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Die Sorgenfalten werden tiefer

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Als sich die Offensive für einmal einen Tick inspirierter präsentierte als zuletzt, zeigte sich dafür die Defensive gestern nicht von ihrer besten Seite. Torhüter Reto Berra inklusive, war sie nicht gut genug, um gegen einen keineswegs unwiderstehlichen EV Zug die ersten Punkte zu holen.

Andere Probleme und Defizite blieben unverändert. Auch gestern blieben die Ausländer weit hinter den Erwartungen zurück, die in der National League an Import-Spieler nun einmal gestellt werden. Zwar holte Andrew Miller mit einem Assist den ersten Punkt für die ausländische Fraktion – das bleibt als Bilanz für das Ausländerquartett nach drei Spielen jedoch ziemlich erbärmlich.

Ebenfalls schwach war Gottéron erneut in den Special Teams. Beide Mannschaften kassierten drei Zweiminutenstrafen. Bei Zug resultierten daraus zwei Powerplaytore, bei Gottéron: nichts. Die Freiburger warten damit weiter auf den ersten Überzahltreffer der Saison, während sie in Unterzahl bereits fünf Gegentore kassiert haben.

Alles in allem ist die Situation bei Gottéron bereits zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison besorgniserregend. Natürlich sind in den 47 verbleibenden Spielen noch genügend Punkte zu vergeben. Aber derzeit stimmt im Team der Freiburger wahrlich nicht viel zusammen. Die vielen Fehlpässe zeigten gestern zudem klar auf, dass die Verunsicherung im Team bereits gross ist.

Weiterhin nicht clever

Diese Verunsicherung erhielt bereits in der 8. Minute zusätzlich Nahrung, als Yannick-Lennart Albrecht einen Schuss von Reto Suri zum 0:1 ablenkte. Wenige Minuten später stellten die Freiburger zudem ein weiteres Mal unter Beweis, was ihnen in dieser frühen Phase der Saison ebenfalls abgeht: Cleverness. Als Marc Abplanalp bereits auf der Strafbank sass, holte sich Sebastian Schilt hinter dem Tor eine Strafe wegen Haken. Zugs schwedischer Stürmer Carl Klingberg sagte Danke und schoss in der 14. Minute bei 5 gegen 3 Feldspieler das 2:0 für die Gäste. Er reagierte am schnellsten, als der Puck von der Bande hinter dem Tor wieder vor das Gehäuse sprang – und zeigte eine der wenigen Schwächen von Reto Berra auf. Der 194 Zentimeter grosse Torhüter Gottérons ist nicht besonders schnell im Verschieben.

Die Zuger waren gestern allerdings durchaus grosszügige Gäste. Im Tor erhielt Sandro Aeschlimann überraschend den Vorzug vor Tobias Stephan. In seinem vierten NLA-Spiel liess er den nicht sonderlich platzierten Schuss von Killian Mottet zwei Minuten nach dem 0:2 passieren und Gottéron wieder herankommen.

Es folgte die beste Phase der Freiburger. Bis zur Spielmitte war das Heimteam die bessere Mannschaft, spielte plötzlich mit Biss und Emotionen und kam zu Chancen – die allerdings teils kläglich vergeben wurden. Etwa als Julien Sprunger – ein weiterer Leader auf Formsuche – in der 27. Minute völlig allein stehend einen Direktschuss nicht an Aeschlimann vorbeibrachte, obwohl das halbe Tor leer war.

Weil Zug wirklich nicht mehr als das Allernötigste machte, nahm Gästetrainer Dan Tagnes exakt bei Spielmitte sein Timeout – es sollte fruchten. Nur kurze Zeit später kam bei Gottéron wieder das Thema Cleverness aufs Tapet. Noah Schneeberger spielte völlig unnötig einen Hochrisikopass, der zu einer Grosschance für die Gäste führte, die Tristan Vauclair nur mit einem Foul zunichtemachen konnte. Santeri Alatalos anschliessender Treffer in Überzahl stoppte Gottérons Elan jäh. Als Raphael Diaz – wieder verschob sich Berra etwas gar langsam – mit einem Buebetrickli zu Beginn des Schlussdrittels auf 4:1 für Zug erhöhte, schien sogar der letzte Funken Hoffnung erloschen.

Klare Worte von Berra

Von den Freiburger Leadern kam auch danach keine Reaktion. Immerhin aber sprangen Spieler aus der zweiten Reihe in die Bresche. Nathan Marchon und Tristan Vauclair sorgten mit einem Doppelschlag innert eineinhalb Minuten dafür, dass zehn Minuten vor Schluss wieder Spannung aufkam. Es sollten nur knapp vier spannende Minuten bleiben, denn in der 54. Minute erwischte Dario Simion Berra mit einem haltbaren Schuss zum 5:3. Der sechste Treffer ins leere Tor war kurz vor Schluss noch die Zugabe.

Berra, der gestern nur auf eine Abwehrquote von 80 Prozent kam, redete nach dem Spiel Klartext. Sowohl über seine eigene Leistung («Wenn man fünf Tore kassiert, kann man als Goalie nie zufrieden sein») als auch über die Teamleistung: «Wir müssen nun härter arbeiten und den Finger aus dem Arsch nehmen. Wenn man härter arbeitet, bekommt man auch ein Grundselbstvertrauen, das einem niemand mehr nimmt.»

Ein versöhnlicheres Schlusswort suchte Tristan Vauclair: «Jedes Team durchlebt während einer Saison mindestens eine Krise. Wir haben sie nun halt gleich zu Beginn der Saison.» Die Krise droht sich am Freitag noch zu verschärfen, dann nämlich reist Gottéron zum verlustpunktlosen Leader Biel.

Telegramm

Gottéron – Zug 3:6 (1:2, 0:1, 2:3)

St. Leonhard. – 5402 Zuschauer. – SR Müller/Salonen, Duarte/Borga. Tore: 8. Albrecht (Suri, Morant) 0:1. 14. Klingberg (Roe, Stalberg/Ausschlüsse Abplanalp, Schilt) 0:2. 16. Mottet (Bykow) 1:2. 32. Alatalo (Lammer/Ausschluss Vauclair) 1:3. 43. Diaz 1:4. 49. Marchon (Abplanalp) 2:4. 50 Vauclair (Miller) 3:4. 54. Simion (Roe) 3:5. 60. Stalberg 3:6 (ins leere Tor). Strafen: je 3-mal 2 Minuten.

Freiburg-Gottéron: Berra; Stalder, Furrer; Holos, Chavaillaz; Schneeberger, Schilt; Abplanalp; Miller, Slater, Mottet; Sprunger, Bykow, Birner; Rossi, Walser, Marchon; Holdener, Schmutz, Vauclair; M. Forrer.

Zug: Aeschlimann; Thiry, Alatalo; Diaz, Stadler; Zgraggen, Zryd; Morant; Lammer, Roe, Stalberg; Klingberg, Albrecht, Suri; Martschini, Leuenberger, Simion; Schnyder, Senteler, Haberstich; Widerström.

Bemerkungen: Gottéron ohne Meunier, Zug ohne McIntyre, Schlumpf und Fohrler (alle verletzt). – Pfostenschuss Schilt (39.). – Timeouts Zug (30.) und Gottéron (54./Coaches Challenge). – Gottéron von 57:08 bis 59:07 ohne Torhüter.

Die FN-Besten: Mottet und Stalberg.

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