Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Die Rübenernte wird miserabel

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

«Der Ertrag wird kleiner ausfallen als letztes Jahr – die Zuckerrübenernte wird wohl katastrophal sein.» Dies sagt Adrian Kramer, Landwirt aus Büchslen und Vorstandsmitglied der Freiburgischen Vereinigung der Zuckerrübenpflanzer. «Das grosse Problem ist die Trockenheit, seit Juni hatten wir keinen ausgiebigen Regen mehr.» Die Felder zu bewässern lohnt sich laut Kramer nicht, die Kosten-Nutzen-Rechnung gehe nicht auf. «Es verleidet vielen Landwirten langsam, Zuckerrüben anzubauen», sagt Kramer. Und die Landwirte kämpfen mit einem weiteren Problem: Cercospora, die sogenannten Blattflecken. «Dabei handelt es sich um einen Pilz», erklärt Kramer. «Zwar haben wir die Bewilligung erhalten, dagegen Kupfer zu spritzen, aber die Pflanzen hatten durch die Trockenheit gar keine Kraft mehr, dieses Mittel aufzunehmen.»

Politik soll aktiv werden

Die Erträge waren auch in den letzten Jahren nicht rosig. Durch die Liberalisierung des EU-Marktes wird in Frankreich und Deutschland rund ein Fünftel mehr Zuckerrüben angebaut. Daran haben die Schweizer Bauern wenig Freude: Sie befürchten, dass die Schweiz von billigerem EU-Zucker überschwemmt wird und die Preise für ihre weissen Knollen weiter sinken. Bereits in den letzten Jahren beklagten sich einige der Landwirte über miserable Preise für ihre Rüben. «Für die Pflanzer ist es nun äusserst wichtig, dass die Politik aktiv wird und den Schweizer Zuckermarkt mit einem Grenzschutz schützt», sagt Kramer.

Zwar gilt der Aufwand für den Anbau der Knollen als relativ gering: säen, spritzen, das Ernten wird vergeben, und der Transport in die Fabrik läuft über den Rübenring. Für Familienbetriebe sind Zuckerrüben interessant, da sie kein zusätzliches Personal anstellen müssen. Doch wenn sich damit kein Geld mehr verdienen lässt, überlegen sich die Landwirte Alternativen. Damit werde es nun schwierig, sagt Kramer. «Man kann sich schon die Frage stellen, ob man mit Buntbrachen oder Blumenwiesen auf Ökologie setzen will. Aber wir haben ja mal einen Beruf gelernt, und es ist für mich als Landwirt nicht befriedigend, Bundesgelder für Ökoflächen zu erhalten.» Auch sei es schade, wenn das Wissen über den Zuckerrübenanbau verloren gehe.

Von der Entscheidung der Landwirte hängt es ab, ob die beiden Schweizer Fabriken weiter Bestand haben können: Denn wenn es zu wenig Landwirte gibt, die Zuckerrüben anbauen, hat mindestens eine der beiden Fabriken in Aarberg und Frauenfeld zu wenig Material. Bereits letztes Jahr verarbeitete die Fabrik in Frauenfeld Zuckerrüben aus Österreich, um den Betrieb am Laufen zu halten.

Die Zuckerrübenernte beginnt Anfang Oktober und dauert bis Ende Jahr. Im Januar hält die Freiburgische Vereinigung der Zuckerrübenpflanzer ihre Versammlung ab. Es wird sich zeigen, auf wie vielen Hektaren die Freiburger Bauern aus dem Seebezirk, Sensebezirk und aus der Broye noch Zuckerrüben anbauen wollen. Bisher war dies auf rund 1500 Hektaren der Fall im Kanton Freiburg.

Zuckerfabriken

Die Anzahl Rübenpflanzer nimmt in Freiburg stetig ab

Auch auf der überregionalen Ebene ist die Lage nicht rosig: Peter Imhof, Leiter des Rübenmanagements der Schweizer Zucker AG, erwartet eine unterdurchschnittliche Ernte. Die AG verarbeitet die Schweizer Zuckerrüben in den Fabriken in Aarberg und Frauenfeld. Um die Fabriken auszulasten, würden erneut Rüben aus dem Ausland eingekauft, sagt Imhof auf Anfrage. Welche Menge eingekauft werden soll, sei noch offen.

2016 gab es im Kanton Freiburg 365 Rübenpflanzer, 2017 waren es 341 und 2018 noch 325. Um mehr Bauern für den Anbau von Zuckerrüben zu gewinnen, benötige es passende Rahmenbedingungen, sagt Imhof. Konkret müssten der Preis und die Erträge stimmen. Der Preis auf dem Zuckermarkt sei jedoch auf einem Rekordtief. Trotzdem steige der Richtpreis der Rüben für das nächste Anbaujahr, um den Rückgang der Anbauflächen aufzuhalten.

jmw

 

Mehr zum Thema