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Die Straftaten sind auf den tiefsten Stand seit 2011 zurückgegangen

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Das Jahr 2012 war für die öffentliche Ordnung Freiburgs ein unerfreuliches. Ob bei Vermögensdelikten, Straftaten gegen Leib und Leben, Gewalt und Drohung gegen Beamte oder häuslicher Gewalt: Überall verzeichnete die Freiburger Polizei damals Spitzenwerte. Doch 2012 trat auch eine gemeinsam von der Staatsanwaltschaft und dem Staatsrat ausgearbeitete Kriminalpolitik mit einer Prioritätensetzung in Kraft: Seither sind die Zahlen rückläufig.

Die Freiburger Kantonspolizei gab gestern an einer Medienkonferenz bekannt, dass 2016 die meisten Straftaten im fünften aufeinanderfolgenden Jahr zurückgingen und die Zahlen sich nun auf dem Niveau von 2011 bewegen. «Der Rückgang ist beachtlich», sagte Polizeikommandant Pierre Schuwey. «Aber diese Tendenz ist auch für die gesamte Schweiz und die Romandie zu beobachten» (siehe Kasten).

Weniger Fälle, mehr Aufwand

Insgesamt hat die Kantonspolizei im letzten Jahr rund 35 000 Fälle behandelt, was einem Minus von vier Prozent gegenüber 2015 entspricht. 13 943 dieser Fälle waren Straftaten gemäss Strafgesetzbuch; der Rückgang beträgt gar elf Prozent. Vor fünf Jahren lag die Zahl der Straftaten um fast 5000 Fälle höher als 2016.

«Dies bedeutet aber nicht, dass die Polizei weniger Arbeit hat», so Schuwey. «Die heutigen Ermittlungen sind komplexer geworden und nehmen mehr Zeit in Anspruch.»

Im Kanton Freiburg ereigneten sich letztes Jahr 45,3 Straftaten pro tausend Einwohner. Freiburg liegt damit deutlich unter dem schweizerischen Durchschnitt von 56,2 Straftaten pro tausend Einwohner. Auch verzeichnete die Freiburger Polizei mit 39,8 Prozent eine höhere Aufklärungsquote bei den Straftaten als die Schweiz im Durchschnitt.

Die Kantonspolizei hat die Straftaten nach 18 Kategorien aufgelistet. In 15 davon gingen die Zuwiderhandlungen zurück. Einzig bei den Verstössen gegen das Ausländergesetz sowie bei allerdings sehr tiefen Fallzahlen bei den Tötungsdelikten und beim Ordnungsdienst gab es einen Anstieg.

Die Einbruchdiebstähle gingen 2016 nur leicht zurück, sind aber nur halb so häufig wie 2013. Auch die Überfälle sowie Straftaten gegen Leib und Leben waren 2016 weniger häufig als in allen Jahren seit 2011.

Freiburg gibt Rang 1 ab

Schliesslich konnte die Polizei auch den Ruf Freiburgs als nationale «Hauptstadt des Verbrechens» korrigieren, der aus nationalen Vergleichszahlen 2015 hervorging: Damals belegte die Kantonshauptstadt mit 18,2 Straftaten pro tausend Einwohner schweizweit den ersten Rang. Dies habe überrascht und nicht mit den Eindrücken aus dem Polizeialltag übereingestimmt, so Schuwey. Für 2016 liegt der Wert mit 11,9 Straftaten pro tausend Einwohner viel tiefer. «Wir hatten im Vergleich mit anderen Kantonen zu viele Vergehen gemeldet», so Schuwey. «Das haben wir korrigiert.» Beispielsweise habe die Null-Toleranz-Politik bei Beschimpfungen gegen Beamte die Zahlen beeinflusst.

Cyberkriminalität nimmt zu

Von der allgemein positiven Bilanz der Freiburger Kriminalstatistik ist die Cyberkriminalität ausgenommen. «Die Tendenz zeigt stark nach oben, und ein Ende ist nicht zu erwarten», sagte Florian Walser, Chef der Kriminalpolizei. Gegenüber 2012 nahmen die Fälle um 150 Prozent zu, im Bereich des Internetbetrugs gar um mehr als 300 Prozent. Walser wies darauf hin, dass bei der Internetkriminalität die Dunkelziffer hoch sei. «Man geht davon aus, dass nur etwa zehn Prozent der Fälle der Polizei gemeldet werden.» Aus diesem Grund setzt die Freiburger Polizei bei der Internetkriminalität einen Schwerpunkt auf die Prävention.

Erfolgreich war das 2016 eingeführte neue Konzept mit einem strikteren Rahmen für den Aufenthalt von Fahrenden. Wie Philippe Allain, Chef der Gendarmerie, aufzeigte, ist die Anzahl der Lager von Fahrenden innerhalb eines Jahres von 50 auf 17 zurückgegangen. Für Allain ist dies eine direkte Folge der besseren Koordination zwischen der Polizei und den Oberämtern sowie der Information der Landbesitzer.

Bundesamt für Statistik

Kriminalität geht in der ganzen Schweiz zurück

Die Kriminalität in der Schweiz ist im vergangenen Jahr weiter zurückgegangen. Die Zahl der Strafdelikte sank um 4,1 Prozent auf noch rund 470 000. Das sei der tiefste Wert seit der Statistikrevision im Jahr 2009, teilte das Bundesamt für Statistik am Montag mit. Knapp 70 Prozent dieser Straftaten waren Vermögensdelikte. Um 3,6 Prozent zugenommen haben dagegen schwere Gewaltstraftaten. Verantwortlich ist dafür vor allem der Anstieg bei den Vergewaltigungen um elf Prozent auf 588. Die Zahl der Delikte gegen die sexuelle Integrität ist auch insgesamt um acht Prozent auf 7329 gestiegen. Konstant geblieben ist die Zahl der sexuellen Handlungen mit Kindern.

