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Die TPF sorgen mit neuer Busbeschriftung in Deutschfreiburg für Kopfschütteln

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Vorbei sind die Zeiten, als die Regionalbusse der Freiburgischen Verkehrsbetriebe TPF etwa von Tafers oder St. Ursen aus nach «Freiburg» fuhren. Seit dem Fahrplanwechsel vor drei Wochen zeigen sie, wenn sie die Kantonshauptstadt ansteuern, als Endziel «Fribourg, gare routière» an. Die TPF haben ihre Sprachenpraxis geändert. Solange auf der gros­sen Endzielanzeige zusätzlich eine Via-Haltestelle aufgeführt wird, heisst es zwar immer noch «Freiburg» – in Heitenried also etwa «Freiburg via Tafers». Sobald diese Via-Haltestelle, in diesem Fall Tafers, passiert ist, wechselt die Anzeige jedoch neu auf «Fribourg, gare routière».

Verorten die TPF den Sensler Bezirkshauptort neuerdings im französischsprachigen Kantonsteil? Nein. Die TPF betonen, ihnen seien, was die Anzeige von Haltestellen betreffe, die Hände gebunden. «Es gibt Vorschriften, die uns dazu verpflichten, eine Haltestelle genau so anzuschreiben, wie ihr Name festgelegt ist», sagt Mediensprecher Stéphane Berney – und die Endhaltestelle der Busse aus dem Sensebezirk, der Freiburger Busbahnhof, heisse offiziell «Fribourg, gare routière».

Der Zweck der Einheitlichkeit ist klar: Wird eine Haltestelle immer gleich bezeichnet – sowohl im Online-Fahrplan der SBB als auch auf der Anzeige am Bus selber –, erleichtert das die Orientierung. Vor allem Passagiere, die sich schlecht auskennen, könnten sonst verwirrt sein. «Das sind Vorschriften, wir können nicht allein entscheiden», sagt Berney.

Name ist amtlich festgelegt

Geht es nach der Argumentation der TPF, so müsste der Busbahnhof also eine offiziell zweisprachige Beschriftung erhalten, damit eine deutschsprachige Anzeige auf den Regionalbussen wieder möglich wäre. Stellt sich also die Frage, wie Haltestellen überhaupt zu ihrem Namen kommen. Zuständig sind dafür von Gesetzes wegen in erster Linie die Verkehrsbetriebe und die Gemeinden: Sie können ein Gesuch einreichen und haben ein Mitspracherecht. Schlussendlich muss das Bundesamt für Verkehr (BAV) die Haltestellenbezeichnungen bewilligen.

Ist eine Bezeichnung einmal bewilligt, wird sie in der sogenannten Didok-Liste eingetragen, einer amtlichen Liste, die vom BAV geführt wird. Dort heisst der Bahnhof Freiburg zwar «Fribourg/Freiburg» – er wurde vor sechs Jahren nach langen Verhandlungen zweisprachig beschriftet –, der Freiburger Busbahnhof, der sich im selben Gebäude befindet, hat nach heutigem Stand mit «Fribourg, gare routière» allerdings nur eine französischsprachige Bezeichnung. Auf diese Tatsache berufen sich die TPF also, wenn sie sagen, nur noch die französische Schreibweise dürfe angezeigt werden.

Gemeinde: Ball bei den TPF

Nur: Warum hat der Freiburger Busbahnhof keine deutschsprachige Bezeichnung? Offensichtlich sind beide Akteure, die zweisprachige Anschriften bewirken könnten, dazu nicht wirklich bereit – weder die TPF noch die Stadt Freiburg.

«Der Gemeinderat wäre für zweisprachige Anschriften sicher empfänglich», gibt sich der Stadtfreiburger Mobilitätsdirektor Pierre-Olivier Nobs (CSP) überzeugt. «Aber es braucht eine gewisse Logik.» Entweder erhielten alle TPF-Haltestellen auf dem Stadtgebiet im Fahrplan den Zusatz «Fribourg/Freiburg» oder aber gar keine. «Nur den Busbahnhof zweisprachig zu beschriften, ist verwirrend und ergibt keinen Sinn.»

«Der Vorschlag für zweisprachige Haltestellen müsste von den TPF kommen, nicht von der Gemeinde», sagt Nobs – und spielt den Ball somit den TPF zu. «Bis jetzt kam kein solcher Vorschlag.» Problematisch sei wohl, dass die zweisprachigen Bezeichnungen zu lang werden würden, so Nobs.

TPF: Der Wille wäre da

Genau auf diesen Standpunkt stellen sich die TPF. «Ein zweisprachiger Name wäre zu lang», sagt Mediensprecher Stéphane Berney. Beim Bahnhof Freiburg und auch bei der Haltestelle «Fribourg/Freiburg Poya» sei es gegangen, beim Busbahnhof sei eine zweisprachige Beschriftung jedoch technisch nicht umsetzbar.

Tatsächlich: Es gibt bei der Didok-Liste eine Begrenzung auf 30 Zeichen. Die Bezeichnung «Fribourg/Freiburg, gare routière/Busbahnhof» ist folglich mit 43 Zeichen eindeutig zu lang. «Wir würden gerade in der Stadt Freiburg gerne Haltestellen zweisprachig anschreiben. Aber wir können wirklich nichts machen», sagt Berney.

