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«Die Sensler sind bodenständig und keine Luftikusse»

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Ich heisse Denise Heimo. Im Sensebezirk steckt mein Herzblut. Im Bezirk gibt es alles: Wir haben ein Unterland, ein Mittelland und ein Oberland. Die Industrie liegt eher im Unterland, die Landwirtschaft und das Handwerk im Oberland. Dementsprechend sind auch die Einwohnerinnen und Einwohner je nach Gebiet verschieden. Aber allgemein sind Sensler einfach treue Seelen.

Wenn man die gleiche Sprache spricht, fühlt man sich schnell verbunden. Ich habe das auch stark erlebt, als ich früher im Gebärsaal des Dalerspitals in Freiburg gearbeitet habe. Wenn ich mit den Frauen «geseislert» habe – gerade mit den Oberländerinnen – dann war man nach fünf Minuten per Du. Für meinen Beruf als Hebamme ist das eine super Basis für die Betreuung, die doch sehr emotional und intensiv ist. Die Geburt eines Kindes ist ein Übergang, der nicht einfach zu bestreiten ist. Eindrücklich war es auch zu sehen bei Frauen aus dem Ausland, die nicht unsere Sprache redeten. Sie waren so verloren im Gebärsaal. Wir als Hebammen haben versucht, unser Bestes zu geben, aber wenn man in den Momenten des Gebärens die Sprache nicht spricht, ist es furchtbar. Freiburg ist zweisprachig – der Sensler aber nicht unbedingt. Viele sprechen auch heute noch kein Französisch.

Nicht nur die Sprache macht die Sensler aus. Beim Besuch im Spital habe ich festgestellt, dass der Sensler sofort auf Besuch kam, sich über das Neugeborene freute und gratulierte. Sie zelebrieren das neue Geschöpf ganz anders. Auch ich fühlte mich stärker mit der Familie verbunden. Das klingt vielleicht idealistisch. Aber so habe ich es erlebt. Sensler stehen füreinander ein. Als ich 2004 als freischaffende Hebamme begonnen habe, gab es im Bezirk nicht viele Freischaffende. Mir war es wichtig, einen Grundstein für den Sensebezirk zu legen, damit wir Hebammen, die im Bezirk verwurzelt sind, den Menschen hier zur Seite stehen. Heute lebe ich das. Bei Hebammen-Sense sind wir momentan zu viert. Jede Hebamme bringt sich mit ihrer eigenen Art zu arbeiten ein. Ich höre oft, dass ich ehrlich und direkt bin. Gebären ist nicht einfach rosarot und himmelblau. Das ist sicherlich ein Charakterzug, den wir Seisler haben: Wir sagen, was wir denken.

Eigentlich bin ich aber in der Stadt aufgewachsen. Wir gingen oft zu den Grosseltern, die ursprünglich von Rechthalten sind, nach Mariahilf. Als ich 14 Jahre alt war, zogen wir nach Jetschwil oberhalb von Düdingen. Meine Familie hat mir ihre Ortsgebundenheit weitergegeben. Ich wohne seit 2009 in Brünisried. Zusammen mit meiner Partnerin haben wir ein Haus gebaut. Ein grosses Danke an dieser Stelle an sie, eine Solothurnerin. Ich wäre wohl nicht nach Solothurn gezogen. Hier im Oberland leben die Menschen, die zu meiner Art passen. Wir sind bodenständig und keine Luftikusse.

Heute gehe ich sehr häufig nach Ottenleuebad hoch. Das ist mein Kraftort. Dann laufe ich zwei Stunden mit dem Hund und beginne so meinen Tag. Ich habe den wunderschönen Blick zu Kaiseregg, Schwyberg und in den Sensebezirk. Aber eigentlich fühle ich mich im Sensebezirk an jedem Ort wohl.»

Aufgezeichnet von Simone Frey

Was bedeutet für Sie Heimat?

«Wenn man jung ist, ist es egal, von wo man ist. Man ist einfach. Die Verbundenheit mit der Heimat kommt, glaube ich, erst später. Auch wenn man sich nie fragen wollte, wie etwas früher war, beginnt man doch damit. Der Sensler ist Bergler und doch nicht, weltoffen und doch nicht, er passt sich leider zu oft und zu gut an und vergisst manchmal, wie starke Wurzeln er oder sie doch eigentlich hat.»

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