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«Die Ozeane betreffen uns alle»

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Beim Wort «Färöer» denken wohl die meisten Schweizerinnen und Schweizer an ein Fussballteam, das ab und an gegen unsere Nati kickt. Nicht so Dominique Steiger: Nächste Woche fliegt sie mit der Umweltorganisation Sea Shepherd (siehe Kasten) zur Inselgruppe, die im Nordatlantik zwischen den Britischen Inseln, Norwegen und Island liegt. Dort will sie sich als freiwillige Helferin gegen den traditionellen Grindwalfang, den Grindadráp, kurz auch nur Grind, einsetzen.

Treibjagd zur Küste hin

Jeweils von Juni bis September ziehen die Grindwale, die zur Familie der Delfine gehören, vom Äquator Richtung Arktis. Dabei schwimmen sie an den Färöer-Inseln vorbei. «Entdecken die Fischer eine solche Herde, fahren sie mit kleinen Booten aufs Wasser und treiben die Tiere mit Krach und Lärm auf den Strand zu», erklärt Dominique Steiger. Dort warten Leute, welche den gestrandeten Grindwalen das Rückenmark hinter dem Kopf durchtrennen. Denjenigen Tieren, die noch im seichten Wasser sind, stecken die Fischer einen Haken ins Blasloch und ziehen sie so an Land. «So wird eine ganze Herde ausgelöscht.» Es lägen keine Zahlen vor, die belegten, dass Grindwale nicht vom Aussterben bedroht sind. «Wenn das Töten nicht gestoppt wird, könnte es die Grindwale gefährden.»

In der Europäischen Union (EU) sei das Töten von Meeressäugern per Gesetz verboten, erklärt Dominique Steiger. Dänemark gehöre zur EU und habe die Waljagd eingestellt. Die Färöer stünden zwar unter dänischem Protektorat, betrieben aber immer noch Walfang. «Und ein Ende ist auch nicht in Sicht, da die Färöer unabhängige Gesetze haben.»

«Quasi vor der Haustür»

Auf die Organisation Sea Shepherd ist die Luzernerin, die seit knapp zehn Jahren in Freiburg lebt, während eines Informationsanlasses im Centre Fries in Freiburg gestossen. «An der Organisation gefiel mir, dass sie sehr direkt und unkompliziert ist: Jeder kann das beitragen, was er will und kann.» Neben einer Spende oder dem Kauf von T-Shirts oder anderen Artikeln gebe es auch die Möglichkeit, Zeit zu investieren; sei es durch die Betreuung von Ständen bei Informationsanlässen oder aber direkt in den Kampagnen.

Die Feldarbeit sei nicht von Anfang an ihr Ziel gewesen, sagt sie. Durch ihre Mitgliedschaft bei Sea Shepherd habe sie jedoch begonnen, die Aktionen mitzuverfolgen. So zum Beispiel die Bemühungen diverser Umweltorganisationen in der japanischen Küstenstadt Taiji. Dort werden Delfine in einer Bucht zusammengetrieben, die schönsten Exemplare an Delfinarien verkauft, die restlichen Tiere getötet. «Die Kampagne dort war in vollem Gange, als der Aufruf für die Färöer-Inseln kam. Im Vergleich zu Japan liegt das ja quasi vor der Haustür.» Sie sei schon von jeher eine grosse Tierliebhaberin gewesen, und die Ozeane faszinierten sie besonders, erklärt Dominique Steiger ihr Engagement. «Viele Menschen denken, sie könnten machen, was sie wollen, ohne dass dies Konsequenzen hat. Wenn es den Ozeanen schlecht geht, betrifft das aber alle – auch die Schweiz.»

Das Ziel von Sea Shepherd sei es, dass dieses Jahr auf den Färöern kein Grind stattfinde. Um dies zu erreichen, sind von Juni bis September auf dem Wasser sowie an den 23 Stränden, die für den Grindwalfang infrage kommen, Teams stationiert. Mehr als 500 Freiwillige beteiligen sich über die vier Monate verteilt an dem Projekt. «Sea Shepherd hofft, dass allein schon diese Präsenz eine Hemmschwelle bildet.»

Auch wichtig sei die Aufklärungsarbeit vor Ort. Die Verfechter des Grinds verteidigten die Tradition mit dem Argument, der Fang der Tiere geschehe nicht zu kommerziellen Zwecken, sondern das Fleisch werde unter den Einwohnern verteilt. Dies stimme nicht ganz, sagt Dominique Steiger. So lande ein Teil des Fleisches auch in Supermärkten und bei Hotels, zudem gebe es gesundheitliche Bedenken. «Grindwale sind an der Spitze der Nahrungskette. Dies bedeutet, dass sie viele Schadstoffe wie Methylquecksilber im Körper haben.» Sogar der dänische Gesundheitsminister rate Schwangeren und Kindern davon ab, dieses Fleisch zu essen. «Der Grindwalfang ist also nicht nur nicht lebensnotwendig, sondern sogar noch schädlich für die Färinger.»

«Der Rest ist Zufall»

Das zweite offizielle Ziel der Umweltorganisation ist die Dokumentation, denn die Tradition werde oft verharmlost. «Sollte doch ein Grind stattfinden, will Sea Shepherd dies dokumentieren, um zeigen zu können, wie es wirklich ist.»

Obwohl Dominique Steiger, die die Reise wie alle Freiwilligen auf eigene Kosten unternimmt, nicht genau weiss, was auf sie zukommen wird: Angst hat sie keine. «Natürlich kann es auch zu verbalen oder physischen Aggressionen kommen», meint sie. «Aber wir sind ja nicht in einem Kriegsgebiet, sondern an einem zivilisierten Ort.» Durch das eigene Verhalten und gesunden Menschenverstand liessen sich einige Gefahren vermindern. «Der Rest ist Zufall.»

 

Zur Organisation

Im Einsatz für die Weltmeere

Die «Sea Shepherd Conservation Society», kurz Sea Shepherd (englisch für «Meereshirte») ist eine Umweltorganisation, die für den Schutz der Meere kämpft. Die Non-Profit-Organisation wurde 1981 offiziell vom Kanadier Paul Watson gegründet. Dieser war auch bei der Gründung von Greenpeace involviert gewesen und hatte mehrere Jahre für die Organisation gearbeitet, 1977 verliess er diese aber wegen Unstimmigkeiten. Sea Shepherd ist zum einen in der Information tätig, mit verschiedenen Filmen versucht die Organisation, über Missstände aufzuklären. Zum anderen führt sie direkte Aktionen gegen Walfänger, Robbenjäger und Delfinfänger durch. Zu diesen Aktionen gehört neben dem Einsatz auf den Färöer-Inseln beispielsweise auch der Kampf gegen japanische Walfänger oder Delfinjäger an der Bucht von Taiji in Japan.rb

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