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«Die Stadt mag keine Bäume»

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«Die letzte Nummer unserer Schriftenreihe ist kämpferischer als sonst», sagte gestern Stéphanie Buchs vor den Medien. Sie ist verantwortlich für die Publikationen bei Pro Fribourg. Effektiv geizt der Verein in seinem neusten Heft nicht mit Kritik an der Freiburger Raumplanungspolitik, speziell in Bezug auf die Natur.

Das Heft steht ganz im Zeichen des Baums. Pascal Marguerat, Kartograf bei Swiss­topo und Baumkenner, präsentiert darin die eindruckvollsten, schönsten und seltensten Bäume im Kanton Freiburg. Er beschreibt die Eigenschaften, den Nutzen und die symbolische Bedeutung von Laubbäumen und Nadelbäumen, von Eichen, Linden, Buchen und Ahornen, die er auf seinen Streifzügen durch den Kanton entdeckt hat. Als Kartograf machte er grosse Bäume teilweise auch mithilfe von Luftaufnahmen ausfindig.

Bäume seien heute allerorts bedroht, sagte Buchs, daher die Themenwahl. Dass die Torrylinde kurz vor Redak­tionsschluss gefällt worden sei, bestätige bloss, wie berechtigt die Sorge um den Baumbestand in der Stadt Freiburg sei. «Der Kanton hat leider kein Schutzkonzept für Bäume ausserhalb von Wäldern. Ihr Schicksal liegt allein in den Händen der Gemeinden.» Zwar habe das Amt für Wald und Natur angefangen, spektakuläre Bäume durch seine Förster erfassen zu lassen. Seit gestern nimmt das Amt via seine Internetsite Hinweise aus der Bevölkerung entgegen. Das ändere aber nichts daran, dass es allein im Ermessen der Gemeindebehörden liege, ob ein Baum gefällt werde oder nicht.

Vorstandsmitglied Caroline Bruegger, die im Heft aufzeigt, wie Bäume in der Stadt zurechtgestutzt und dabei regelrecht massakriert würden, kritisierte: «Die Torrylinde hätte noch Jahre weiterleben können und wäre keine Gefahr für Spaziergänger gewesen.» In morschen Bäumen lebten zudem viele, darunter auch geschützte Insekten, die mit dem Fällen ihre natürliche Behausung verlören. Generalsekretärin Sylvie Genoud Jungo ergänzte: «Die Stadt mag keine Bäume.» Das sei allein schon der verklausulierten Formulierung zu entnehmen, mit der die Stadt im Amtsblatt um das Fällen der Torrylinde ersucht habe. «Das versteht kein normaler Mensch.»

Das sieht auch Präsident Jean-Luc Rime so und hält mit massiver Kritik an der Stadtregierung nicht zurück: «Die Städte sind angesichts des Klimawandels überhitzt. Freiburg reisst überall die Strassen auf, um neue Leitungen zu legen, und nutzt die Arbeiten nicht, um entlang der Strassen Bäume zu pflanzen.» Und während beispielsweise im alten Ortsplan noch die Rede davon gewesen sei, an der Zeughausstrasse Bäume zu pflanzen, sehe das der neue Ortsplan nicht mehr vor. «Der Gemeinderat nimmt seine Verantwortung in der Raumplanung nicht wahr.» Der neue Ortsplan weise viel zu wenig Grünflächen auf, die als Kompensation zur Verdichtung von grosser Wichtigkeit seien. «Freiburg hat mit dem Pharmaunternehmen Alcon den Jackpot geknackt. Die Firma spielt 2019 120 Millionen Franken in die Stadtkasse. Der Gemeinderat soll nun endlich in die Begrünung der Stadt investieren anstatt in Parkhäuser und in den Ausbau seiner Verwaltung», so Rime.

Kantonsbibliothek

«Anliegen der Brüder nicht ernst genommen»

Pro Fribourg weist in seinem neusten Werk auch darauf hin, dass gegen den Erweiterungsbau der Kantons- und Universitätsbibliothek noch eine Einsprache der benachbarten Dominikaner hängig sei. Das Bauprojekt bedrohe das Wurzelsystem der sieben grossen Bäume im Garten des Albertinums. Das habe die Expertise eines Umweltinge­nieurs ergeben, der von den Brüdern beauftragt worden sei. Die Dominikaner bedauern im Heft das Vorgehen der kantonalen Umweltdirektion, das sie als nicht transparent bezeichnen. Das Problem werde nicht ernst genommen, kritisierte gestern Pro-Fribourg-Präsident Jean-Luc Rime.

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«Der Kanton hat leider kein Schutzkonzept für Bäume ausserhalb von Wäldern.»

Stéphanie Buchs

Pro Freiburg

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