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Die Planung fängt wieder von vorne an

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Der Gemeinderat sei zum Schluss gekommen, sagte Vize-Stadtpräsidentin Ursula Schneider Schüttel einleitend, dass er auf das geplante Parkhaus Ost beim Murtner Viehmarktplatz (siehe Kasten) verzichten müsse: «Die Kosten stehen in keinem wirtschaftlichen Verhältnis zu den erwarteten Einnahmen.» Deshalb habe der Gemeinderat Anfang Mai die Planung abgebrochen (die FN berichteten). Er lud den Generalrat am Mittwoch zu einem Informationsabend ein, um ihm die Details des Entscheids zu erläutern. Insgesamt habe sich gezeigt, dass Murten genug Parkplätze habe, einfach nicht zu jeder Zeit am richtigen Ort.

Reto von Arx, den der Gemeinderat mit der Erarbeitung der Planungsgrundlagen beauftragt hatte, liess durchblicken, dass es um das Projekt von Anfang an nicht gut stand: «Das Parkhaus Ost wäre viel zu viel gewesen.» Hinzu komme, dass Experten mit einer Abnahme des privaten Individualverkehrs und somit des Parkplatzbedarfs rechnen. Die Analyse beider vorliegenden Varianten habe ergeben, dass das ursprüngliche, überirdische Projekt auf 15 Millionen Franken zu stehen gekommen wäre, das unterirdische Vorhaben auf 20 Millionen. Jeder Parkplatz hätte 50 000 bis 66 000 Franken gekostet. Murten hätte damit laut von Arx nach Zürich vermutlich das zweitteuerste Parkhaus der Schweiz erhalten. Er schätze, dass der Baupreis pro Platz für einen rentablen Betrieb nicht mehr als 30 000 Franken betragen dürfe.

Es sei klar, dass von den Nutzern in Murten nicht dieselben Erträge zu erwarten seien wie in Zürich oder in anderen grossen Städten. Dies auch deshalb, weil die starke Nachfrage in den wenigen Sommerwochen die schlechte Auslastung im restlichen Jahr nicht ausgleichen könne – selbst wenn man höhere Preise verlangen würde. «Die neuen Parkplätze bringen nicht den nötigen Mehrertrag», so von Arx’ Bilanz. Insgesamt hätten die bewirtschafteten Parkplätze in Murten mit dem neuen Parkhaus gegen 300 000 Franken mehr Ertrag pro Jahr erbracht. Das sei angesichts der hohen Baukosten ungenügend. «Das ist die Krux: Die Investitionen sind mit den möglichen Preisen nicht aufzufangen.»

Es habe sogar einen Interessenten gegeben, der das Parkhaus hätte betreiben wollen, so von Arx. Doch um dies kostendeckend zu tun, seien höhere Preise nötig: «Für die unterirdische Variante müsste man die Einnahmen fast verdoppeln.» Oder aber die Stadt müsste das Parkhaus mit öffentlichen Geldern subventionieren. «Und das kann der Gemeinderat nicht gutheissen», so das Fazit von Ursula Schneider Schüttel.

Neue Ideen sind gefragt

Ein anderer Standort als der Viehmarktplatz sei für ein Parkhaus nicht infrage gekommen, sagte Schneider. Ein Parkhaus müsse in der Nähe des Stedtlis sein: «Die Leute wollen heute keine längeren Wege machen.» Deshalb suche der Gemeinderat Alternativen und wolle die Lage intensiv analysieren. Er schaue sich die gesamte Parkplatz- und Verkehrssituation an. Angedacht werde der Ausbau der blauen Zonen oder bestehender Parkfelder, die Einführung eines Parkleitsystems, ein neues Verkehrsregime für die Altstadt und angrenzende Quartiere sowie neue Ansätze für das Parkieren im Stedtli.

Aus der Runde kam die Forderung nach neuen Parkiermöglichkeiten; die bestehenden Parkplätze reichten für die Bedürfnisse des Gewerbes nicht, so das Argument. Auch ein Verzicht auf die Einrichtung einer Begegnungszone kam zur Sprache. Laut Schneider ist es nicht ausgeschlossen, dass Elemente aus dem bisherigen Projekt in die Planung einfliessen. Eine Ausweitung des Migros-Parkhausprojekts sei nicht möglich. Doch stehe die Stadt im Gespräch mit der Migros für Zwischenlösungen. Zudem biete sich der Einbezug des heutigen City-Parkings in das geplante Parkleitsystem und in die zukünftige Planung an.

Zahlen und Fakten

Das Ende einer langen Leidensgeschichte

Im Februar 2013 hatte der Generalrat einen Kredit von 220 000 Franken für die Durchführung eines Wettbewerbs für ein Parkhaus auf dem Viehmarktplatz genehmigt. Im September desselben Jahres stand das Siegerprojekt fest: das zum Teil oberirdische Projekt «Prinz von Tarent». Im Oktober 2014 erteilte der Generalrat dem Gemeinderat jedoch den Auftrag, eine ausschliesslich unterirdische Parkhaus-Variante auszuarbeiten, und sprach einen Nachtragskredit von 125 000 Franken. Das Büro, das schon den Original-«Prinzen» skizziert hatte, dachte nun auch eine unterirdische Variante an. Diese sah ebenfalls 300 Plätze vor, allerdings in einem spiralförmigen Bau. Insgesamt stehen heute im und um das Stedtli rund 1000 Plätze zur Verfügung; mit dem Parkhaus wären es 1126 gewesen. Mithilfe eines externen Büros wurden beide Alternativen durchgerechnet. Nun sind beide Projekte Geschichte. Im Parkhausfonds liegen noch immer 4,5 Millionen Franken bereit für einen Parkhausbau.

fca

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