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Die Tabakbauern erhalten mehr Geld

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Für die Tabakbauern ist es eine gute Nachricht: Die Zigarettenhersteller werden sie in den nächsten fünf Jahren mit fünf Millionen Franken unterstützen. Dem entsprechenden Vertrag haben die Delegierten des schweizerischen Tabakproduzentenverbandes (Swiss Tabac) letzte Woche an ihrer Delegiertenversammlung im waadtländischen Corcelles-près-Payerne zugestimmt.

Ein Drittel geht an Kleine

Der Vertrag sieht vor, den Tabakbauern pro Jahr eine Million Franken auszuzahlen. Ein Drittel des Geldes ist für kleine und mittlere Betriebe reserviert, die auf weniger als drei Hektaren Tabak anpflanzen. «Ihnen wird ein Maximum von 3000 Franken pro Betrieb und pro Jahr ausbezahlt», erklärt Hans-Beat Johner. Er produziert in Lurtigen Tabak und ist sowohl bei Swiss Tabac und im regionalen Verband Broye Tabac Vorstandsmitglied.

Die zwei anderen Drittel der fünf Millionen Franken werden den Tabakproduzenten unabhängig von ihrer Grösse ausbezahlt. Maximal erhalten die Bauern pro Kilogramm getrocknetem Tabak 60 Rappen, abhängig von der jeweiligen Jahresernte. «Dieser Betrag ist eine Qualitätsprämie», erklärt Johner. Die Betriebemüssen gewisse Standards einhalten, um vom Geld profitieren zu können: Sie müssen etwa das Arbeitsrecht einhalten oder vorgeschriebene Weiterbildungskurse besuchen. «Viele Schweizer Betriebe halten diese Richtlinien bereits jetzt ein», sagt Johner. Mit der Qualitätsprämie könnten sich die Schweizer Produzenten gegenüber den ausländischen Produzenten abgrenzen. «Im Gegensatz zum Ausland machen wir hier noch viel mehr von Hand.»

Nur die schönen Blätter

Ein Besuch in Johners Trocknungshalle veranschaulicht, was er vorgängig am Küchentisch erzählt hat: In der hohen Halle hängen unzählige Blätter fein säuberlich an einer Schnur an Holzstangen. Derzeit ist der Bauer dran, sie in Ballen à 25 Kilogramm zu pressen, damit er sie verkaufen kann. Und das gibt zu tun: Johner kontrolliert Stange um Stange; nur die schönen Blätter gelangen in die Ballen, die anderen pflückt er heraus. Die arbeitsintensive Produktion ist denn auch ein Argument, mit dem die Produzenten für die Unterstützung bei der Industrie Erfolg hat- ten. «Seit 20 Jahren erhalten wir Bauern immer den gleichen Preis für den Tabak, die Arbeitskosten sind aber in der Zwischenzeit angestiegen.» Die Anzahl Tabakproduzenten geht stets zurück, derzeit gibt es noch knapp 200 Pflanzer in der Schweiz (siehe Box links unten).

Unterstützt werden die Tabakproduzenten bereits heute. 2,6 Rappen pro verkaufte Packung Zigaretten fliessen in einen Fonds für die Produktion von Inlandtabak. Die Raucherinnen und Raucher zahlen gleichzeitig ins Präventions-Kässeli. Denn das Gesetz schreibt vor, dass der gleiche Betrag, den die Produzenten erhalten, den Nichtraucher-Kampagnen zugutekommt. So fliessen also pro verkauftes Päckli Zigaretten auch 2,6 Rappen in diesen Fonds.

Direkt von den Abnehmern

Die zusätzlichen fünf Millionen, die künftig in die Kasse der Produzenten gelangen, erhalten die Bauern von den Zigarettenherstellern. Die Einkaufsgenossenschaft für Inlandtabak (Sota) kauft den Bauern den Tabak ab und verkauft ihn an drei Industriebetriebe weiter, die in der Schweiz Zigaret- ten herstellen: Philipp Morris, British American Tabaco und Japan Tabaco. Der Tabak der Schweizer Produzenten gelangt aber nicht direkt an diese Produktionsorte, sondern wird in die Verteilzentren der Zigarettenhersteller zum Teil ins Ausland gebracht.

 Der Vertrag war an der Delegiertenversammlung kaum bestritten, sagt Johner. Es habe aber auch kritische Stimmen gegeben; etwa dazu, dass die Unterstützung auf fünf Jah- re nicht zukunftsgerichtet sei. Dies findet auch Johner: «Um Investitionen tätigen zu können, sind wir auch längerfristig auf eine finanzielle Unterstützung angewiesen.»

Interview: «Die Politik muss die Produzenten zum Umstellen bringen»

F abienne Hebeisen-Dumas, Leiterin der Fachstelle Tabakprävention Freiburg, nimmt Stellung zum ausgehandelten Vertrag zwischen den Tabakproduzenten und der Industrie.

 

Die Tabakbauern erhalten mehr Geld. Finden Sie das in Ordnung?

Für uns steht das im Widerspruch zur Rahmenkonvention der Weltgesundheitsorganisation zur Tabakkontrolle, die den Tabakkonsum eindämmen will. Die Schweiz hat diese Konvention unterzeichnet, aber noch nicht ratifiziert. Darin ist festgehalten, dass die unterzeichnenden Staaten die Tabakproduzenten bei einer Umorientierung unterstützen. Darum geht der Vertrag zwischen den Schweizer Tabakproduzenten und der Industrie in die falsche Richtung. Die Tabakbauern sollen nicht Geld für den Anbau von Tabak erhalten. Die Politik muss vielmehr Impulse setzen, damit die Tabakproduzenten auf andere Bereiche umstellen.

 

Wäre das nicht ein Tropfen auf den heissen Stein? Geraucht wird ja weiterhin.

Ich erwarte natürlich nicht einen Rückgang an Rauchern, wenn kein Tabak mehr in der Schweiz produziert wird. Es geht mir aber viel mehr darum, dass die Schweiz eine kohärente Politik betreibt. Neben der Prävention muss der Staat mehr dafür tun, dass die Tabakproduzenten auf andere Betriebszweige umsteigen.

 

Zeigt die Tabakprävention Wirkung?

Die Anzahl Raucher sind in allen Altersgruppen in einer Stagnationsphase. Fakt ist aber, dass ein Viertel der Schweizer raucht. Bei Jugendlichen zwischen 15 und 25 Jahren rauchen 30 Prozent. Das ist mehr als der Durchschnitt, aber nicht mehr als früher. Jeder zweite Raucher stirbt an den Folgen des Tabakkonsums. Pro Jahr sind in der Schweiz 9000 Todesfälle auf das Rauchen zurückzuführen. Das ist noch immer zu viel. hs

Zahlen und Fakten

Weniger Bauern pflanzen Tabak an

In der Schweiz hat die Tabakproduktion eine immer geringere Bedeutung: Produzierten 2001 noch über 350 Produzenten auf 650 Hektaren Tabak, bauen heute noch 198 Produzenten auf 470 Hektaren das Kraut an. Die Kantone Freiburg und Waadt sind mit einem Flächenanteil von 80 Prozent mit Abstand die grössten Produzenten. Produziert werden in der Schweiz zwei Sorten: Burley und Virgin. Burley ist braun und wird an der Luft getrocknet; Virgin ist gelb, wird im Ofen getrocknet und ist damit weniger arbeitsintensiv.hs

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