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«Die regionale Verankerung ist wichtig»

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An der Jahresversammlung von Schwarzsee Tourismus hat Manfred Riedo nach sechs Jahren als Präsident seinen Rücktritt bekannt gegeben (die FN berichteten). Er hat sich 20 Jahre lang für die touristische Weiterentwicklung einer Gegend engagiert, die ihm sehr am Herzen liegt.

 

 Manfred Riedo, was waren die wichtigsten Projekte, die in den letzten sechs Jahren umgesetzt wurden?

Da gibt es viele, spontan fallen mir ein: Der Ausbau der Angebote der Kaiseregg-Bahnen mit dem Bau der Sesselbahn auf die Kaiseregg, der Rodelbahn oder dem Ausbau der Beschneiungsanlagen, der Erweiterung und Sanierungen der Hotels Hostellerie und Bad, der Aufwertung des Seeufers im Bereich Gypsera, der Hääxewäg, der Spielplatz Gypsera sowie die Einführung der Parkplatzbewirtschaftung.

 

 Diese Projekte hat aber nicht direkt der Tourismusverein realisiert?

Nein, unsere eigenen Mittel sind beschränkt. Bei grossen Projekten sind wir auf private Geldgeber, auf die öffentliche Hand und Sponsoren angewiesen, die sich engagieren. Ich sehe das aber auch nicht als eigentliche Aufgabe eines Tourismusvereins. Seine Hauptaufgaben liegen vielmehr darin, Goodwill zu schaffen, Beziehungen zu knüpfen, Anregungen und Impulse zu geben und so die Basis für neue Sachen zu schaffen.

 

 Und gelingt das?

Wir haben in den letzten Jahren sehr grosse Fortschritte gemacht, was die Zusammenarbeit unter den verschiedenen Anbietern touristischer Angebote betrifft. Wir haben mehrmals ein Forum mit allen Tourismusanbietern veranstaltet. Das hat sie bestärkt, am gleichen Strick zu ziehen. Ein gutes Beispiel ist der Alpabzug: eine Win-win-Situation für den Tourismus und die Alphirten. Wir helfen beim Vermarkten und Organisieren, und die Landwirte erhalten eine Plattform, um ihre Arbeit besser zu präsentieren.

 

 Sie engagieren sich schon seit 20 Jahren für den Schwarzsee. Was war die wichtigste Entwicklung in dieser Zeit?

Wir konnten die Region Sense, also die Sensler Gemeinden, überzeugen, dass Tourismus ein überregionales Anliegen ist und nicht nur eine Sache des Sense-Oberlandes oder von Plaffeien. Wäre diese regionale Sensibilisierung und Verankerung nicht gelungen, hätten wir viele Projekte nicht verwirklichen können, wie etwa den Ausbau der Kaiseregg-Bahnen, den Kauf des Gypsera-Geländes oder die Seeufergestaltung.

 

 Wie hat sich der Tourismus entwickelt, seit Sie in den damaligen «Verkehrsverein Schwarzsee, Plaffeien und Umgebung» eingetreten sind?

Er hatte vor 20 Jahren einen ganz anderen Stellenwert. Es gab viele Ideen, aber niemand wusste genau, wohin es gehen sollte. Ich bin froh, dass die Natur immer noch im Mittelpunkt steht und dass das Tal nicht zu einem Rummelplatz verkommen ist. Jedes neue Angebot sollte sich in das Gesamtangebot einfügen.

 

 Was hätten Sie gerne vertieft?

Es ist uns nicht oder zu wenig gelungen, die hiesige Landwirtschaft besser mit dem Tourismus zu verbinden. Auf den Alpen gibt es zwar motivierte Hirten, die in ihren Buvetten Gäste bewirten. Schön wäre es, wenn die hiesigen Produkte noch besser vermarktet werden könnten und die Bauern ihre Höfe für Gäste öffnen, um ihnen zu zeigen, wie sie arbeiten und leben. Der Ziegenhof der Familie Raemy ist ein gutes Beispiel dafür.

 

 An der Versammlung von Schwarzsee Tourismus wurde als Vision ein autofreies Schwarzseetal genannt. Was halten Sie davon?