45 Opfer bei Tötungsdelikten

Höher als im Vorjahr ist die Zahl der versuchten Tötungsdelikte (+33 Prozent). 45 Menschen kamen im letzten Jahr bei einem Tötungsdelikt ums Leben. In vier von zehn Fällen geschah dies im häuslichen Bereich. Einen Anstieg verzeichneten die Behörden auch bei minderschweren Gewaltstraftaten, vor allem wegen mehr einfacher Körperverletzungen (+5,5 Prozent), Nötigungen (+11,6 Prozent) und Tätlichkeiten (+2,3 Prozent). Um 2,2 Prozent auf 17 685 Delikte gestiegen sind Anzeigen bei häuslicher Gewalt.

Tiefer als im Vorjahr war mit 7938 die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die einer Straftat beschuldigt wurden. Das waren 1,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Mehr beschuldigt wurden dagegen Asylbewerber: Ihre Zahl stieg um ein Drittel auf 3413.

146 731 Mal wurde 2016 in der Schweiz etwas gestohlen – Fahrzeuge nicht eingerechnet. Gegenüber dem Vorjahr sank die Zahl der Diebstähle damit um neun Prozent. Rückläufig waren auch die Diebstähle bei Autos, Fahrrädern und Mofas (–6 Prozent). Deutlich zugenommen haben aber Delikte wegen unbefugter Datenbeschaffung und Eindringens in Datenverarbeitungssysteme und ungetreue Geschäftsbesorgung.

Weniger Einbrüche

Einen neuen Tiefstand verzeichneten die Behörden bei den Einbrüchen. Im letzten Jahr kam es zu 36 970 Einbrüchen. Das entspricht einem Minus von 13 Prozent. Die Einschleichdiebstähle eingerechnet sind das 127 registrierte Einbrüche pro Tag. Im Rekordjahr 2012 waren es täglich 201.

Straftaten gegen das Betäubungsmittelgesetz sanken 2016 um 3,3 Prozent. Knapp die Hälfte betraf den Konsum von Betäubungsmitteln, mehrheitlich Hanfprodukte. Rückläufig waren vor allem Delikte wegen Schmuggel, Anbau und Herstellung von Betäubungsmitteln.

Regionale Unterschiede

Während es im landesweiten Schnitt 5,2 Gewaltstraftaten pro tausend Einwohner gab, lag der Wert im Kanton Basel-Stadt bei 13,1. Es folgen Neuenburg (8,5), Genf (7,9), Waadt (6,5) und Zürich (6,3). Am wenigsten Gewaltstraftaten verzeichneten Appenzell Innerrhoden (2,0), Uri und Basel-Landschaft (je 2,6).

Auf kommunaler Ebene liegen die grösseren Städte dieser Kantone ebenfalls auf den vorderen Plätzen – mit wenigen Ausnahmen. Auf Basel (13,1) folgen La Chaux-de-Fonds (12,7), Biel, Freiburg und Neuenburg (je 11,9). Dann kommen Genf, Lausanne und Genf, die ebenfalls Werte über 10 aufweisen.

sda

 

Sicherheit

Polizei hat nach Attentaten in Europa Massnahmen ergriffen

Die Medienkonferenz zur Freiburger Kriminalsta­tis­tik fand gestern im Schiesskeller des Interventionszentrums in Granges-Paccot statt. Die Verantwortlichen der Polizei wählten diesen Ort, um nach dem formellen Teil der Medienkonferenz ihre neue Schiessausbildung zu demonstrieren.

Wie der Chef der Gendarmerie Philippe Allain erklärte, ist die neue Schiessausbildung eine Folge der Attentate des letzten Jahres in verschiedenen europäischen Städten. 97 Prozent aller Freiburger Polizisten haben diese Ausbildung absolviert, so Allain. Ziel ist es, dass alle Polizisten vorbereitet sind, im Falle einer Massentötung einen Angreifer zu stoppen. «Unternimmt der Polizist in diesem Fall nichts, geht die Tötung weiter», so Allain.

Die neue Schiessausbildung unterscheidet sich von der «klassischen» darin, dass nicht in erster Linie auf eine sich vorne befindende Zielscheibe geschossen wird. Vielmehr sei die Schiessübung dynamisch; die Beamten müssen das Geschehen rund um sich herum beobachten. So traten bei der gestrigen Demonstration zuerst zwei Beamte in Aktion, wobei der eine nach vorne blickte und dabei schoss, während der andere den Bereich im Rücken im Auge behielt. Nach einer kurzen Zeit erhielten sie Unterstützung durch zwei weitere Polizisten, die sich dann auch um die Opfer kümmern konnten.

Die Sicherheitsmassnahmen nach den Attentaten beruhen aber nicht nur auf einer angepassten Schiessausbildung. So werden jetzt bei Anlässen mit grossem Menschenaufkommen auch die Vorkehrungen im Terrain verstärkt, indem beispielsweise Lastwagen die Zufahrtswege versperren. Zudem zeigt die Polizei bei solchen Anlässen verstärkt sichtbare Präsenz.

uh

 

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