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Die Radikalen verstehen und Radikalismus verhindern

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Ein laufendes Projekt des Schweizerischen Zentrums für Islam und Gesellschaft (SZIG) beschäftigt sich mit «Muslimischen Organisationen als gesellschaftliche Akteure». Es ist eine Folge einer Bedarfs- und Bestandsanalyse für Weiterbildung, die unter muslimischen Vereinigungen und mit dem Thema befassten Behörden durchgeführt wurde.

Zwar gebe es verschiedene Weiterbildungsangebote zu Islam und Gesellschaft, erklärte SZIG-Leiter Hansjörg Schmid gegenüber kath.ch, doch diese würden stets aus der Perspektive der Mehrheitsgesellschaft vorbereitet. Die muslimischen Zielgruppen würden kaum erreicht. Den muslimischen Organisationen fehle für die Nutzung der Angebote die nötigen Mittel, Zeit und Themen, so die Erkenntnis aus der Umfrage unter den Akteuren.

Die Bedarfsanalyse zeigte auch, dass Seelsorge in Spitälern und Gefängnissen, der Umgang mit Medien, Jugendarbeit sowie Fragen von Körper und Geschlecht zu den prioritären Bereichen für Weiterbildungen gehören. Das Staatssekretariat für Migration des Bundes unterstützt das Projekt aus Mitteln des Integrationskredits, zusammen mit der Fachstelle für Rassismusbekämpfung.

Mehr Information erwünscht

Daneben habe sich jedoch erwiesen, dass neben staatlichen Stellen auch Muslime mehr Orientierung beim Thema «Radikalisierung» wünschten. Die Verhaftung eines Hass-Predigers und die Durchsuchung einer Moschee in Winterthur hat in der Schweiz wie auch unter den Muslimen für Unsicherheit gesorgt und gezeigt, dass Moscheevereine von der gesellschaftlichen Gewalt-Diskussion nicht ausgenommen sind.

Die muslimischen Verbände möchten gemäss Schmid gegenüber Staat und Gesellschaft «eine klare Position beziehen und ihre Kooperationsbereitschaft zeigen, weil es sowohl um ihr Islamverständnis als auch um ihren Ruf geht». Denn für jede Moschee sei es problematisch, wenn sie in einen Fall von Radikalisierung involviert werde, «den sie nicht professionell bewältigen kann».

Nährboden austrocknen

Gemäss dem Nachrichtendienst des Bundes gab es bisher 77 Jihadreisende aus der Schweiz. Diese bilden die höchste Eskalationsstufe der Radikalisierung. Zwar blieb die Schweiz bis anhin von islamistisch motivierten Anschlägen verschont, doch die Anschläge in den Nachbarländern förderten Ängste, sagt Schmid. Viele junge Muslime beschäftigten sich mit dem Koran und religiösen Fragen. Da stelle sich die Frage, inwieweit Moscheen eine positive Rolle spielen könnten, so dass die Jugendlichen zu einer positiven Identitätsbildung finden, «die nicht in Intoleranz ausschlägt und so den Nährboden für eine Radikalisierung sein kann».

Das neue Weiterbildungsangebot des Zentrums will verschiedene Akteure zusammenbringen: Sicherheitsbehörden, Schulen, Beratungsstellen und muslimische Organisationen. Es will einen Beitrag zur Vernetzung aller Interessierten leisten. Die Behörden brauchten muslimische Gesprächspartner, sagt Schmid. Umgekehrt seien muslimische Organisationen auf die Hilfe der Behörden angewiesen.

Das Projekt «Muslimische Organisationen als gesellschaftliche Akteure» des SZIG wird vom Staatssekretariat für Migration aus Mitteln des Integrationskredits des Bundes und von der Fachstelle für Rassismusbekämpfung unterstützt.

Programm

Ein Seminar als Exportgut

Das Seminar «Radikalisierung verstehen, um sie zu verhindern. Junge Muslime und der Jihad» findet am 9. Mai 2017 in Freiburg erstmals auf Deutsch statt. Die Weiterbildung wird dann auch in Zürich und in Luzern angeboten.

kath.ch

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