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«Die Ökumene wird bei uns gelebt»

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«Die Ökumene wird bei uns gelebt»

Enge Zusammenarbeit zwischen der katholischen und der reformierten Kirche in Bösingen

In keiner anderen Sensler Gemeinde ist der Anteil der Evangelisch-Reformierten im Vergleich zur Gesamtbevölkerung so gross wie in Bösingen. Die katholische und die reformierte Kirche tragen dieser speziellen Situation Rechnung und arbeiten in vielen Bereichen sehr eng zusammen.

Autor: Von IMELDA RUFFIEUX

Die Gemeinde Bösingen hat in den letzten Jahren eine grosse Zuwanderung aus benachbarten bernischen Gemeinden erfahren. Kein Wunder, dass auch die Zahl der Bürgerinnen und Bürger, die der evangelisch-reformierten Konfession angehören, ständig gewachsen ist. Momentan gehören von den 3273 Einwohnern 1716 der römisch-katholischen und 1119 der reformierten Kirche an.

Enge Zusammenarbeit seit Jahren

Dieser Nähe der beiden Konfessionen sind sich auch der katholische Pfarreirat und der reformierte Kirchgemeinderat bewusst. Nicht erst seit gestern wird deshalb in vielen Bereichen eng zusammengearbeitet. Zweimal im Jahr treffen sich die beiden Kirchenbehörden, wobei der Seelsorgerat (sieben Mitglieder) der katholischen Kirche jeweils miteinbezogen ist. Cornelia Gerster, Präsidentin des Kirchgemeinderates betont, dass die Ökumene einen grossen Stellenwert einnimmt. «Wir arbeiten zusammen, wo wir können und dies schon seit Jahren», erklärt Pfarreipräsident Patrick Schmutz.

Viele konfessionell gemischte Familien

Mindestens einmal im Jahr wird ein ökumenischer Gottesdienst abgehalten und auch der sogenannte Kanzeltausch gehört seit Jahren zur Tradition. «Diese Gottesdienste sind sehr gut besucht», hält Cornelia Gerster fest. Das Angebot komme vor allem auch deshalb gut an, weil es viele gemischt-konfessionelle Familien gebe. «Das gibt ihnen die Gelegenheit, auch einmal gemeinsam einen Gottesdienst zu besuchen», ergänzt Patrick Schmutz.Der Wille zur Ökumene sei seitens der beiden Pfarrer – Michael Roth und Pater Adam Serafin – grundsätzlich vorhanden, auch wenn noch ein paar konfessionelle oder auch organisatorische Hürden (z.B. Terminplanung) zu überwinden seien.

Viele gemeinsame Termine

Weitere Anlässe, die gemeinsam organisiert werden oder beiden Konfessionen offenstehen, sind die Kinderbibelwoche sowie ein Ferienpass-Angebot. Beide Kirchen sind auch mit je 10 000 Franken an der Finanzierung der Jugendarbeiter-Stelle beteiligt. Schon seit vielen Jahren wird die Fastensuppe zusammen veranstaltet. «Das ist ein sehr durchmischter Anlass, es sind jeweils sehr viele Familien dabei», erzählt der Pfarreipräsident. Symbolisch für das gelebte Nebeneinander beider Kirchen ist das Erntedankfest: Die Mitglieder beider Konfessionen halten zur gleichen Zeit, aber getrennt, ihre Gottesdienste ab und treffen sich danach zum gemeinsamen Aperitif.Pfarrer Roth spricht sich mit Vreni Stulz, der Pfarreibeauftragten der katholischen Pfarrei, ab. Diese betreut im Übrigen neben den Gläubigen im Gebiet der Gemeinde Bösingen auch die rund 650 Katholiken in Laupen, Gammen und Kriechenwil. Einmal im Monat geniessen diese Gastrecht in der reformierten Kirche von Laupen.

Gemeinsame Nutzung der Kirche

«Man kann sagen, die Ökumene hat sich in Bösingen bereits institutionalisiert», führt Patrick Schmutz aus. Die reformierte Kirchgemeinde ist insbesondere auch froh, regelmässig Räumlichkeiten der katholischen Pfarrei benützen zu dürfen, denn bislang stehen ihr keine sakralen Räumlichkeiten zur Verfügung. Die Gottesdienste finden deshalb in der Aula oder in der Pfarrkirche statt.Auch kirchliche Feste wie Karfreitag oder Konfirmation werden in der katholischen Kirche gefeiert. «Das geht ganz gut. Aber manchmal ergibt sich halt das Problem, dass die Kirche von beiden Gemeinschaften gleichzeitig belegt werden möchte», erklärt Cornelia Gerster.

Gespräche über ein gemeinsames Zentrum

Nicht zuletzt deshalb hat die Kirchgemeinde die Planung eines eigenen Zentrums vorangetrieben. Angesichts der guten Zusammenarbeit war es naheliegend, dass in der Anfangsphase auch für dieses Projekt der Kontakt mit der Pfarrei gesucht wurde. Man erhoffte sich davon noch mehr Synergien. Man hätte sich sogar vorstellen können, im neuen Gebäude ein gemeinsames Sekretariat einzurichten.

Absage aus finanziellen Gründen

«Der Pfarreirat hat intensiv über ein gemeinsames Projekt diskutiert. Rein gefühlsmässig wären wir gerne darauf eingestiegen. Aus finanziellen Überlegungen mussten wir jedoch absagen», führt der Pfarreipräsident aus. Er erinnert an die kürzlich erfolgte Renovation des Saales beim Gasthof Drei Eidgenossen (Pfarrei und Gemeinde sind zu 50 Prozent beteiligt) sowie die bevorstehende umfassende Renovation des Pfarrhauses – einem Gebäude, das eigentlich der Pfarrpfrund gehört und kulturhistorisch sehr wertvoll ist.Dazu kommt, dass die Zukunft der Pfarrei angesichts der weiteren Entwicklung im Bezug auf die Seelsorge-Einheiten noch nicht ganz klar ist. Bösingen bildet mit Düdingen eine Einheit, so dass inskünftig wohl die Zusammenarbeit noch intensiviert wird. «Ein gemeinsames Zentrum wäre sehr schön gewesen», unterstreicht Patrick Schmutz. Ohne Steuererhöhung wäre eine Beteiligung aber nicht finanzierbar gewesen und er vermutet, dass diese auf Ablehnung gestossen wäre.

Auch für ökumenische Anlässe

Er sei froh, dass die reformierte Kirchgemeinde das Projekt trotz des Rückzugs der Pfarrei weiterverfolgen könne. «Diese Gespräche gaben uns aber auch Auftrieb für unsere weitere Planung», erklärt Cornelia Gerster. Und sie weist darauf hin, dass das zukünftige Haus der Begegnung selbstverständlich auch für ökumenische Anlässe verwendet werden könne.Die Kirchgemeindemitglieder haben dem Landkauf für den Bau des neuen Zentrums mit grossem Mehr zugestimmt (FN vom 30. November 2006). Der Landbesitzer hätte gerne ein Gemeinschaftsprojekt auf dem Grundstück mitten im Dorfzentrum gesehen. Er hat aber dann doch dem Verkauf zugestimmt, unter der Bedingung, dass keine Kirche gebaut wird. Wenn alles nach Plan verläuft, kann im Sommer 2007 der Baubeginn erfolgen, so dass das Gebäude Ende 2008 bezugsbereit ist.

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