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«Die Simulationen waren korrekt»

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Direktor eines Spitals zu sein, ist auch zu «normalen» Zeiten keine einfache Aufgabe. Diese Funktion zu einem Zeitpunkt grösserer Umbrüche und von Reformen zu übernehmen, ist doppelt schwer. Seit dem 1. Januar gilt die neue Spitalfinanzierung, deren Kernelement die Einführung der Fallpauschale für die Entschädigung von Dienstleistungen in Spitälern ist. Jeder «Fall» wird mit einem bestimmten Betrag abgegolten. Ob er reicht oder nicht, ist nicht mehr das Problem der Kantone, sondern in erster Linie der Spitäler. Neu ist auch, dass Privatspitäler mit öffentlichen Krankenhäusern gleichgestellt werden, was die Abgeltung betrifft. So auch das grösste private Krankenhaus in Freiburg, das Daler. Am 1. Juni trat der gebürtige Mertenlacher David Queloz die Nachfolge des Muntelierers Hannes Wittwer als Direktor an.

 

 Wie war Ihr Start? Wurden Sie ins kalte Wasser geworfen?

 Ich hatte einen hervorragenden Start. Das Daler ist ein Spital mit einer guten Infrastruktur, professionellem Personal und einer konstruktiven Partnerschaft mit den Ärzten. Das vereinfachte mir den Start. Ich bin froh, ein gut funktionierendes Spital zu übernehmen. Es war nicht die Idee, dass ich einfahre und gleich riesige Veränderungen anstosse.

 

 Anfang Jahr wurde ein neues Finanzierungssystem für die Spitäler eingeführt. Viele – zum Beispiel das HFR – haben grosse Probleme damit. Was fanden Sie hier im Daler für eine Situation vor?

Ich war zuvor in der Direk-tion des Groupe Mutuel verantwortlich für Produkte und Prämien. Ich kannte das System der Fallpauschalen in der Theorie, nicht aber praktisch. Ich hatte das Glück, dass mein Vorgänger alles vorbereitet hatte. Wir sind ein privates Spital und wissen, einen allfälligen Verlust deckt niemand. Wir mussten sicher sein, dass alles gut funktioniert.

 

 Die Einführung des neuen Systems führte in anderen Spitälern zu betrieblichen Problemen wie Verspätungen bei der Rechnungsstellung. Wie sieht die Lage hier aus?

Ende Juli hatten wir alle stationären Fälle bis Ende Mai abgerechnet. Wir haben also eine Verzögerung von zwei Monaten. Das ist für uns im Moment noch tragbar. Nach dem alten System betrug der zeitliche Rückstand bei der Rechnungsstellung einen Monat. Aber der Fakturierungsprozess ist heute komplexer als zuvor. Wir brauchen mehr Informationen und damit mehr Zeit. Wir lernen jeden Tag hinzu. Zwei Monate sind darum nicht viel, und wir sind im Plan. Wir hoffen, die Verzögerung weiter abzubauen, stellen aber fest, dass eine gewisse Verspätung wegen der komplizierten Rechnungsstellung unvermeidbar ist.

 

 Was hat das Daler denn anders gemacht als das HFR?

Ich kenne die Situation beim HFR nicht genau. Aber die Direktion des Daler hat sich 2011 bemüht, das neue System zuerst zu verstehen und dann die Prozesse anzupassen. Das ist ihr offenbar gelungen. Die Prozesse wurden zuvor schon immer wieder optimiert. Deshalb war dieser Übergang für uns vielleicht einfacher.

 

 In den Kassen des HFR klafft ein Finanzierungsloch. Wie steht es bei Ihnen?

Wir sind finanziell im Plan. Das zeigen die ersten Indikatoren mit den Zahlen bis Ende Mai. Wir glauben, dass wir mit unserer Baserate von 8850 Franken auskommen. Die früheren Simulationen erweisen sich als korrekt. Allerdings haben wir mit dem neuen System noch keine lange Erfahrung.

 

 Wirken sich die Probleme des HFR auch auf das Daler aus?

Freiburg braucht ein qualitativ hochwertiges Kantonsspital. Das ist auch für uns notwendig. Heute spricht man nicht mehr nur von einer kantonalen, sondern von einer nationalen Spitalplanung. Freiburg muss eine Lösung finden, um weiterhin eine gute öffentliche und private Spitalpflege anzubieten. Das ist eine grosse Herausforderung für unseren Kanton, der zwischen der Waadt und Bern liegt.

 

 Viele Privatspitäler beklagen sich über eine Ungleichbehandlung durch den Staat. Wie sehen Sie das?

