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«Die Situation ist noch immer alarmierend»

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Trotz sinkender Arbeitslosenzahlen bleibt «Emploi et solidarité» skeptisch

Autor: Von UELI STRASSER

Auf 1,9 Prozent lag nach offiziellen Angaben der Anteil der Arbeitslosen an der aktiven Bevölkerung im April 2000 – so tief wie schon seit zehn Jahren nicht mehr. Zum Vergleich:Im September 1993 betrug die Quote noch 5,8 Prozent.

Das Problem der Arbeitslosigkeit im Kanton Freiburg ist offensichtlich kleiner geworden, aber Philippe Wandeler, der Präsident von «Emploi et solidarité» macht keinen allzu optimistischen Eindruck: «Die Situation ist noch immer alarmierend.» Er warnt: «In den vergangenen zwei Jahren sind mehr als zweitausend Personen von der Liste jener Arbeitslosen gestrichen worden, welche Versicherungsgeld beziehen dürfen.» Ein Teil dieser Stellensuchenden kann heute an den aktiven Massnahmen des Kantons teilnehmen, weil er bei der regionalen Arbeitsvermittlung (RAV) angemeldet sei, aber die finanziellen Mittel dafür seien viel zu knapp.

Wirkliche Zahlen sind höher

Die Zahl der Leute, welche heute tatsächlich ohne Stelle sind, in einem Kurs stecken oder einen Zwischenverdienst haben, ist um einiges höher als die offiziellen Angaben glauben machen:4,8 Prozent ist diese Quote – das sind mehr als 5100 Personen. «Und wenn wir jene noch mitrechnen, welche die Suche bereits aufgegeben haben», ergänzt Wandeler, «dann kommen wir beinahe auf 8000 Personen.»

Aber auch wenn man bei den offiziellen Zahlen bleibt:Rund zweitausend Personen haben nicht die Möglichkeit, das Recht auf Arbeit wirksam zu machen und leiden an diesem Defizit körperlich und seelisch. Andererseits führe die kritische wirtschaftliche Situation gemäss Wandeler oft dazu, dass die Arbeitssuchenden «eine Stelle um jeden Preis annehmen». Vor allem nach einer längeren Arbeitslosigkeit sei das Niveau der Löhne in der Regel sehr tief und halte die Menschen in einer Abhängigkeit von der Sozialhilfe anstatt sie wieder in die Arbeitswelt zu führen.

Suche nach neuen Mandanten

Die neue Situation auf dem Stellenmarkt mag noch so alarmierend sein:Für «Emploi et solidarité» selber hat die Entwicklung einen Abbau zur Folge. 1999 konnten den Suchenden 120 Stellen angeboten werden. Heute sind es nur noch 87. Und bereits sind weitere Kürzungen angekündigt worden. Philippe Wandeler sieht die Zukunft nüchtern:«Wir wollen keine künstliche Struktur erhalten, wenn wir keine Klienten mehr haben.» Zunächst gelte es jetzt aber, neue Wege zu finden.

Bisher werden die Arbeitslosen zum grössten Teil über die RAV’s vermittelt. Nun sollen aber auch direkte Kontakte mit dem Fürsorgeamt und den Gemeinden geknüpft werden; diese könnten daran interessiert sein, die bewährte und gut funktionierende Infrastruktur für ihre Anliegen einsetzen zu können.
Indirekt hat der Stellenabbau auch Konsequenzen auf die Arbeitsplätze der Betreuer. Im Dezember musste der Dienstleistungsbereich «SOS Services» geschlossen und vier Mitarbeiter entlassen werden.

Qualifizierte Arbeitsprogramme

Es wird aber nicht nur ab-, sondern auch ausgebaut:In Zusammenarbeit mit dem kantonalen Amt für den Arbeitsmarkt sind «qualifizierte Arbeitsprogramme» entworfen worden. Den bisherigen internen Ausbildungsprogrammen wird eine Fortbildung durch eine externes Fach-Organ angefügt.

Ziel dieser Arbeitsprogramme ist die Erlangung eines Fähigkeitszeugnisses, welches von den Unternehmen in der Privatwirtschaft als eine Art «Anlehre» anerkannt wird. Das Angebot gilt bisher erst für die Sektoren Verwaltung und Verkauf, soll aber demnächst auch auf den Schreiner-Beruf ausgeweitet werden. Philippe Wandeler ist sich auch hier klar:«Man kann einer Person nicht in drei Monaten einen Beruf beibringen, für welchen die Lehre drei Jahre dauert.» Die Zertifikation gewisser Grundfähigkeiten soll den Stellensuchenden jedoch den Schritt zurück in den offenen Arbeitsmarkt erleichtern.
Das Angebot bei «Emploi» besteht derzeit aus 55 «Teilzeitstellen mit Ausbildung» sowie 20 qualifizierten Arbeitsprogrammen. Ein weiteres Dutzend Stellen steht Personen zur Verfügung, welche sich zunächst «Basisqualifikationen» aneignen müssen -das ist hauptsächlich die Sprache, aber auch das Ausfüllen eines einfachen Formulars oder das Verstehen eines Budgets. Der Erfolg der Massnahmen ist beachtlich:38,5 Prozent (rund 120 Personen) haben den Weg in die Berufstätigkeit 1999 wieder gefunden.

Alles neu macht der Mai

Trotz des Erfolges muss auch «Emploi et solidarité» das Angebot erweitern. Einerseits ist auf Juni 2001 die ISO-Zertifizierung geplant. Diese Massnahme erfolgt nicht zuletzt auf Druck der Subventions-Geber, welche das Zertifikat als Bedingung für weitere finanzielle Unterstützung verlangen.

Die «Coup d’pouce»-Supermärkte erhalten des Weiteren einen neuen Auftritt mit einem modernen Logo in einer schwungvollen Schrift. Das Neue macht jedoch nicht an der Fassade halt -auch die Schreinereien werden modernisiert und neue Maschinen sollen die berufliche Integration einfacher machen.

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