In der Stadt Biel, die im Gegensatz zu Freiburg amtlich zweisprachig ist, scheint das indessen – ganz pragmatisch – zu funktionieren. Deutsch-französische Doppel­be­zeichnungen, welche die maximale Anzahl Zeichen überschreiten, erhalten auf der Didok-Liste und zum Beispiel auch im Online-Fahrplan der SBB einfach eine Kurzversion, wie die Bieler Verkehrsbetriebe auf Anfrage erklären.

Es gäbe durchaus Spielraum

Die Bezeichnung der Haltestellen in der Stadt ist das eine. Aber unabhängig davon, wie der Freiburger Busbahnhof amtlich bezeichnet ist: Gibt es für die Anzeige der Endhaltestellen auf den Regionalbussen im Sensebezirk wirklich keinen Spielraum? Offenbar doch. Denn: Vielerlei ist zwar gesetzlich vorgeschrieben. Was aber konkret den Umgang mit der Zweisprachigkeit bei der Beschriftung der Busse anbelangt, handelt es sich nur um Empfehlungen.

«Die Anzeige an den Fahrzeugen muss nicht gleich der Bezeichnung in der Didok-Liste sein, sie kann aber», schreibt dazu auf Anfrage Thomas Ammann von CH-Direct, dem Dachverband der schweizerischen Transportunternehmen. Mit anderen Worten: Den TPF wäre es sehr wohl freigestellt, auch in Tafers weiterhin «Freiburg» zu schreiben.

Dies scheint auch den TPF selber bewusst zu sein, steht doch zum Beispiel in Heitenried weiterhin «Freiburg via Tafers».

«Zweisprachigen Anschriften stünde der Gemeinderat sicher wohlgesinnt gegenüber.»

Pierre-Olivier Nobs

Freiburger Gemeinderat (CSP)

«Wir würden gerade in der Stadt Freiburg gerne Haltestellen zweisprachig anschreiben.»

Stéphane Berney

TPF-Mediensprecher

«Der Vorschlag für zweisprachige Haltestellen müsste von den TPF kommen. Bis jetzt kam kein solcher Vorschlag.»

Pierre-Olivier Nobs

Freiburger Gemeinderat (CSP)

TPF und Zweisprachigkeit

Auch in anderen Belangen hapert es mit dem Deutschen

Bei den TPF gibt es be­züglich Zweisprachigkeit auch noch andere Baustellen. So werden etwa Durchsagen über Verspätungen im Busbahnhof nur auf Französisch gemacht, auch dann, wenn sie Busse betreffen, die in den Sensebezirk fahren. Auf dem neuen Plan des Nachtbusnetzes steht «Planfayon» statt «Plaf­feien». Und viele Buschauffeure, die im deutschsprachigen Kantonsteil unterwegs sind, können auf Deutsch kaum ein Billett verkaufen.

Fehlt es den TPF, deren Aktien immerhin zu drei Vierteln dem zweisprachigen Kanton Freiburg gehören, manchmal etwas an Sensibilität für die deutschsprachige Minderheit? Angesprochen auf die Lautsprecherdurchsagen im Freiburger Busbahnhof, sagt TPF-Mediensprecher Stéphane Berney: «Es wäre tatsächlich möglich, diese zweisprachig zu halten. Das ist eine gute Idee.» Die TPF seien offen für Kritik und würden immer versuchen, sich zu verbessern.

ko

 

Reaktionen

«Dieser Entscheid ist ein klarer Rückschritt»

«Das ist eine fadenscheinige Begründung», sagt Franz-Sepp Stulz, der Präsident des Vereins Kultur Natur Deutschfreiburg (Kund), zur neuen Sprachenpraxis der Freiburgischen Verkehrsbetriebe TPF. «Es hat bis jetzt doch auch immer funktioniert. Es wäre mir nicht bekannt, dass jemals jemand in den falschen Bus eingestiegen wäre, nur weil da nicht ‹Fribourg› stand.» Die TPF seien keine rein städtische Institution und müssten auf die Befindlichkeiten der deutschsprachigen Minderheit im Kanton Rücksicht nehmen.

Es gebe sicher grössere Probleme punkto Zweisprachigkeit, räumt Stulz ein. «Dieser Entscheid der TPF ist aber ein klarer Rückschritt und zeugt von fehlender Sensibilität.» Kund werde sich deshalb überlegen, bei den TPF zu intervenieren.

«Mehr Zweisprachigkeit»

Auch André Perler vom Forum Partnersprachen ist unglücklich mit der neuen Situation. «Dieser Schritt hat zur Folge, dass die Zweisprachigkeit weniger sichtbar ist.» Er sei überzeugt, dass auch die Bevölkerung diese sichtbare Zweisprachigkeit wolle – sowohl in Deutschfeiburg als auch in der Stadt Freiburg. Er verstehe zwar, sagt Perler, dass die Einheitlichkeit bei der Beschriftung benutzerfreundlich sei, aber er könne sich nicht vorstellen, dass jemand sonst den Weg nicht finden würde.

«Überhaupt: Es braucht nicht weniger, sondern mehr Zweisprachigkeit», so Perler. Er fordert, dass Bushaltestellen bei Institutionen von kantonaler Wichtigkeit – dem Kantonsspital oder der Universität etwa – konsequent zweisprachig beschriftet werden.

ko

 

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