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Die Power Cats zu wenig konstant

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Mit fünf Videos – dem YouTube-Zeitalter sei Dank – hatte Düdingens Trainer Dario Bettello sein Team auf das gestrige CEV-Cup-Spiel gegen Fatum Nyiregyhaza vorbereitet. Nach der Analyse der fünf Spiele aus der ungarischen Meisterschaft war für ihn klar: Sein Team würde es mit einem physisch starken und routinierten Gegner zu tun bekommen, gegen den man sein bestes Volleyball zeigen müsste. So schwierig wie erwartet, wurde es allerdings nicht – es wurde noch beschwerlicher. Das lag allerdings nicht nur am Gegner, sondern auch an den Power Cats selber, die neben vielen Höhen auch zahlreiche Tiefs in ihrem Spiel hatten. Gegen einen so starken Gegner mochte es dies nicht leiden.

«Das hat wehgetan»

Vielleicht wäre das Spiel anders ausgegangen, wenn die Power Cats im ersten Satz einen ihre sieben Satzbälle verwertet hätten. Fatum agierte in der Offensive sehr stereotyp, fast sämtliche Angriffe liefen über Position 4. Spätestens bei 19:19 hatte sich Düdingen darauf eingestellt und brachte mit seinem Block den Ball immer wieder zurück ins gegnerische Feld. Unglaublich, wie Sabel Moffett am Netz wie eine Mauer dastand und die Ungarinnen schier zur Verzweiflung brachte. Bei 24:19 hatte Düdingen fünf Satzbälle, was sollte da noch schiefgehen? Einen Ballwechsel später sah Dario Bettello das Unheil kommen und nahm ein Time-out. Es nützte nichts. Fatum glich aus und brachte den Auftaktsatz mit 29:27 ins Trockene. «Das hat wehgetan», seufzte Brianna Beamish nach dem Spiel. «Diesen Satz dürfen wir nicht mehr aus der Hand geben.»

Nach dem Seitenwechsel fanden bei Düdingen endlich auch die Aussenangreiferinnen Beamish und Ines Granvorka ins Spiel. Und weil der Gast nun deutlich weniger stark servierte, wurde die bisher so umkämpfte Partie plötzlich ganz einseitig. 25:14, deutlicher kann ein Resultat auf diesem Niveau kaum ausfallen.

Umso erstaunlicher war es, was sich danach abspielte. Plötzlich waren sie wieder da, Düdingens Probleme in der Annahme, und damit auch die Schwierigkeiten im Spielaufbau. Wieder tat man sich schwer, über die Aussenpositionen zu punkten. Und weil die vorher so souveräne Danielle Harbin nun ungewohnt viele Bälle ins Out oder ins Netz schlug, stand es im Nu 24:14 für Fatum. Immerhin gelang es den Senslerinnen noch, fünf Punkte zu machen, so fiel das Skore nicht ganz so brutal aus.

«90 Prozent waren gut»

Auch der Start in den vierten Satz misslang den Power Cats. «Wir fielen während der Partie dreimal in ein Loch, Fatum nur einmal», bilanzierte Bettello nach der 1:3-Niederlage. «90 Prozent haben wir gut gespielt, die restlichen zehn haben den Unterschied ausgemacht.» Erneut musste sein Team einem Rückstand nachrennen (13:16). Unter den Anfeuerungsrufen der 822 Zuschauer gelang dies, bei 21:21 war wieder alles offen. Doch, wenn es hart auf hart kam, dann konnte Fatum auf die erst 19-jährige Elizabet Varga zählen. Wie die Ungarin in ihrem Alter bereits auftritt, ist unglaublich. 22:25 verlor Düdingen den vierten Satz und steht nach der 1:3-Niederlage beim Rückspiel am 5. Dezember in Nyiregyhaza unter Druck.

Telegramm

Düdingen – Nyiregyhaza 1:3 (27:29, 25:14, 19:25, 22:25)

Freiburg, St. Leonhardhalle. – 822 Zuschauer. – SR: Dotan (ISR)/Arrarte (ESP).

TS Volley Düdingen: Beamish, Becker, Harbin, Marbach, Granvorka, Deprati (Libera), Moffett; Rottaris, Sulser, Marx, Kressler, Brunner.

Fatum Nyiregyhaza: Machado, Medic, Kalicanin, Varga, Brisebois, F. Toth (Libera), White; Matic, Ancsin, Szabo.

Bemerkung: Wahl zu den besten Spielerinnen: Sabel und Varga.

Fatum Nyiregyhaza

Das ungarische Volleyball rüstet auf

Europacup-Auftritte sind für den TS Volley Düdingen immer etwas wie ein Kinder-Überraschungsei: Spiel, Spass, Spannung. Für die Pro­tagonistinnen sind die ­Matches auf internationalem Parkett jeweils ein Highlight, bei dem sie aus dem Ligaalltag ausbrechen können. Auch für Spannung ist jeweils gesorgt. Was für eine Überraschung hält das Ei diesmal bereit? Was für einen Gegner fördert die Auslosung zu­tage?

