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Der Live-Bericht von der FN-Podiumsdiskussion zum Oberamt See zum Nachlesen

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Die vier Kandidierenden für die Nachfolge des Oberamtmanns Daniel Lehmann treffen um 19 Uhr an einer Wahldebatte aufeinander. Diese wird organisiert von den «Freiburger Nachrichten», dem «Murtenbieter» und dem «Anzeiger von Kerzers». Die FN haben live berichtet. Hier ist der Ticker zum Nachlesen.

Die Podiumsdiskussion ist beendet.


Frage aus dem Publikum (auf Französisch): Wie stehen die Kandidierenden zur Ehe für alle?
Goldschmid spricht von einer sehr persönlichen Frage. Wieland, Senti und Burkhardt sprechen sich für ein Ja aus. (Ursprünglich stand hier, Wieland habe nicht geantwortet. Tatsächlich hat sich Wieland für ein Ja ausgesprochen, seine Antwort war aber untergegangen, da die Kandidierenden fast gleichzeitig auf diese Frage geantwortet hatten.)


Frage aus dem Publikum: Wie soll das Trinkwasserproblem angegangen werden? Stichwort Chlorothalonil.
Wieland: Das ist wahrscheinlich eine Gemeindeaufgabe.
Goldschmid: Dieses Problem könne das Oberamt nur in Absprache mit den Verbänden angehen. Der Oberamtmann hat in diesem Bereich keine Entscheidungskompetenz.
Burkhardt: Da ist auch die Landwirtschaft gefragt, nach neuen Konzepten Ausschau zu halten.
Senti: Die Oberamtsperson müsse Kontakt zu den Gemeinden suchen. Man kann das Thema nicht ignorieren, auch wenn es Gemeindekompetenz ist.


Frage aus dem Publikum: Wo haben die Kandidierenden den Eindruck, dass der Klimawandel im Oberamt eine Rolle spielt? Welchen Einfluss hat hier die Oberamtsperson?
Wieland: Das Oberamt habe bei Baugesuchen keinen Einfluss. Das werde besser in einer Legislative vertreten.
Burkhardt: Er weist auf den Bau eines Bahnhofs mit Velostationen für Elektrovelos hin. «Bei neuen Projekten kann man in diese Richtung gehen.»
Senti: Das Oberamt könne das Gespräch suchen mit verantwortlichen Personen.
Goldschmid: Das Oberamt habe wenig Spielraum, solange sich jemand an die gesetzlichen Vorgaben hält.


Frage aus dem Publikum (auf Französisch): Wie sieht es aus mit der sprachlichen Minderheit, den Romands?
Alle antworten auf Französisch. Es braucht eine Sensibilität für die Minderheiten, sagt Goldschmid. Burkhardt: Wir sollten die Zweisprachigkeit leben. Es gebe hier nicht so viele Probleme in diesem Bereich. Senti spricht von der Enttäuschung von Minderheiten, wenn sie das Gefühl haben, nicht gehört zu werden. Wieland sagt, man muss jedem dasselbe Gewicht geben.


Frage aus dem Publikum: Bei all den Gemeindeverbänden – wo bleibt da die Gemeindeautonomie? Welche Aufgaben hat die Gemeinde dann noch?
Senti spricht die Raumgestaltung an, die bei den Gemeinden bleibt. Die Gemeindeautonomie sei sehr wichtig, so Wieland. Bei bestimmten Fragen sei es auch wichtig, etwas zusammen zu verändern.


Frage aus dem Publikum: Der Oberamtmann leitet die Sitzungen von verschiedenen Verbänden. Soll das so bleiben?
Goldschmid findet, dass das beibehalten werden sollte. Der Oberamtmann sollte gut vernetzt sein. Wieland findet, dass der Seebezirk im Kanton Freiburg die Ausnahme ist. Denn hier ist der Oberamtmann nicht Präsident der Verbände. 


Nun kann das Publikum Fragen stellen.


Der Moderator möchte von den Kandidierenden wissen, wen sie im zweiten Wahlgang als Gegner oder Gegnerin haben möchten.
Burkhardt: Gibt keine Prognose ab.
Goldschmid: Auch er legt sich nicht fest.
Senti: Sie sieht die Jugend und die Juristen im zweiten Wahlgang.
Wieland: Er will sich nicht aus dem Fenster lehnen.


