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Die Riesenschlange in der Vitrine

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Die Riesenschlange in der Vitrine

Im Naturhistorischen Museum ist seit kurzem ein Netzpython-Weibchen ausgestellt

Seit kurzem ist im Naturhistorischen Museum Freiburg ein sechs Meter langes Netzpython-Weibchen zu besichtigen. Um sowohl das ganze Tier als auch das Skelett für die Ausstellung vorzubereiten, hat Tierpräparator Michel Beaud einen Monat lang gearbeitet.

Von CAROLE SCHNEUWLY

Der neu ausgestellte Netzpython ist sechs Meter lang und wog 60,5 Kilo, als er in Gefangenschaft starb. Allein das Skelett ist über fünf Kilo schwer und besteht aus 357 Wirbeln und 320 Rippenpaaren. Zählt man dazu noch den Schädel und die beiden so genannten Aftersporne, die Überbleibsel der Hinterbeine, die die Vorfahren der Schlangen hatten, so kommt man auf genau 1000 Einzelteile.

Jedes dieser Teile hat Michel
Beaud, seit 28 Jahren Tierpräparator am Naturhistorischen Museum, eigenhändig gesäubert, um das Skelett anschliessend auf einem Metallgestell originalgetreu wieder zusammenzubauen. «Die Knochen wurden allesamt durchnummeriert, so dass jeder genau am richtigen Platz ist», erklärt er. Zwar ist Beaud der einzige Tierpräparator des Museums, doch beim Säubern der Knochen hatte er Dutzende kleiner Helfer: Die Skelettteile werden nicht nur von Hand und mit Lösungsmitteln gereinigt, sondern ausserdem in ein Terrarium mit Speckkäfern gelegt, die die Knochen fein säuberlich abnagen.

Mit Airbrush nachgefärbt

In der gleichen Vitrine wie das Skelett ist der ganze Python ausgestellt. Um ihn herzurichten, hat ihm Michel Beaud zuerst die Haut abgezogen und diese gegerbt. Vom Körper machte er einen Negativabguss aus Gips und aus diesem einen Positivabguss aus Polyester. Die Haut klebte er auf diesen Kunststoffabguss und vernähte sie. Bevor die Schlange in der Vitrine installiert wurde, wurde sie mittels einer speziellen Airbrush-Technik leicht nachgefärbt. Die Augen des ausgestellten Tiers sind aus Glas.

Das Python-Weibchen ist in der Dauerausstellung «Fische, Amphibien, Reptilien» zu besichtigen, die 1998 nach dem Konzept des Freiburger Grafikers René Walker eingerichtet wurde. Dieser war auch an der Gestaltung der Vitrine mit der Riesenschlange beteiligt.
Michel Beaud präpariert jedes Jahr 100 bis 150 Tiere für das Naturhistorische Museum. Dabei ist von Insekten wie zum Beispiel Lausfliegen bis zur Giraffe jede Grössenordnung vertreten. Eines der Prachtexemplare, auf die der Präparator besonders stolz ist, ist der Sibirische Tiger «Sumo», der seit knapp zwei Jahren im Museum steht.
Derzeit beschäftigt sich Beaud vor allem mit der neuen Dauerausstellung «Tiere unseres Kantons». Zwei von vier Vitrinen sind bereits fertig gestellt, nämlich jene zu den Themen «Seen» und «ausgestorbene Tiere». An der Vitrine «Voralpen» werden gerade die letzten Arbeiten vorgenommen, und bis Ende Jahr wird auch die Vitrine «Tierwelt des Mittellandes» fertig eingerichtet sein.

Weiter bereitet Beaud Tiere für die nächsten Sonderausstellungen vor. Die Ausstellung über den Rotmilan (4. Oktober 2003 bis 23. Mai 2004) wird nicht nur diverse Exponate zeigen, sondern auch fortlaufend über den Standort einiger besenderter Vögel informieren. Unter dem Titel «Invasion» wird sich eine weitere Ausstellung mit Eindringlingen aus der Tier- und Pflanzenwelt, so genannten «gebietsfremden Arten», befassen (15. November 2003 bis 22. Februar 2004).

Weitere Informationen: www.fr.ch/mhn.

Der Netzpython

Der Netzpython (python reticulatus) ist der grösste in der Familie der Riesenschlangen (Boidae), zu der auch die Boaschlangen (Anakonda) gehören. Netzpythons leben in Hinterindien, auf den Sunda-Inseln und auf den Philippinen. Sie werden durchschnittlich fünf bis acht Meter lang, aber auch Exemplare von neun Metern Länge sind nicht selten. Den Längenrekord soll ein 1979 in Thailand gefangener Netzpython halten, der es angeblich auf 12,20 Meter und 220 Kilo brachte.

Netzpythons fressen Säugetiere aller Art, von der Ratte bis zu kleinen Schweinen. Wie alle Riesenschlangen besitzen sie kein Gift, sondern ergreifen ihre Beute mit den Zähnen, umschlingen sie mit ihrem Körper und ersticken sie. Entsprechend ihrer Grösse entwickeln sie enorme Kräfte. Bei grossen Exemplaren rechnet man, wie bei anderen Riesenschlangen auch, mit einem erwachsenen Mann pro Meter Schlange, um sie überwältigen zu können … cs

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