deshalb zuversichtlich», so Mike Bryan.

«Schnelle Verhältnisse»

Wie die Schweizer betrachten auch die Amerikaner den Court nicht als typischen Sandplatz. «Die Höhe, die Halle und die Bälle sorgen für schnelle Verhältnisse. Der Sand verlangsamt dies zwar wieder. Wir sind aber zufrieden», sagte Captain Jim Courier. Insgesamt zufrieden mit dem Bodenbelag ist auch Isner. «Die Bälle springen nicht immer gleichmässig ab, aber das ist bei nicht fix installierten Sandplätzen eigentlich immer der Fall.» Der aufschlagsstarke 206 Zentimeter grosse Hüne gab sich jedenfalls vorsichtig optimistisch. «Wir hätten nicht die ganze lange Reise auf uns genommen, wenn wir nicht hier wären, um zu gewinnen.» Isner wird voraussichtlich am Freitag Roger Federer fordern. Der Schweizer warnt vor seinem Gegner. «Isner gehört eigentlich in die Top 10. Seine Aufschläge sind extrem schwer zu retournieren. Aber bisher habe ich noch nie gegen ihn verloren, weshalb ich dennoch zuversichtlich bin.»

Keine Szenen wie 1992 in Fort Worth zu erwarten

Im Spielerkader fehlt den Amerikanern ein richtiges Aushängeschild. Isner ist höchstens bekannt für sein episches Spiel 2010 in Wimbledon gegen Nicolas Mahut, als er nach einer Gesamtspielzeit von über elf Stunden im fünften Satz mit 70:68 siegte. Der Star des Teams ist aber eigentlich Captain Jim Courier. Die ehemalige Nummer eins der Welt kam gestern auch noch einmal auf den Davis-Cup-Final von 1992 zu sprechen, den er als Spieler der USA in Fort Worth gegen die Schweiz gewonnen hatte. (vgl. FN vom Dienstag). «Es gab viel Stress im Team, weil John Mc Enroe gerade eine Scheidung hinter sich hatte. Und es gab auch Zoff zwischen den Teams, vor allem zwischen Andre Agassi und den Schweizer Spielern.» So etwas sei am Wochenende in Freiburg aber nicht zu erwarten. «Alle Beteiligten verstehen sich sehr gut», so Courier. Federer, der damals elf Jahre alt war, hat zwar keine Erinnerungen an diesen Final, liess sich aber ebenfalls zu einem Kommentar hinreissen. «Es wäre natürlich nett, wenn wir Revanche für damals nehmen könnten.»

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