Staatliche Förderung

Wie beim Spielzeug, das im Ei steckt und dessen Zweck sich oftmals erst nach intensivem Studium erschliesst, ist auch für die Power Cats nicht immer auf Anhieb klar, was sich da gerade aus dem Ei gepellt hat. Ist es ein Gegner aus einer renommierten und bekannten Liga, so wie vor zwei Jahren die Béziers Angels oder letzte Saison Dresden, dann lässt sich ziemlich gut abschätzen, was sportlich auf einen zukommt. Heisst der Gegner aber Hapoel Kfar Saba Tel Aviv (2018), ZOK Braslovce (2014) oder so wie gestern Fatum Nyiregyhaza, dann bleibt es rätselhaft.

Nyiregyhaza ist die siebtgrösste Stadt Ungarns. Ganz im Osten des Landes gelegen, unweit der slowakischen, der rumänischen und der ukrainischen Grenze, zählt sie rund 120 000 Einwohner. Das sind fünfzehn Mal mehr als Düdingen. Volleyball sei in ihrer Stadt die momentan populärste Sportart, erzählt Laszlo Hollosy, der 42-jährige Headcoach von Fatum. «Landesweit fungiert Volleyball auf der Liste der beliebtesten Sportarten allerdings nur etwa an sechster Stelle, deutlich hinter Wasserpolo, Fussball oder Handball.»

«Die Spielerinnen verdienen mehr als eine durchschnittliche Büroangestellte. Deutlich mehr.»

Laszlo Hollosy

Headcoach Fatum Nyiregyhaza

 

Das nationale Standing des Volleyballs dürfte sich in Zukunft allerdings verbessern, tut sich zurzeit doch einiges im Volleyballsport. «Vor etwa drei Jahren hat die Regierung beschlossen, Volleyball finanziell zu unterstützen und zu fördern», sagt Hollosy. «Seither hat sich einiges getan. Die In­frastruktur hat sich verbessert, die Clubs haben mehr Geld zur Verfügung und können sich bessere Spielerinnen leisten. Das Niveau unserer Liga ist dadurch gestiegen.»

Die finanziellen Anstrengungen der Regierung haben durchaus einen Hintergrund: Im kommenden Jahr wird Ungarn zusammen mit Polen, Tschechien und der Türkei die Europameisterschaft durchführen. Im eigenen Land möchte man natürlich möglichst erfolgreich abschneiden.

Gagen zum Träumen

Bei Fatum Nyiregyhaza sind ausschliesslich Profis unter Vertrag. Vier der jüngeren Spielerinnen würden nebenher noch eine Ausbildung machen, sagt der Trainer. «Von der Schule erhalten sie aber individuell angepasste Stundenpläne, damit der Unterricht den Sport nicht tangiert.»

Als Volleyballprofi lässt es sich in Ungarn ganz gut leben. «Unsere Spielerinnen verdienen mehr als eine durchschnittliche Büroangestellte, deutlich mehr sogar», verrät Laszlo Hollosy, dessen Verein als einer der besten des Landes zu den Besserbetuchten gehört. Düdingen gehört in der Schweiz auch zu den besten Vereinen der NLA; von ähnlichen Gagen können die Power Cats dennoch nur träumen.

Reorganisation der Liga

Um die besten Mannschaften des Landes international konkurrenzfähiger zu machen, hat der Ungarische Volleyballverband mit dem unaussprechlichen Namen Magyar Röplabda Szövetség auf diese Saison hin seine oberste Liga reorganisiert. Neu sind die 14 Teams in zwei Gruppen aufgeteilt, wobei die besten sechs die «Extraliga» bilden und untereinander vier Runden absolvieren. «Letzte Saison gab es innerhalb der Liga ein grosses Leistungsgefälle», erklärt Hollosy, der als Trainer von Fatum Nyiregyhaza seine zweite Spielzeit absolviert. «Dank der Aufteilung in zwei Gruppen treten wir nun ausschliesslich gegen die besten Teams des Landes an. So haben wir an jedem Wochenende ein Top-Spiel, was für unsere Leistungsentwicklung natürlich förderlich ist.»

Letzte Saison hat Nyiregyhaza den Ungarischen Cup gewonnen und die Meisterschaft auf dem zweiten Platz beendet. Die Finalserie verlor es gegen Linamar Bekescsabai mit 1:3. In der aktuellen Meisterschaft habe man das vermeintlich stärkste Team der Liga aber bereits zweimal schlagen können, wie Hollosy nicht ohne Stolz hervorhebt. Weil sein Team aber zweimal gegen Vasas SC aus Budapest verloren hat, liegt es nach neun Runden trotz sieben Siegen wieder nur an zweiter Stelle.

Das soll sich ändern. «Wir streben den Titel an», sagt der Headcoach selbstbewusst. Und auch für den CEV-Cup hat er ein klares Ziel vor Augen. «Wir wollen mindestens eine Runde weiterkommen.» Einen ersten Schritt in diese Richtung hat Fatum Nyiregyhaza gestern genommen, am 5. Dezember folgt in Ungarn die Fortsetzung. ms

 

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