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Die Umwelt schützen – aber wie?

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Das Thema Umweltschutz wird heiss diskutiert. Die weltweite Arbeitsteilung, die in unserem Alltag angekommene Globalisierung und die komplexer werdenden Wirkungszusammenhänge haben die Welt zusammenrücken und gleichzeitig die Individuen von der Wirklichkeit entrücken lassen. Wer im wahrsten Sinne des Wortes aus dem letzten Jahrhundert stammt, kennt in der Regel noch so banale Dinge wie Licht löschen, Essensreste verwerten, Reparieren statt Wegwerfen: Sie waren ein oft bewusst wahrgenommener, jedenfalls bekannter Teil des Alltags. Man tat dies auch, weil es einem der gesunde Menschenverstand gebot, selbst wenn man wusste, dass das eigene Tun nur einen kleinen Beitrag leistete. Man tat es, weil es richtig war.

Vergleicht man diese Haltung mit dem Verhalten in unserer heutigen Konsumgesellschaft, scheint das Bewusstsein des eigenen Beitrags zurückgegangen zu sein. Umweltschädliches Verhalten wird mit Vorzug beim anderen diagnostiziert und Lösungen von der anonymen Masse der Gesamtgesellschaft erwartet. Angesichts des gesellschaftspolitischen Hickhacks von Schuldzuweisungen und Glaubensbekenntnissen legt sich der Diskurs selbst lahm und kapituliert die Lösungsfindung vor den ohnehin unlösbar erscheinenden Herausforderungen. Die Auswirkung davon ist eine Umweltpolitik, die undurchschaubar geworden und gleichzeitig wenig wirksam geblieben ist: Selbst unser Land verfehlt absehbar die gesteckten Ziele.

Positiv fällt auf, dass Jugendliche anfangen, die Verbindung zwischen Individualverhalten und Umweltauswirkungen wieder herzustellen. Hier bietet sich eine ­einmalige Chance: Ohne Beitrag jedes Einzelnen wird sich auf unserem Planeten nämlich nichts ändern.

Auch auf Ebene der Gesamtgesellschaft beziehungsweise der Politik sollte man die Chance nutzen, und zwar zum Entrümpeln bisheriger Ansätze, die offensichtlich die in Sonntagsreden geäusserten Ansprüche nicht erreichen. Die von der FDP durchgeführte Mitgliederbefragung liefert einige interessante Erkenntnisse. Man scheint zu ahnen, dass es klarere Regeln braucht im Sinne weniger, aber wirksamer Verbote. Selbst in unserem Kanton – das Energiegesetz wurde unter anderem auch wegen des Verbots von Elektrospeicherheizungen abgelehnt – dürfte die Erkenntnis gereift sein, dass es beispielsweise angesichts der Alternativen im Bereich der Gebäudeheizung wenig verständlich ist, weshalb schädliche Heizsysteme künftig nicht einfach verboten werden. Zum Vergleich: Wer kann sich erinnern, wie nach längerer Diskussion Abgas-Katalysatoren für neue Fahrzeuge beschlossen wurden? Das war in den 1980er-Jahren. Niemand wird heute behaupten, dies habe sich als Fehler erwiesen.

Gezielte Verbote würden letztlich die wirksameren Anreize setzen, erneuerbare Energien konsequenter zu nutzen, als der unübersichtliche Dschungel schlecht wirkender Subventionen. Ein besonders eindrückliches Beispiel der verfehlten Subventionitis liefert die Fotovoltaik: Heute tragen Sanierungshypotheken privater Banken zu Tiefstzinsen und die Steuerabzüge wohl entscheidender zum Ausbau dieser Anlagen bei als Subventionen, die notabene bis zu zwei Jahre nach getätigter Investition ausbezahlt werden. Öffentliche Gelder sollten nur noch fokussiert dort eingesetzt werden, wo keine privaten Investoren vorhanden sind.

Vielleicht ist es Zeit, neue Denkansätze und vor allem andere Anreize in der Umweltpolitik zu testen. Dabei sollte die Berechen- und Voraussehbarkeit für die Bürger und die Wirtschaft im Vordergrund stehen: Wenige, wirksame Verbote wären diesbezüglich sinnvoller als die gegenwärtige Subven­tions- und Umverteilungsbürokratie. Eine bessere strategische Gesamtsicht, höhere intellektuelle Aufrichtigkeit und eine fokussiertere Zielorientierung wären nötig, damit die Politik den Vorstellungen mündiger Bürger bezüglich Umweltschutz gerechter wird.

Silvan Jampen ist als Unternehmensjurist tätig und wohnt mit seiner Familie in Kerzers. Im Rahmen der FN-Gastkolumne äussert er seine persönliche Meinung zu gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Themen.

 

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