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Die Ortsdurchfahrt von Flamatt soll mit einer 30er-Zone sicherer werden

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Verkehrsthemen interessieren und polarisieren: Das zeigte sich am Mitt­woch­abend einmal mehr in Flamatt. Weit über 100 Personen nahmen in der gut gefüllten Aula der Primarschule Platz, um sich vom Gemeinderat erstmals über das Projekt zur Neugestaltung der Ortsdurchfahrt orientieren zu lassen.

Es sei der Exekutive ein Bedürfnis, das Projekt möglichst ohne Einsprachen umzusetzen, erklärte Gemeinderat Erwin Grossrieder. «Deshalb ist es uns wichtig, dass die Bevölkerung über das geplante Vorhaben informiert ist und ihre Anliegen einbringen kann.» Er erinnerte daran, dass sich das sogenannte Valtraloc-Projekt nach wie vor auf der Konzeptstufe befinde und deshalb noch nicht alle Details geregelt seien – etwa, wie die Ortsdurchfahrt im Bereich des Autobahnkreisels oder der Kreuzung Bernstrasse/Neueneggstrasse aussehen werde. Für beide Knotenpunkte gebe es mehrere Varianten. «Für gewisse Massnahmen wird die Gemeinde Wünnewil-Flamatt zudem Landkäufe tätigen müssen», sagte Erwin Grossrieder. «Die Verhandlungen mit den Besitzern werden in einem nächsten Schritt geführt.»

Eine 30er-Zone im Kern

Markus Hofstetter, Ingenieur des zuständigen Planungsbüros Kontextplan, erklärte, dass sich die vorgesehenen Massnahmen auf die Kantonsstrasse zwischen Autobahn-Kreisel und Chrummatt-Tunnel konzentrieren werden. «Dieser Perimeter wurde mithilfe von Videoaufnahmen, Unfalldaten, Verkehrs- und Geschwindigkeitsmessungen analysiert.»

Auf der Grundlage dieser Daten teilte das Büro die Hauptstrasse in verschiedene Zonen ein. Die Strecke zwischen Poststelle und Coop-Filiale wurde so etwa als Kernzone definiert. «Im Zentrum treffen besonders viele Verkehrsteilnehmer aufeinander. Deshalb muss nun geprüft werden, ob es sinnvoll wäre, hier die Geschwindigkeit auf 30 Stundenkilometer zurückzunehmen.» Weiter sehen die Pläne auf diesem Abschnitt Längsparkierungen und Bäume auf beiden Strassenseiten vor, die verkehrsberuhigend wirken sollen.

Durch das ganze Dorf – vom Autobahnkreisel bis zur reformierten Kirche – sollen die Fahrspuren auf dreieinhalb bis drei Meter verschmälert werden; die beiden Fahrspuren sollen ausserdem durch einen eineinhalb bis zwei Meter breiten Mittelbereich voneinander abgegrenzt werden. «Dieser Mittelbereich hat mehrere Funktionen. Er dient zum einen als Einspurzone und ermöglicht zum anderen das sichere Überholen von Velofahrern.»

Weiter könne der Mittelbereich durch eine flächige Markierung und verschiedene Elemente einen Beitrag zur Verkehrssicherheit leisten, sagte Hofstetter mit Verweis auf die Ortsdurchfahrt von Köniz: «Er kann je nach Bedürfnis und Situation mit Bäumen, Schutzpollern oder Kandelabern versehen werden.»

«Nicht alle Probleme lösen»

«Vertragen sich die Massnahmen mit dem Verkehrsaufkommen in Flamatt?», wollte ein Mann wissen. «Ja», sagte Markus Hofstetter, erneut Bezug nehmend auf das Beispiel Köniz. Dort betrage das Verkehrsaufkommen 18 000 Fahrzeuge pro Tag und liege damit rund 5100 Fahrzeuge über jenem von Flamatt. «In Köniz hat man mit vergleichbaren Massnahmen zur Verkehrssicherheit sehr gute Erfahrungen gemacht. Aber natürlich wird das Projekt nicht alle Probleme lösen. Weniger Verkehr können wir Ihnen dadurch nicht versprechen – aber eine erhöhte Verträglichkeit.»

Sie könne nicht begreifen, warum der Chrummatt-Tunnel nicht in die Planung miteinbezogen worden sei, sagte eine Frau: «Das ist der wohl gefährlichste Punkt im ganzen Dorf.» Ein Restaurantbesitzer äusserte zudem seine Bedenken wegen der geplanten Längsparkierungen: «Dadurch werden viele heutige Parkmöglichkeiten verloren gehen. Das könnte sich für die Gewerbetreibenden zu einem grossen Problem entwickeln.» Erwin Grossrieder versprach, die geäusserten Bedenken in das weitere Verfahren miteinzubeziehen.

Baustart frühestens 2019

Seit der Gemeinderat das Valtraloc-Dossier 2012 an die Hand genommen hat, kam es nur langsam voran. Die Prüfung des Vorprojekts durch den Kanton dauerte länger als angenommen und wurde erst diesen Herbst abgeschlossen. Seither ist eine Projektgruppe, bestehend aus Vertretern des kantonalen Tiefbauamtes und der Gemeinde, daran, die Ausführung des Valtraloc-Projekts zu planen. Diese ist für Herbst 2019 vorgesehen.

Die Kosten schätzt die Gemeinde auf rund sechs Millionen Franken. «Diese werden zwischen dem Kanton Freiburg und der Gemeinde Wünnewil-Flamatt aufgeteilt», erklärte Erwin Grossrieder. «Der genaue Verteilschlüssel sollte bis zur Generalratssitzung von nächstem April bekannt sein.» Bis dann will der Gemeinderat dem Parlament auch ein entsprechendes Kreditbegehren unterbreiten.

VCS Freiburg

30er-Zone soll bis zur neuen Migros verlängert werden

«In Anbetracht der vielen Ein- und Ausfahrten auf dieser Strecke würden wir es begrüssen, wenn die geplante 30er-Zone bis zum Standort der neuen Migros verlängert würde», erklärte Pius Odermatt von der Freiburger Sektion des Verkehrs-Clubs der Schweiz (VCS) gestern auf Anfrage. Es sei dem VCS ein zentrales Anliegen, dass bei der Gestaltung der neuen Ortsdurchfahrt von Flamatt auf die Anliegen der schwächsten Verkehrsteilnehmer besondere Rücksicht genommen werde. «Deshalb sprechen wir uns für die Schaffung einer separaten Velospur aus.» Im Bereich der geplanten Längsparkierungen müsse zudem unbedingt darauf geachtet werden, dass dadurch keine zusätzliche Gefahr entstehe. «Der VCS wird die weitere Planung in jedem Fall mit Interesse verfolgen», so Odermatt.

mz

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