Ist der regionale Richtplan ein geeignetes Arbeitsinstrument für das Oberamt, lautet die Frage. Ja, antwortet Senti. «Es ist ein Instrument, an dem die Gemeinden mitgearbeitet haben, und ein Wegweiser für das Oberamt.» Wieland sagt, dass es schwer ist, Bauland zu kaufen. Im Löwenberg sei Fläche parat. Die nächste Oberamtsperson sollte dies pushen. Das Geld für aktive Bodenpolitik warte in Freiburg. «Wenn man das nicht holt, holen es andere.» Goldschmid findet, Wirtschaftsförderung ist eine Aufgabe des Oberamtmannes. Die Lösungen müssten andere beschliessen, aber das Oberamt könnte die richtigen Leute an den Tisch holen. Burkhardt findet, dass man solche Arbeitsorte fördern sollte.


Goldschmid hat als Einziger beide Fragen an ihn richtig beantwortet. 


Der Moderator Christoph Nussbaumer testet das Wissen der Kandidierenden zum Seebezirk. Die Kandidierenden können aus vorgegebenen Antwortmöglichkeiten wählen.
Seit wann wird im Seebezirk Spargel stark angebaut? Wie hoch ist die Bogenstaumauer bei Schiffenen? Seit wann sind Frauen offiziell am Start des Murtenlaufs? Ab wann wurden in der Strafanstalt Bellechasse erste Häftlinge aufgenommen? Im welchen Winkel kreuzen sich die Bahnlinien in Kerzers? Was verlor Karl der Kühne bei Murten gemäss einem Spruch? Auf welche Länge erstreckt sich der Murtensee? Wann fand die Fusion statt, aus der die Freiburgischen Verkehrsbetriebe TPF hervorgingen?


Nun werden die Gemeindefusionen zum Thema. «Da kommt die Parteicouleur am ehesten zum Tragen», so Goldschmid. «Der Anstoss für Fusionen soll immer von unten, also vom Volk kommen.» Der Seebezirk sei zu heterogen, als dass es in Zukunft nur noch eine einzige Gemeinde im Bezirk geben könnte. Burkhardt erwähnt eine Fusionsumfrage in seiner Gemeinde Ulmiz. «Die Bürger sollen über Fusionen entscheiden.» Für kleine Gemeinden seien Fusionen aber schon sinnvoll, auch mit Blick auf grosse Projekte. «Auf grösserer Ebene kann man einen Mehrwert generieren für die Gemeinde.» Senti würde Fusionen als Oberamtfrau unterstützen. In Raumplanung und im Gesundheitsbereich arbeite man bereits zusammen. Der Impuls für Fusionen müsse aber von der Bevölkerung kommen. Wenn Gemeinden fusionieren wollen, müsse das Oberamt dies unterstützen, so Wieland. «Es muss sicher aus den Gemeinden kommen.»


Kommt der Seebezirk zu kurz auf Kantonsebene? «Ich habe eher eine andere Erfahrung gemacht», sagt Grossrätin Senti. «Was wir eingebracht hatten, wurde auch gehört.» Als Oberamtperson würde sie aber den Kontakt zu den Grossräten regelmässig suchen. Goldschmid spricht vom Seebezirk als Aschenputtel im Kanton. «Es braucht ein sanftes Lobbying.» Vielleicht habe sich der Seebezirk in der Vergangenheit zu wenig als Einheit präsentiert. Wieland stimmt zu, dass der Seebezirk in manchen Themen hätte lauter schreien dürfen. Als Beispiel nennt er die Interventionszentren der Kantonspolizei. Burkhardt sieht den Seebezirk gut integriert. «Der Bezirk kann eine Rolle als Mediator einnehmen» – wegen seiner Zweisprachigkeit.


Klimaschutz kann man sicher einbringen – auch im Oberamt, zeigt sich Burkhardt auf Nachfrage des Moderators überzeugt.


Braucht es einen Parteiwechsel im Oberamt, fragt der Moderator. «Die Partei ist hier ganz klar zweitrangig», sagt Senti. Die Person im Oberamt vertrete sämtliche Interessen. Burkhardt findet, die Couleur der Partei spiele eine Rolle. Als Beispiel nennt er den Umweltschutz, den er als Kandidat unterstützen möchte. Für Goldschmid ist die Parteicouleur nachgelagert. Jeder habe seinen Rucksack mit Überzeugungen bei sich und einen anderen Blick auf dieselbe gesetzliche Grundlage. Der Oberamtmann wird seine politische Couleur nur sehr wenig einbringen können, sagt Wieland. «Die Partei ist wirklich zweitrangig.» 