Für mich ist wichtig: Wir wollen als Partner mit dem HFR zusammenarbeiten. Gemäss Spitalplanung haben wir bis Ende 2014 drei Hauptbereiche: Maternité/Gynäkologie, Chirurgie und Urologie. Zuvor konnten wir auch Operationen in der Orthopädie und ORL durchführen. Der Kanton hat uns diese Spezialitäten gestrichen. Wir mussten uns anpassen. Nun können wir sagen: Wir konnten den Verlust zum Glück durch einen Anstieg der Operationen in unseren drei Hauptbereichen fast kompensieren. Beispielsweise kamen im Jahr 2011 in der Maternité des Dalerspitals 1070 Babys auf die Welt. Wir sind im laufenden Jahr im selben Rahmen. Ich würde mich freuen, wenn wir 1100 Geburten erreichen könnten.

 

 Welche Ziele haben Sie sich als Direktor gesetzt? Welche Visionen haben Sie?

Das Wichtigste ist für mich die Kontinuität. Das Dalerspital ist finanziell gesund, hat eine sehr gute Reputation, arbeitet mit kompetenten Ärzten zusammen, und unsere Patienten, von denen 80 Prozent nur grundversichert sind, sind zufrieden mit unserer Infrastruktur. Solange wir ein Spital mit hohem Niveau in Pflege und medizinischer Versorgung bleiben, und dies mit der tiefsten Kostenstruktur in der ganzen Romandie, profitieren die Freiburger Bevölkerung und der ganze Kanton.

 

 Das Daler ist zwar ein Privatspital, gehört aber nicht wie viele andere Privatspitäler einem Unternehmen, sondern einer gemeinnützigen Stiftung. Ist das ein Vorteil?

Wir haben sowohl die Vorteile eines privaten wie auch eines öffentlichen Spitals. Ein allfälliger Gewinn bleibt in der Stiftung und fliesst dann zurück ins Spital. Wir müssen keine Dividenden an Aktionäre bezahlen. Damit verbessern wir unsere Infrastruktur. Deshalb können wir die laufende Erweiterung des Spitals vollständig aus eigener Kraft finanzieren. Davon profitieren unsere Patienten. Und: Ich habe als Direktor sicherlich weniger Druck, eine bestimmte Rendite erzielen zu müssen. Wir planen unsere Aktivitäten mittel- und langfristig.

 

 Sowohl das Daler als auch das HFR haben sich die Zweisprachigkeit auf die Fahnen geschrieben. Warum ist das so wichtig?

Wir leben in einem zweisprachigen Kanton, und das ist für uns eine Chance. Es ist unser Grundziel, die Zweisprachigkeit zu erreichen und sie zu verstärken. Wir bezahlen zum Beispiel eine Prämie an Mitarbeiterinnen, die beider Sprachen einigermassen mächtig sind. Das ist wichtig, denn wissen Sie: Wenn Sie als Patient nicht französisch sprechen und ins Spital müssen, sind Sie in einer Position der Schwäche. Gerade dann ist es wichtig, dass Sie spüren, dass die Pfleger und Ärzte verstehen, was Sie wollen. Nur so entsteht ein Vertrauensverhältnis. Der Direktor muss dabei mit dem guten Beispiel vorangehen. Ich muss an mir arbeiten und jeden Tag meine Sprachkenntnisse verbessern. Und zwar nicht nur mein Hochdeutsch, sondern auch mein Schweizerdeutsch. Wenn Sie in einem Jahr wiederkommen, hoffe ich, dass wir dieses Gespräch in Schweizerdeutsch führen können. Das ist mein persönliches Ziel.

Dieses Interview wurde in Deutsch geführt.

«Wenn Sie in einem Jahr wiederkommen, hoffe ich, dass wir dieses Gespräch in Schweizerdeutsch führen können.»

David Queloz

Direktor Spital Jules Daler

Zur Person

David Queloz (43), Direktor Dalerspital

Aufgewachsen ist David Queloz in Marly; er besuchte das Kollegium in Freiburg. Seinen Abschluss hat Queloz an der Universität Freiburg im Bereich der Mathematik gemacht. Er hat 1997 in Statistik doktoriert. Von 2001 bis 2012 arbeitete Queloz in der Direk-tion der Walliser Krankenversicherung Groupe Mutuel in Martigny in verschiedenen Bereichen. Er verfügt über ein eidgenössisches Diplom als Versicherungsfachmann. Queloz ist auch in der Politik aktiv: Seit 2005 ist er Mitglied des Gemeindeparlaments seines Wohnorts Conthey sowie Ersatzmann für die FDP im Kantonsparlament.fca

Zahlen und Fakten

Auch die Clinique Générale startete gut

Der Betriebsverlauf in den ersten Monaten des Jahres in der Clinique Générale entsprach den Erwartungen. Man sei punkto Budget auf Kurs. Dies teilte die Klinikleitung auf Anfrage mit. Der Grund für den gelungenen Systemwechsel sei auf eine gute Vorbereitung zurückzuführen. Die Klinik habe früh mit der Fakturierung begonnen und verzeichne heute keine Verspätung.fca

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