Wir haben ein Dutzend Visionen und Massnahmen vorgestellt, die wir umsetzen möchten oder deren Umsetzung bereits eingeleitet ist. Ein autofreier Schwarzsee sorgt jedoch für die meisten Diskussionen. Aber das ist gut so, manchmal muss man mit einer etwas provokativen Idee die Diskussion anregen. Ich sehe für Schwarzsee kurz- bis mittelfristig keine total autofreie Zone wie in Zermatt. Aber ich könnte mir eine bessere Verkehrsregelung an intensiven Wochenenden vorstellen: ein zentraler Parkplatz, die Autos der Gäste vor dem Tal abfängt, mit einer Transportmöglichkeit an den See.

 

 Trauern Sie dem Thermalbad noch nach?

Einem Wellnessangebot ja, einem grossen Thermalbad persönlich weniger. Wir haben das Problem für wetterunabhängige Angebote noch nicht gelöst. Wellness ist immer noch sehr beliebt, und bis jetzt gibt es nur in der Hostellerie ein kleines Angebot, das man ausbauen könnte. Aber für eine Einrichtung wie das Bad in Charmey ist Schwarzsee wohl zu klein, als dass es sich rentieren würde.

 

 Vermissen Sie die Schwybergbahn?

Ich persönlich, als ehemaliges Vorstandsmitglied, ja. Als Tourismusverantwortlicher bin ich mir aber bewusst, dass die Konzentration auf ein Skigebiet aus wirtschaftlichen Überlegungen das richtige war. Die Investitionen an zwei Standorten wären niemals finanzierbar gewesen.

 

 Braucht es ein zusätzliches Hotel?

Zusätzliche Gästezimmer sind nötig. Wichtiger scheint mir aber, dass die bestehenden Einrichtungen wie Hotels, Pensionen und Massenlager erhalten bleiben oder erneuert werden können.

 

 Was fehlt sonst noch?

Wir sind stark im Tagestourismus, uns fehlen aber Angebote, um den Aufenthaltstourismus zu fördern. Wir haben zwar Fortschritte gemacht, indem wir beispielsweise familienfreundliche Angebote geschaffen haben, aber es reicht noch nicht. Wir haben momentan keine Alternativen, um zusätzliche Einkünfte als Reserve zu generieren, falls es etwa mal einen ganz schlechten Winter gäbe.

 

 Kann die künftige Ausrichtung der Kaserne daran etwas ändern?

Der Entscheid über die Zukunft der Kaserne war überlebenswichtig für diese Anlage. Die Belegung von 220 Zivildienstleistenden während 45 Wochen im Jahr bringt dem Tal und der Region sehr viel; kurzfristig für die Wirtschaft, aber hoffentlich auch langfristig. Denn bei den belgischen Schulklassen und den Armeeangehörigen hat sich gezeigt, dass viele mit guten Erinnerungen heimkehrten und später als Gäste wieder gekommen sind. Leider kann man diese Wertschöpfung nicht genau erfassen.

«Ich bin froh, dass das Schwarzseetal nicht zu einem Rummelplatz verkommen ist.»

Manfred Riedo

Abgetretener Präsident von Schwarzsee Tourismus

Manfred Riedo: Stark mit Schwarzseetal verbunden

N ach 20 Jahren im Vorstand von Schwarzsee Tourismus hielt er einen Wechsel für angebracht, erklärt Manfred Riedo seinen Rücktritt. Das Präsidium sei auch nicht immer leicht zu vereinen gewesen mit seiner Funktion als Bauverwalter der Gemeinde. «Manchmal musste ich bei der Koordination eines Projekts zwei verschiedene Hüte tragen.» Seine tiefe Verbundenheit mit dem Schwarzseegebiet ist einer der Hauptgründe für das Engagement von Manfred Riedo. Er ist im Tal aufgewachsen und wohnt noch heute dort. «Es ist meine geliebte Heimat», fasst er zusammen. Jetzt werde er es wieder geniessen, mal ganz unbeschwert um den See zu spazieren. Aber einfach so ablegen könne er seine touristische Brille wohl nicht, sagt er. Schon allein deshalb nicht, weil er für die Wanderwege und die touristischen Infrastrukturen weiterhin die Verantwortung trägt. im

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