Das Oberamt ist in einer Sandwich-Position: vom Volk gewählt, aber auch Vertreter des Staatsrats, sagt Moderator Christoph Nussbaumer. Burkhardt sieht die Vermittlung zwischen den verschiedenen Akteuren als wichtige Aufgabe. Goldschmid wertet beide Funktionen als wichtig. Das Tätigkeitsfeld des Oberamtmanns sei zu 90 Prozent vorgegeben. Für Senti hat das Oberamt einen breiteren Blick auf die Bedürfnisse der Bevölkerung. Beide Funktionen würden sich gut kombinieren lassen. Wieland findet, die Oberamtsperson sollte die Interessen des Bezirks vertreten. 


Der Moderator will von den Kandidierenden erfahren, wo ihr Lieblingsort im Seebezirk ist.
Wieland: die alte Leimera bei Murten. Senti: Lindensaal in Murten. Goldschmid: der Spielplatz in Nant. Burkhardt: Ulmiz, sein Wohnort.


Die Vorstellungsrunde ist zu Ende.


Marcel Burkhardt (GLP) ging mit seiner Kandidatur als Letzter ins Rennen. Er war sieben Jahre im Gemeinderat von Ulmiz. Was reizt ihn am Job als Oberamtmann, fragt der Moderator. «Die Zusammenarbeit mit dem Oberamtmann war immer gut. Ich fand dieses Amt anstrebenswert.»


Für Julia Senti (SP) war der Entscheid für die Kandidatur ein längerer Prozess. «Ich habe mir länger Gedanken gemacht.» Es habe noch nie eine Frau im Oberamt gegeben, aber sie möchte nicht die Frauenkarte spielen, sagt die Kandidatin. Sie sei schon länger in der Politik: Generalrätin und Grossrätin. Ihre Begeisterung für die Politik sei durch ihre Familie entstanden. Das Oberamt sei ihre Priorität, aber ein Amt im Gemeinderat sei eine spannende Alternative, sagt sie. Sie kandidiert nämlich auch für den Gemeinderat von Murten und die Wiederwahl im Grossen Rat.


Jean-Claude Goldschmid ist Kandidat der SVP. «Wie ergab sich Ihre Kandidatur?», lautet die Frage an den Kandidaten. «Seit Jahrzehnten ist das Oberamt in der Hand der FDP. Es ist gut, wenn man den Bürgern eine Alternative bietet», antwortet der Kandidat. Er habe sich parteiintern beworben. «Der rote Faden durch mein Leben ist die Arbeit mit Menschen», sagt Goldschmid. Als Journalist sei er hautnah an der Politik dabei gewesen, habe aber nicht selbst mitspielen können. «Die Tätigkeit als Journalist hat bei mir das politische Interesse geweckt.»


Lastwagenmechaniker, Polizist, engagiert im Familienunternehmen und dann ein Jura-Studium – ob Christoph Wieland (FDP) ein Tausendsassa sei, fragt der Moderator. «Ich bin sehr gerne aktiv», antwortet er. «Bis zur Polizeischule wusste ich nicht, was das Oberamt macht.» Es gebe aber kein anderes Amt, das eine solche Fülle an Aufgaben hat.


Christoph Nussbaumer, Moderator der Podiumsdiskussion und Chefredaktor der Freiburger Nachrichten AG, eröffnet den Anlass. Der Saal ist voll. 50 Personen sind zugelassen, und es gilt Maskenpflicht.


Julia Senti (SP), Christoph Wieland (FDP), Jean-Claude Goldschmid (SVP) und Marcel Burkhardt (GLP) treten an für den Sitz im Oberamt des Seebezirks. Heute Abend kreuzen die vier Kandidierenden an einer Wahldebatte von «Freiburger Nachrichten», «Murtenbieter» und «Anzeiger von Kerzers» verbal die Klingen. Los geht es um 19 Uhr in der Aula im Schulhaus Längmatt in Murten. Der Eintritt ist frei. Die Anzahl Plätze ist begrenzt, und es gilt Maskenpflicht. In Form eines Tickers berichten die FN hier ab 19 Uhr live von der Podiumsdiskussion.

Nach 25 Jahren im Amt tritt Oberamtmann Daniel Lehmann (FDP) nicht mehr an. Am 7. November findet der erste Wahlgang für die Nachfolge statt. Ein allfälliger zweiter Wahlgang ist auf den 28. November angesetzt.

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