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Die Universität Freiburg streicht den Kurs für Zahnmedizin

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14 Ausbildungsplätze bietet die Universität Freiburg zurzeit für Studierende an, die Zahnärztinnen oder Zahnärzte werden wollen. Sie können die ersten beiden Jahre ihrer Ausbildung in Freiburg absolvieren, dann müssen sie die Uni wechseln, da es in Freiburg die weiterführenden Kurse nicht gibt. Auf den Herbst 2017 hin streicht die Universität Freiburg nun auch die ersten beiden Jahre, die sogenannte Propädeutik für Zahnmedizin, wie die Uni gestern mitgeteilt hat. Dafür stockt sie den Bachelorstudiengang in Humanmedizin von 103 auf 120 Ausbildungsplätze auf.

Spezifisches Studium geplant

Für diesen Schritt gibt es verschiedene Gründe, wie die Rektorin der Universität Freiburg Astrid Epiney den FN erklärt. Pro Jahr hätten lediglich zwei bis vier Studierende aus dem Kanton Freiburg die Propädeutik für Zahnmedizin besucht. Auch gebe es Bestrebungen von Fakultäten wie Bern oder Zürich, die den Master in Zahnmedizin anbieten, das ganze Zahnmedizinstudium spezifisch zu gestalten: Die ersten beiden Studienjahre absolvieren Zahnmediziner heute zusammen mit den Studierenden der Humanmedizin, nur einen spezifischen Zahnmedizin-Kurs belegen sie zusätzlich. «Wenn nun die gesamte Ausbildung spezifisch wird, bedeutet dies sowieso das Aus für Freiburg», sagt Epiney.

Sie sei überzeugt, dass diese spezifische Ausbildung früher oder später eingeführt werde, denn es gebe den Verdacht, dass gewisse Studierende das Zahnmedizinstudium als Hintertür für ein Studium der Humanmedizin nutzen: Für beide Studiengänge gibt es den Numerus clausus. Die Anforderungen für die Zahnmedizin liegen jedoch laut Epiney etwas tiefer. So gibt es Studierende, die mit Zahnmedizin beginnen, aber dann zur Humanmedizin wechseln.

Sinnvolle Konzentration

Für Epiney macht es Sinn, dass sich Freiburg auf die Humanmedizin konzentriert, da die Universität ab 2019 auch den Masterstudiengang anbieten wird (die FN berichteten). Es sei schweizweit ein Trend, dass sich die Hochschulen auf gewisse Studiengänge konzentrierten, sagt die Rektorin.

Nicht zuletzt habe die Uni überlegt, welche Auswirkungen die Streichung der Propädeutik Zahnmedizin auf die zahnärztliche Versorgung im Kanton Freiburg haben werde, so Epiney. «Wir sind zum Schluss gekommen, dass unser Entscheid nicht relevant sein wird für die zahnärztliche Versorgung im Kanton.» Dies, da der Kurs wenige Freiburger Studierende angezogen habe, nur die beiden ersten Jahre in Freiburg absolviert werden könnten und anschliessend zwingend ein Wechsel nach Bern oder Zürich anstehe.

Zahnärzte sind enttäuscht

Anders sieht dies Jean-Philippe Haesler, Mitglied des Zentralvorstandes der Schweizerischen Zahnärzte-Gesellschaft SSO und Inhaber einer Zahnarztpraxis in Estavayer-le-Lac. «Wir bedauern den Entscheid der Uni Freiburg sehr», sagt er. Der Entscheid werde sich negativ für die Patientinnen und Patienten im Kanton Freiburg auswirken. «Es gibt keinen Mangel an Zahnärzten in Freiburg. Aber es ist sehr schwierig, die Nachfolge durch in der Schweiz ausgebildete Zahnärzte zu gewährleisten», sagt er. Er habe überhaupt nichts gegen Zahnärzte aus dem Ausland, aber die Qualität der Ausbildung sei sehr unterschiedlich.

Haesler sagt, dass seit Inkraftsetzung der bilateralen Verträge im Jahr 2002 über 4800 ausländische zahnärztliche Diplome anerkannt wurden. «In gewissen europäischen Ländern arbeiten Zahnärzte während des Studiums aber nie am Patienten. Das ist bedenklich», sagt er. «Und ein Patient kann nicht wissen, welche Ausbildung sein Zahnarzt hatte», sagt er. Haesler stört am Entscheid der Uni auch, dass sie die Zahnärztegesellschaft nicht nach ihrer Meinung gefragt habe. «Ich habe Gerüchte gehört und daraufhin die Rektorin kontaktiert, die mir die Gerüchte bestätigt hat. Aber das war vor zwei Wochen, da war alles schon entschieden», sagt Haesler.

Kosten bleiben gleich

Für die Universität selbst hat der Entscheid keine weiteren Auswirkungen, auch nicht auf die Kosten. Und da Zahnmediziner und Humanmediziner in den ersten beiden Jahren zu einem grossen Teil dieselben Kurse haben, ändert sich laut Epiney auch für die Dozierenden nichts.

«Es ist sehr schwierig, die Nachfolge durch in der Schweiz ausgebildete Zahnärzte zu gewährleisten.»

Jean-Philippe Haesler

Mitglied des Zentralvorstandes der Schweizerischen Zahnärzte-Gesellschaft

Ausbildung

Fünf Jahre bis zum Zahnarzt

Heute gibt es in der Schweiz 128 Studienplätze in Zahnmedizin; laut Jean-Philippe Haesler von der Zahnärzte-Gesellschaft waren es 1970 noch 180 Plätze. Das Studium dauert insgesamt fünf Jahre (drei Jahre Bachelor- und zwei Jahre Masterstudium). Die ersten zwei Jahre werden mit den Studierenden der Humanmedizin absolviert. Anschliessend folgt eine dreijährige praxisorientierte Ausbildungsphase. Nach dem Masterstudium und dem eidgenössischem Masterexamen sind die Absolventen laut Erläuterungen auf der Homepage der Universität Bern fähig, alle Behandlungen der zahnärztlichen Grundversorgung durchzuführen und Situationen zu erkennen, welche eine Überweisung an Spezialisten erfordern.

mir

«Wir sind zum Schluss gekommen, dass unser Entscheid nicht relevant sein wird für die zahnärztliche Versorgung im Kanton Freiburg.»

Astrid Epiney

Rektorin der Universität Freiburg

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