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Die Schwarze Madonna trägt jetzt Grün

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Die Schwarze Madonna in Einsiedeln trägt ein neues Gewand: Es ist grün. Nach der feierlichen Vesper in der Hauptkirche wollen sie alle sehen: die Figur, die aus der Gnadenkapelle mit ihrem rätselhaft-entrückten Blick auf ihre Besucher schaut. Anwesend sind die Ordensfrauen des Klosters Fahr, die Mönche aus dem Kloster Einsiedeln und zahlreich angereiste Gäste aus der ganzen Schweiz. Für die Schwesterngemeinschaft von Fahr und die Geschichte ihres Klosters ist dies ein grosser Moment. Endlich trägt die Madonna ein Kleid aus ihrer Hand.

Ein voller Tag

Die Fahrer Ordensschwestern erzählen nach der feierlichen Vesper von einem vollen Tag, den sie im Kloster Einsiedeln erlebten. Sie feierten die Eucharistiefeier, assen mit den Ordensmännern und besuchten das Atelier von Pater Jean-Sébastien Charrière. «Mit diesem Besuch wurde im Jahr 2018 die Bande mit Einsiedeln erneut gefestigt», erklärt Irene Gassmann, Priorin des Klosters Fahr.

Abt Urban Federer fügt noch hinzu: «Mit Ausnahme von einer Abt-Installation kam es noch nie vor, dass beide Ordensgemeinschaften zusammen hier waren.» Selbst ältere Schwestern, die auf Rollstühle angewiesen sind, seien da. «Das finde ich sehr beeindruckend.» Federer ist nicht nur Abt des Klosters Einsiedeln, sondern auch des Klosters Fahr.

Der Stolz der Weberinnen

Auf dem Klosterplatz stehen nun auch die vier Textilhandwerkerinnen, die massgeblich am neuen Kleid beteiligt sind: die Leiterin der Paramentenwerkstatt, Priska Schmid, zusammen mit Maja Schmid und den Ordensschwestern Bernadette Meier und Matthea Wismer. Während zwei Jahren haben sie das Kleid aus Seide und Wolle von Hand gewoben. Die Kreation wurde mit einem zusätzlichen weiten, weichen Schleier ergänzt.

Es ist das einzige Stück in der Garderobe der Schwarzen Madonna aus der hauseigenen Paramentenwerkstatt, und es ist vom Design über den Stoff und die Näharbeiten vollständig dort entstanden. Mitgeholfen haben auch zwei tibetische Frauen, die zeitweise im Kloster Fahr gelebt haben. Sie alle sind stolz, das sie dieses Kunsthandwerk, das in Benediktiner­klöstern eine lange Tradition hat, hier weiterführen können. Die Ordensfrauen waren schon immer innovativ: Bereits 1956 ging im Kloster Fahr der erste grosse Webstuhl in Betrieb.

Schwester Paula Galliker hat damals für die Fahrer Stoffe zusammen mit dem Luzerner Kunstgewerbelehrer Gody Hirschi einen eigenen Stil kreiert, dessen Schlichtheit auch beim neuen Gewand zu sehen ist. In der Paramentenwerkstatt des Klosters Fahr entstehen bis heute sakrale Textilien wie Messgewänder, Stolen und Tuniken. Auch Altartücher, Kelchwäsche, Ministranten- und Taufkleider finden von hier aus den Weg nach draussen.

Grün wie die Hoffnung

Irene Gassmann erzählt den angereisten Gästen Interessantes über das neue Gewand der Schwarzen Madonna, das bewusst nicht mit Edelsteinen und Gold bestückt sei, sondern schlicht daherkomme. Auch die Farbe Grün sei kein Zufall. «Die Mitbrüder wünschten sich ein grünes Gewand», erklärt Gassmann. Grün sei die Farbe der Hoffnung, der Schöpfung und stehe für einen Neubeginn. «Täglich sind wir eingeladen, neu zu beginnen und weiter zu weben an unserer je eigenen Geschichte.» Das Grün erinnere die Schwestern zudem an die Buche, die bei ihnen im Kloster Fahr stehe und im Frühling so schön blühe.

Im Kloster Fahr fragten sich die Textilhandwerkerinnen zusammen mit den Ordensfrauen vor der Anreise nach Einsiedeln: Ist Maria nur noch eine Holzfigur, die in der Ecke einer Kirche steht und Staub ansetzt oder sagt sie den Menschen noch immer etwas? Für Gassmann ist klar: Nur schon das Kleid verkörpert eine tiefe Symbolik: «Das ­Gewand von Maria bietet Schutz, damals wie heute. Bestimmt hat sich Jesus ab und zu unter dem Rockzipfel der Mutter versteckt und dort Trost gesucht.» Maria, die ­Mutter der Kirche, gebe auch ihrer Gemeinschaft unter ihrem Mantel Schutz und all den Menschen, die hierher nach Einsiedeln kommen.

Zahlen und Fakten

Aus der Mitte des 15. Jahrhunderts

Die Schwarze Madonna von Einsiedeln ist ein spätgotisches Gnadenbild aus der Mitte des 15. Jahr­hunderts. Sie ersetzte das ursprünglich romanische Gnadenbild, das beim Brand von 1465 zerstört worden war. Die schwarze Hautfarbe stammt vom Russ der Kerzen und Lampen, die vor der Figur brannten. Als die Madonna 1803 in Österreich restauriert wurde, legte der Künstler die ursprüngliche Farbe frei und bemalte sie wieder fleisch­farben. Diese Änderung stiess in der Bevölkerung allerdings auf Unmut, und so wurde die Madonna wieder schwarz übermalt.

jcg

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