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Die Produktion bei Pavatex steht still

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Die Mitarbeiter des Dämmplattenherstellers Pavatex, deren Stellen von der Schliessung der Produktion betroffen sind, haben sich gestern mit der Gewerkschaft Unia zu einem Streik entschlossen. Dies teilte Armand Jaquier, Gewerkschaftssekretär der Unia, gestern den Medien mit. Die ganze Produktion wird dadurch blockiert. Um 17 Uhr gestern Nachmittag verschlossen die Mitarbeiter das Tor; nur noch wenige sind geblieben, um die Maschinen abzustellen und die Silos zu leeren. Nur die Administration kann noch weiter ihrer Tätigkeit nachgehen. Der Streik soll so lange dauern, bis die Direktion der Pavatex Gespräche mit den Betroffenen und der Gewerkschaft Unia über einen Sozialplan aufnimmt (siehe Kasten).

Zu geringe Entschädigung

Vor der Streikankündigung durch das Personal gab die Direktion der Firma ihren endgültigen Entscheid bekannt: Sie hält an ihrem Standpunkt fest und will freiwillige Massnahmen für die betroffenen Mitarbeiter einleiten. Dazu gehören eine aktive Unterstützung bei der Stellensuche, ein umfangreiches Schulungsprogramm und finanzielle Hilfestellungen in Härtefällen. Für die Gewerkschaften jedoch seien diese Massnahmen nicht ausreichend und daher inakzeptabel, sagte Armand Jaquier vor den Medien. So sehen es auch die betroffenen Mitarbeiter: «Nach 25 Jahren in diesem Unternehmen so behandelt zu werden ist hart», sagte der Angestellte Mario de Almeida.«Die Mitarbeiter der Pavatex haben nach so vielen Jahren das Recht, für etwas zu kämpfen, das man ihnen stehlen will», sagt auch Giuseppe di Mauro, Gewerkschaftssekretär der Syna.

Die Gewerkschaften waren bei den Verhandlungen über einen Sozialplan–anders als vom Personal gefordert–nicht zugelassen gewesen (die FN berichteten). Daher drohten sie bereits während der Konsultationsphase mit Streik. Gestern machten sie zusammen mit den betroffenen Mitarbeitern nun Ernst und ergriffen Kampfmassnahmen. Zusätzlich planen die Angestellten in Zusammenarbeit mit Unia und Syna Aktionen an anderen Standorten der Pavatex sowie bei Händlern, die Pavatex-Produkte vertreiben. Am Freitag soll es ausserdem einen Fackelumzug in Freiburg geben.

Falscher Schritt

«Wir sind enttäuscht», sagte Pavatex-Chef Martin Brettenthaler nach der Kampfankündigung vor den Medien. Er verstehe einen gewissen Ärger bei den Betroffenen, dieser «unrechtmässige Streik» sei aber die falsche Massnahme. «Dieser führt zu einem unwürdigen Ende des Produktionsstandorts Freiburg, und am Schluss werden alle Verlierer sein.»

Das Unternehmen sei gesetzlich weder dazu verpflichtet, einen Sozialplan auszuarbeiten, noch mit einer Gewerkschaft zu verhandeln, betonte Brettenthaler. «Wir haben einen einzigen Gesprächspartner; das ist die Personalvertretung. Mit dieser haben wir Gespräche geführt und den Angestellten solide Begleitmassnahmen angeboten.» Indem die Gewerkschaften die Mitarbeitenden aber nun zum Streik anstifteten, gefährdeten sie auch diese Massnahmen. Pro Streiktag rechnet das Unternehmen mit Kosten in der Höhe von 100 000 Franken. Dauere der Streik zu lange, müsse Pavatex die Begleitmassnahmen streichen. Er setze jedoch auf die Vernunft der Beteiligten, so Brettenthaler.

Ebenfalls kritisch zeigte sich Markus Baumgartner, Präsident der Personalvertretung. «Die Direktion hat dem Personal ein gutes Angebot gemacht», sagte Baumgartner, der im Verkauf arbeitet und damit nicht von der Restrukturierung betroffen ist. «Ich bin auch um die restlichen über 130 Personen besorgt, die in der Schweiz für Pavatex arbeiten. Ein solcher Streik schadet der ganzen Firma.»

Chronologie

45 Arbeitsstellen werden gestrichen

Im Oktober hat die Pavatex die Schliessung der Produktion in Freiburg bekannt gegeben. Ab 21. November wird die Produktion eingestellt und erste Mitarbeiter werden entlassen. 45 Mitarbeiter sind betroffen. Sie schlossen sich mit der Gewerkschaft Unia zusammen und stellten Forderungen nach einem Sozialplan an die Direktion. Diese prüfte die gemachten Vorschläge bis gestern. Mit dem Streik tritt der Arbeitskampf nun in eine neue Phase.sg

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